Sehr schöne Diskussion, gefällt mir

Also ich fange erstmal damit an was mir am meisten auf der Seele brennt: Perspektivwechsel.
Ich denke es ist ein sehr sehr schmaler Grad zwischen dem gesunden Maß an Empathie, was man sich ja auch dann selbst ebenfalls entgegen bringen muss, und der zu großen Empathie/Verständnis.
Ihr habt Recht, ich gehöre wohl auch zu den Menschen mit Helfersyndrom und mir ist selbst aufgefallen das ich sein Verhalten sehr häufig entschuldigt habe, vor allem um ihn nicht schlecht darzustellen, schließlich ist er mein Herzbube (gewesen). Ich finde das auch bis zu einem gewissen Punkt voll legitim und ich möchte mein Verständnis auch nicht aufgeben, aber ich habe mich zum Ende hin selbst ein Stück weit verloren. Ich habe auch gemerkt, dass ich emotional ganz schön abhängig war, ich habe mich an all die guten Dinge festgehalten, seien sie noch so klein. Es ist auch meines Erachtens wichtig, die kleinen Sachen zu schätzen. In meinem Fall bezog sich das überwiegend auf Frühstück machen, Tee kochen usw. Eine Freundin sagte dann aber mal zu mir: "Immer wenn du von ihm redest höre ich nur Frühstück und Tee." Da hatte sie Recht. Vor einem Monat hatte er mich aber zu den ganzen Besichtigungen gefahren, war aufmerksam, wir hatten viel Spaß und ich bin mit einem guten Gefühl heim gefahren und dachte mir, dass ich nie wieder Zweifel an diesem Menschen haben werde, das ging auch ein paar Tage gut und wie gesagt ich bin keine die rumheult, das mal ein paar Stunden nicht geschrieben wird. Danach das Wochenende war hier Kirmes, er wollte lieber auf einen Mittelaltermarkt, war voll okay, jeder hat also sein Ding gemacht, ich hätte auch zum Markt mitgehen können. Natürlich aber setzte bei mir nach ein paar Tagen das Vermissen ein. Danach das Wochenende hatte er schlicht keine Lust, okay, da hat er das erste mal nach dem Urlaub wieder gearbeitet und ich kenne das von mir das es Wochenenden gibt an denen man für sich sein will. Ja, das ist schon wieder viel Verständnis, aber ich wollte nicht zicken, er hat einfach gesagt was er will und auch ich habe gesagt was ich will und brauche, das hat er allerdings nicht so beachtet, obwohl ich auch hier gedacht hab, dass man sich ja eigl aufeinander freut und er mich ja evt auch vermisst. In der Wochen ging es mir eben nicht so gut, ich weiß auch das ich in einem eigenen kleinen Loch saß, er hätte mich da locker rausbringen können, wollte früher immer dass ich mit ihm rede, mich aufmuntern und war einfach ein Ausgleich. Ich habe ihn darum gebeten, er hat nichts gemacht. Danach war besagter Freitag, wo er viel geschlafen hat und ich das erste mal richtig reden wollte, wie gesagt, da hat er mich 10 min angeschwiegen, Kino war okay, Abend war ok, im Bett dann am Handy, frühs auch, da hab ich mich schon ordentlich beschwert, dann hab ich wenigstens etwas Aufmerksamkeit bekommen. Dann entsprechende schlechte Laune und die Memo am Mittwoch. Dienstag war er noch super nett, hat gefragt wies geht und was ich mache, noch so ein grund warum ich es krass finde das es von heute auf morgen so gekommen ist wie es jetzt ist.
Was ich damit sagen will, ja ich weiß das ich viele Sachen entschuldigt habe und mir das bewusst war. Bei anderen zeige ich auch viel Verständnis, sage aber auch einfach was ich will. Danke für den Tipp mit den Freunden @Femira , hier klappt aber die Sache gut, ich bin eigl kein Mensch der sich zurück stellt, bei ihm ist das aus Verlustangst so gekommen.
Er hat für mich kein Verständnis gezeigt, ich umso mehr.
Mit dem Ball war das nochmal eine etwas andere Sache. Ja ihr habt Recht, es war ein besonderer tag.
