Zitat von Tee-Freundin: Stell' Dir mal vor, Du hättest jetzt Antworten. Was würden sie tatsächlich an der Situation ändern?
Es würde nichts ändern, das stimmt. Aber ich gehöre leider zu den Leuten, die Verhalten oder Dinge nachvollziehen wollen und müssen, um abschließen zu können. Bei dem 1. Mann, in den ich verliebt war, war es eine andere Frau, die ihn hat gehen lassen (mal ganz davon abgesehen, dass ich wahnsinnig anhänglich war mit 19). Hat weh getan, aber da wusste ich, woher der Sinneswandel kam. Der Ex davor wollte, das sehe ich jetzt rückblickend ganz klar, nie wirklich was von mir und hat sich obendrein dann auch noch in eine andere verliebt. Hat auch mehr als weh getan, aber auch da wusste ich, woran es lag, und hatte konkrete Anhaltspunkte, um an mir zu arbeiten und weiterzumachen. Aber einfach zu akzeptieren, dass jemand gefühlt von heute auf morgen so dermaßen ambivalent ist, ohne dass man sich erklären kann, warum, und mal eben eine 180°-Wendung macht, weil wir uns 2 Wochen nicht gesehen haben, und sich auch noch direkt trennt. Klar klingt das alles wahnsinnig unreif und fast schon kindisch für einen fast 30-Jährigen. Aber das kann doch nicht wahr sein?
Ich weiß, es waren nur 7 Monate. Aber es waren 7 Monate, die für mich wahnsinnig viel Bedeutung hatten. Ich habe zum 1. Mal gespürt und gemerkt, dass ein Mann mich gut behandeln kann. Dass mich ein Mann einfach annimmt und mich unterstützt, wenn ich Unterstützung brauchte. Ich habe vertrauen gelernt und Nähe zuzulassen, ich habe gelernt, Gefühle zu zeigen und auszusprechen. Ich habe gelernt, über meine Bedürfnisse zu sprechen, Konflikte gesund auszutragen, albern sein zu können, ohne dass es peinlich war, dass ich es wert bin, dass man Zeit mit mir verbringt, auch wenn wir mal keinen Sex haben. Dass ein Mann mich wertschätzt und Eigenschaften und Charakterzüge an mir hervorhebt, die er liebt, mich gleichzeitig aber total begehrenswert und schön findet, gerade wenn ich ungeschminkt in Hochwasser-Jogginghosen bei ihm herumlaufe. Ich habe gelernt, dass mich man mich nicht wie mein Ex versteckt, sondern mich ganz natürlich in sein Leben integriert und mit "Stolz" von mir erzählt. Ich habe gelernt, dass ich von meinem Partner Hilfe annehmen darf, dass ich auch mal etwas fordern darf. Ich habe gelernt, dass ich auch mal Priorität sein kann, dass man mich vermissen kann, dass man mir nah sein möchte, dass man sich in meiner Nähe sehr wohlfühlen kann und am liebsten möchte, dass ich jeden Tag da bin. Dass mein Partner sich plötzlich an kleinen Dingen erfreut wie mit mir zusammen einzuschlafen oder Begeisterung darin findet, mit mir ein Stück Kuchen zu essen. Das Ende von alledem damit zu erklären, dass er einfach ein unreifer und unentschlossener Mensch ist, fällt mir wahnsinnig schwer. Aber was anderes bleibt mir wohl nicht übrig. Ich habe die Worte im Kopf, dass mir das niemand nehmen kann, dass ich mich geliebt gefühlt habe in der Zeit. Ich versuche, das nicht zu vergessen. Aber plötzlich zu hören, war ja doch alles nicht so besonders und "aufregend" wie bei meinen vorherigen Partnerinnen, boah, das sitzt tief und lässt mich an meiner Wahrnehmung und meinen Gefühlen in dieser Beziehung zweifeln. Auch wenn er es zu sein scheint, dessen Wahrnehmung nicht ganz frisch ist. Im Endeffekt ist die ultimative letzte Antwort, dass es nicht gepasst hat. Und selbst das als Grund zu akzeptieren, scheint mir momentan fast nicht machbar.
Ich werde aber weiterhin Geduld mit mir haben und mir die Zeit geben. Ich habe ja schon Schlimmeres überstanden.
Zitat von Tee-Freundin: Wie schaut's mit Mittagsschlaf aus?
Kannst Du Ruhe finden bei Meditation, autogenem Training oder Yoga?
Gibt es irgendwas dermaßen ödes, wobei dein Hirn schon aus Selbstschutzgründen runterfährt?
Den Mittagsschlaf habe ich ausgelassen, damit ich heute früh einschlafen kann. Klappt schon mal nicht so dolle. Ich werde mir gleich ein Hörbuch anmachen und hoffen, dass es hilft.