Es gab in meiner Situation zwei Dinge, die mir das Loslassen ein kleines bisschen einfacher machten:
1. Er hat während unserer Umarmung bitterlich geweint, als wäre ihm erst da bewusst geworden, was er wirklich verliert. Dadurch hatte ich nicht mehr das Gefühl, dass er einfach locker alles wegsteckt, während ich fix und fertig mit der Welt bin.
2. Achtung, Widerspruch zu 1.: Die andere hat während unseres Gespräches bei ihm zuhause auf ihn gewartet!
Ich war am Ende des Treffens erstaunlich gefasst, weil ich zum einen das Gefühl hatte, dass er auch litt (in dem Moment vielleicht sogar mehr als ich) und zum anderen unglaublich fassungslos war, dass er sie direkt nach unserem Treffen sieht und somit keinerlei Respekt vor uns und unserem Abschied zeigte.
Wobei ich immer noch der Meinung bin, dass er es an dem Abend wesentlich schwerer hatte als ich, denn er musste mit seinem Gewissen und der Scham klarkommen und sich auch noch mit ihr auseinandersetzen (er hatte alle meine Sachen wieder mit nach Hause genommen, weswegen er sich wohl eine gute Ausrede einfallen lassen musste

), während ich einfach nach Hause fahren konnte und für mich allein war.
Danach war's dann natürlich trotzdem extrem hart, denn auch wenn ich mich auf diese Weise verabschiedet hatte, erwartete mich ja doch alles, was zu einer (ungewollten) Trennung dazugehört.
Diese Form des Abschieds macht die darauffolgenden Wochen nicht leichter, aber sie hat bei mir dazu beigetragen, dass ich für mich einen guten und trotz aller Umstände warmherzigen Abschied gewählt habe. Und was mir sehr wichtig war, war dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte, mich auf diese Weise zu verabschieden und alles noch mal in dem Bewusstsein des letzten Mals zu gempfinden. ICH durfte wählen, wann und wie ich mich auf meine persönliche Weise verabschiede, anstatt dass es irgendwann noch eine Berührung wie immer gab und dann plötzlich nichts mehr.
Ich habe mir vor dem Treffen immer die Frage gestellt: Wie hätte ich unser letztes Beisammensein empfunden, wenn ich gewusst hätte, dass es unser letztes Mal sein würde? Hätte ich es als genauso selbstverständlich angesehen?
Das wollte ich nicht. Ich wollte, dass dieser Moment für mich etwas ganz Besonderes ist, auch wenn es weh tat, dass es das letzte Mal war.