Panderle7
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Ich fange einfach Mal ganz von vorne an.
Als die Beziehung zu meinem Partner vor ca 3 Jahren begonnen hat, lief natürlich alles blendend! Er hat hin und wieder Mal erwähnt, dass er unbedingt die Welt sehen möchte, aber genau erläutern in welchem Ausmaß konnte er nicht. Dementsprechend war es auch nie ein großes Problem.
Dieses Jahr traf er einen alten Bekannten, der sich bald 3 Jahre lang auf Weltreise begibt. Seit dem Redet er nur davon wie neidisch er doch wäre und wie sehr er ihm einfach nachmachen würde.
Seit dem habe ich meinen Partner aber auch gesagt, dass eine Fernbeziehung für mich nicht in Frage käme. Dass es Kompromisse geben müsse, mit denen beide leben könnten usw.
Habe also, da er sagte er wolle für ein Jahr weg vorgeschlagen dass er erstmalig ein halbes Jahr fort gehen könnte und im darauffolgendem wieder ein halbes Jahr. Es einfach etwas zu strecken damit wir auch einfach mittendrin Zeit für uns haben können. Ich könnte ihn in der Zwischenzeit auch 1-2 Mal Besuchen. Die Idee wurde auch erstmals angenommen und eigentlich hatte ich seit dem keine bedenken oder Zweifel mehr, dass wir das nicht schaffen könnten.
Diese Woche allerdings bekam ich in der Nacht eine sprachnachricht von ihm,(Was erstmal nicht unüblich ist) im welcher er mir sagte, dass sein Leben zu Kurz sei und er keine Rücksicht auf mich und meine Wünsche nehmen könnte. Er wolle für ein Jahr weg und das Stünde jetzt fest. Kompromisse seiner seits waren dann, dass wir häufiger telefonieren und schreiben könnten.
Seit dem lebe ich in einer Vollkriese. Für mich gibt's nichts wichtigeres als die Nähe zueinander. Das gemeinsame erarbeiten von Zielen. Die Sicherheit und Verlässlichkeit.
Es dauert noch mindestens 2 Jahre bis er auf Weltreise möchte. Und ab da an müsste ich noch ein Jahr warten bis er wieder zurück käme, denn er möchte aus finanzieller Sicht her das Geld zum hin und her fliegen nicht ausgeben. Also auch an Weihnachten oder anderen Tagen wäre er nicht hier. Und auch würde ein Jahr lang nicht reichen um alles zu sehen, also würde er zukünftig vermutlich nochmals nach Amerika um einen Roadtrip auf längere Zeit zu bestreiten. Z.b. ein halbes Jahr.
Ich hingegen werde mich Arbeitstechnisch hier festigen. Ich werde allein auf ihn warten müssen, denn wirklich Freunde mit denen ich regelmäßig etwas mache habe ich auch nicht. Die meisten wohnen unfassbar weit weg.
Ich weiß, ich sollte mich vermutlich nicht so von ihm abhängig machen und meine eigenen Ziele verfolgen. Für mich ist aber eine funktionierende Beziehung so wie auch die Gründung einer Familie ein Thema. Es gibt Ziele da bin ich einfach von meinem Partner abhängig.
Ich lese mir unfassbar viele Berichte durch wie andere Paare diese Zeit durchstanden haben, aber das halte ich alles für machbar wenn man der Typ Mensch dafür ist. ich weigere mich allerdings es als "Erfahrung" anzunehmen die einen "weiter in der Beziehung" bringen würde. Vielleicht bin ich da einfach ein bisschen eingeschränkt was die Offenheit bezüglich des Themas betrifft. Es ist keine Erfahrung die ich machen möchte sondern eine zu der ich mehr oder weniger gezwungen werde. Ich habe kein Mitspracherecht und muss Dinge aushalten, wo ich schon immer wusste dass das mit mir nichts wird. Somit habe ich auch in der Vergangenheit mich gegen Beziehungen entschieden, die andere Wege im Leben einschlagen wollen als ich. Und trotzdem sitze ich jetzt hier und Frage mich ob ich es nicht beenden sollte.
Ich liebe ihn und er soll das machen was er für richtig hält, aber es tut weh dass der gegenüber wohl keine Ziele mit einem geplant hat oder diese nicht wichtig genug sind. Das ein Jahr Ausland wichtiger sind als die gemeinsame Zukunft.
So sitze ich jetzt hier und weiß nicht ob ich es nicht "einfach" beenden sollte. Ich fühle mich niedergeschlagen und die Hoffnung stirbt immer mehr.
Es gibt keine Sicht in meinen Augen aus denen ich mir die Situation schön reden könnte. Ich kann nicht im "Jetzt" leben wenn ich weiß dass da in Zukunft ein großer Haufen enttäuschung auf mich warten wird.
Privates zu mir -> ich bin sehr anfällig für Depression und habe schon seit meiner Jugend ein Problem damit. Also leider ist mein Gehirn sehr auf pessimistisches und Ängstlich-vermeidendes verhalten ausgelegt. Ich war diesbezüglich auch schon in Therapie, wo die zu Verfügung stehenden Stunden, welche von der Krankenkasse bezahlt werden, alle ausgenutzt wurden. Dementsprechend muss ich 2 Jahre warten bis ich die nächste Behandlung wieder antreten darf - wenn ich dann überhaupt noch einen Platz bekomme.
Daher bitte ich inständig um respektvolle Nachrichten. Ich habe Beiträge gelesen wo ich mich wirklich gefragt habe wie man so überhaupt mit einer anderen Person sprechen kann. also bitte ich um einen höflichen Austausch.
Wie gehe ich also damit um? Ich weiß, nur ich kann diese Entscheidung treffen. Er möchte mit mir zusammen bleiben und er sagt mir ich sei die beste Beziehung die er hatte und die er sich auch nur vorstellen kann. Und das kann ich nur erwidern!
Doch die jetzige Entwicklung macht mit Angst und er ist mir auch nicht bereit mir in einer Form Sicherheit zu bieten oder Kompromisse einzugehen. Zu telefonieren ist für mich auch kein Kompromiss, sondern eine Voraussetzung. Das mindeste vom mindesten.
Ich bin mir selbst nicht so ganz sicher was ich hier für Nachrichten erwarten möchte. Vielleicht gibt es hier noch Ideen die ich nicht bedacht habe? Oder Bücher? Oder Kolumnen in denen das Thema aufgearbeitet wird? Wie lerne ich anders damit umzugehen?
Ich habe das Gefühl die Beziehung wird daran scheitern.