Aber Vorsicht, hier nicht Party mit Ball verwechseln. Die Party war im April und er wäre gekommen, aber eben nur für ein paar Stunden, da dachte ich mir das ers auch einfach bleiben lassen kann. Da hat er kalte Füße bekommen, weil er niemanden kennt und ich im Gegensatz zu ihm tanzen gehe. Aber Fakt ist er wäre gekommen. Anstatt das aber zu sagen was los ist, kam er mit einer dummen Ausrede, er müsse den nächsten tag zu einem Freund was am Haus helfen. Hier zeigt sich auch schon das totschweigen. Ich war so wütend über diese dumme Ausrede, dass ich gesagt habe er soll zu Hause bleiben. Er hat sich am nächsten tag aber sofort entschuldigt, mir das Problem erklärt und ist zu mir gefahren. War ein schönes Wochenende letztendlich.
Beim Ball war es so: Er wollte letztes Jahr unbedingt mit (nach eigener Aussage), aber ich hatte keine Karten mehr, bzw wollte ihn eben auch nicht als nur guten Freund dabei haben, weil das ja so ein Familien Ding ist. Zwei Tage vorm Ball (Juni) wurde aber eine Karte frei und ich habe ihn gefragt, das war ihm zu kurzfristig, letztendlich hatte er aber den tag auch nichts gemacht. dafür habe ich allerdings immer noch Verständnis muss ich sagen.
Im Moment vermisse ich ihn wieder extrem. Das Gefühl was er mir sehr lange Zeit gegeben hat, ich reflektiere die ganzen Erlebnisse und Dinge die gesagt und getan wurden.
Ich muss dazu sagen, das ich sonst immer der distanziere Part war. Ich bin mir sicher, dass es für ihn im Moment auch eine Erleichterung ist, dass ich nicht mehr nerve und genau das macht mich so traurig. Ich bin nichts besonderes mehr und ich vermisse diese Stellung grad extrem, aber ich weiß auch, dass ich sie schon länger vermisse, obwohl es dann zwischendurch nach schönen Wochenenden etc wieder wie früher war. Ich vermisse seinen Geruch, sein Streicheln, seine Stimme, seinen Nachrichtenton. Heute ist kein guter tag für mich. Am Sonntag war das ganze nochmal kurz da und da war ich eher verwirrt und wütend über sein handeln, heute fällt es mir wieder schwer dem sein gebührendes Gewicht zu geben, aber das wird wieder. Ich hänge einfach nur extrem an der Vergangenheit, die sehr intensiv, spannend und neu für mich war. ich hätte nie gedacht, dass ich mich am Ende so wenig auf ihn verlassen kann.
Wie gesagt, früher hab ich ihn viel ausgeladen und gefriendzoned, er musste viel um mich kämpfen und ich hatte auch andere Dates nebenbei, was ihn eifersüchtig gemacht und traurig gemacht hat, hat er mir auch mal erzählt. Ich musste erstmal lernen mich auf ihn einzulassen und ich wollte das so gerne. Ich wollte ihn meine Liebe zeigen und geben, aber sobald ich damit angefangen habe hat er immer mehr Interesse verloren. das verwirrt mich immer noch. Er hat immer gesagt "Früher warst du taffer", aber das ist falsch. Früher habe ich ihn meine verletzliche Seit nur nicht gezeigt und er war so ein großer Ausgleich und hat mir so viel Freude bereitet, dass es mir nach ein paar min mit ihm auch nicht mehr schlecht ging. Insofern hat er nur eine Seite von der Emily kennengelernt und sich wohl auch in diese verliebt. Die anderen wollte er nicht mehr sehen, bzw. mochte sie offensichtlich nicht. Ja, das zeigt mir das er nicht der Richtige ist, ich weiß, aber es ist trotzdem grad schwer das zu akzeptieren. Er hat schlicht das Interesse verloren und wollte sich nicht um die "schlechten" Sachen kümmern. Im Grunde war es mein Fehler ihm immer nur eine Seite zu zeigen.
Jetzt hat er gemerkt das seine Göttin doch menschlich ist.
@Rinah
Das mit deinem Vater tut mir im Übrigen Leid :/