@E-Claire
Zitat von KuddeI7591:
Magst Du vielleicht noch mal drauf eingehen, wie Du das meinst?
Beziehst Du Dich auf Deine Liebe oder die Deines Ex?
Ich bleibe bei mir: Ich kenne mich, ich kenne ihn.
Seine Entscheidung hatte nie etwas damit zu tun, dass die Liebe für mich nicht groß genug war. Im Gegenteil. Wäre es nur ein Strohfeuer oder eine Schwärmerei für ihn gewesen, hätte er ihr in dem Trennungsgespräch, das er mit ihr fünf Monate nach Beginn der Affäre geführt hatte, weder von mir erzählt und ihr gesagt, wie sehr er mich liebt (wäre den für einfacheren Weg gegangen, es auszublenden und ihr gegenüber unerwähnt zu lassen), noch hätte er sich eine eigene Wohnung genommen und wäre tatsächlich ausgezogen.
Er wollte diesen Schritt wirklich gehen - aus Liebe zu mir und uns.
Ich glaube, er ist aus Gründen - die allein in ihm lagen und mit mir und seiner Liebe zu mir nicht das Geringste zu tun hatten - zurück zu ihr. In unserem Trennungsgespräch im Juli meinte er, dass ich nie wissen werde, wie sehr er mich liebt, aber dass er nicht bereit ist, das alles aufzugeben für ein neues Leben. Dass er sich innerlich zerrissen, verloren fühlt - und nicht frei für eine neue Beziehung mit mir.
Das nehme ich ihm ab. Das scheint ihm in den vier Monaten, die wir eine offizielle Beziehung führten, klar geworden zu sein. Und ich habe immer gespürt und gesehen, in den 6 Monaten der Affäre, und in der Zeit danach, dass er mich liebt.
Und ich weiß in mir, wie liebenswert ich bin. Das war der ausschlaggebende Grund für ihn, eine Affäre mit mir zu beginnen. Ich kenne meinen Wert.
Zitat von E-Claire: Es liest sich nicht so, als würde das wirklich für Dich unwichtiger werden in der konkreten Situation. Sondern es liest sich nach einer Art von Schutzbehauptung.
Schau mal, Eltern sind auch einfach Menschen und wie alle Menschen handeln sie im Kontext ihrer Situation und wie alle Menschen machen sie Fehler. Dass in Trennungssituationen die Paarebene und die Elternebene am Anfang nicht gut genug getrennt werden können, passiert so häufig und liegt in meinen Augen auch daran, daß wir romantische Liebe völlig überhöhen, so daß wenig bis gar kein Platz für die ganz vielen alternativen Konzepte bleibt.
Natürlich hast Du Recht, wenn Du schreibst, daß es nicht sinnvoll ist, wenn bei einer Eherettung Kinder als Mittel mißbraucht werden und ich glaube schon auch, daß die Allermeisten das so sehen.
Was aber vielleicht nicht ganz so sinnvoll ist, wäre sich als Ex-Affäre des Vaters hinzustellen und jetzt das Kindeswohl argumentativ brauchbar zu machen, denn würdest Du die Kinder befragen, dann sähen die aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die eigene Mutter als das Problem an, sondern die Frau, die in deren Augen ihrem Vater dabei geholfen hat, die Mama zu betrügen.
Ich befürchte, es wird noch ein bißchen dauern, bis Du bereit bist, anzuerkennen wie sehr Dein Ex Anteil an dieser jetzt sehr unschönen Situation trägt.
Ich kann es nicht begreifen, so zu agieren - nicht in meinem größten Schmerz würde ich so reagieren. Aber ich bin ich und sie ist sie. Sollte sie so reagiert haben, kann ich das sogar nachempfinden - sie war verzweifelt, ohnmächtig, überfordert und steckte ihrerseits in diesem fürchterlichen, tiefen Schmerz, der sicherlich für sie noch härter ist als meiner. Denn sie stellt nun 20 gemeinsame Jahre mit ihrem EM in Frage... Ich fühle sehr mit, aber bei allem Verständnis für sie und dafür, für eine Beziehung kämpfen zu wollen, mich persönlich abzuwerten, sagt viel über einen Menschen aus. Ich habe das nie getan. Das bedarf mein Ego nicht, ich würde mich dadurch nicht besser fühlen - nicht einmal jetzt. Sondern schlechter, da ich dieses Verhalten an mir ablehnen würde.
Es ist keine Schutzbehauptung. Ganz und gar nicht. Was ich meinte war: Ich kann am Ende des Tages "nur" auf das bauen, was er mir sagte, was ich immer ernst genommen habe. Denn auch er hat nie abwertend über seine EF gesprochen, während unserer Freundschaft oder während der 5 Monate unserer Affäre. Warum sollte er es also genau dann beginnen, wenn wir beide eine offizielle Beziehung führen ? Es gäbe hierfür keinerlei Grund.
Ich weiß wie er tickt, nehme ihn ernst - insofern auch in diesen Aussagen und Empfindungen, die er mir zeigte, wie sie seit der Trennung und unserer offiziellen Beziehung reagierte.
Es spielt insofern für mich in meiner Verarbeitung der Situation keine Rolle, ob sie nun tatsächlich die Kinder manipuliert und instrumentalisiert hat oder nicht, es macht für mich keinen Unterschied mehr. Er hat sich von mir getrennt und ist zurück.