Liebe TE,
als ich die Reaktion der "Mitbegründerin" gelesen habe dachte ich: sie ist konsequenter als Du. Natürlich geht jeder anders mit einer solchen Situation um und Du musst für Dich selbst entscheiden. Du machst allerdings den Eindruck, dass Du Dich ein bisschen selbst verlierst in dem ganzen Chaos. Du bist sehr fokussiert auf die Situation (viel Arbeit, Überlastung, wenig zu Hause) Deines Mannes und sofort bereit, die "Schuld" zu teilen.
Ich sag Dir mal, was ich so denke, ohne Anspruch auf Wahrhaftigkeit: Dein Mann ist schon auch ein ganz schöner Jammerprinz. Die Arbeit ist zu viel, Du meckerst zu viel, die Kollegin macht zu viel schöne Augen und jetzt soll er sich auch noch entscheiden? Alles zu viel!
Ich glaube, Deine Demutshaltung kommt ihm in seinem Elend ganz schön entgegen. Wenn er sich nicht entscheiden kann und nicht weiß, was er will, dann sollte er vielleicht gehen, bis er es weiß.
Glaube bloß nicht, dass dein Verständnis und Dein Wille, an euch zu arbeiten und die Ehe zu retten zum Erfolg führen muss. Es gibt in diesem Forum unzählige Beispiele, wo die betrogenen Ehefrauen genau wie Du reagiert haben und eine wirklich gute Zeit nach der Affäre hatten, wo auch der Gatte sich so sehr bemüht hat! Manchmal kam erst Monate später raus, dass die Affäre nie beendet war.
Was ich sagen will ist: mach mal das Kreuz gerade! Du wirst doch eine Meinung dazu haben und eine Vorstellung, wie es weitergehen soll? Die Fehler, die ihr gemacht habt, könnt ihr in einer Paartherapie aufarbeiten, wenn es denn dazu kommt. Aber dass Du Dir jetzt sofort eine Mitschuld gibst ist ja wie eine Absolution für ihn. Hör mal in Dich hinein und sage ihm, was Du erwartest. Sonst läufst Du Gefahr, dass es nur noch um ihn geht in dem ganzen Theater. Nix für ungut
