Auch wenn es noch einmal sehr theoretisch herüberkommt. Es geht beim beschriebenen Verhalten von Linus Frau um Micro-Manangement. Etwas, was wir in der Arbeitswelt mittlerweile klar als schlechtes und z.T. mobbendes Verhalten klassifiziert haben.
Am Arbeitsplatz finden wir es seltsam bis übergriffig, wenn unsere Aufgabenerledigung ständig überwacht wird, jemand hinter uns steht, in die Tastatur greift oder Aufgaben an sich zieht, weil es "sonst ja eh nix wird". Wenn dieser micro-managende dazu noch jemand aus dem Team und der aus der gleichen Hierarchieebene kommt, wird es doppelt ärgerlich und unverständlich. Wir fragen uns dann, was das soll und was der oder sie sich eigentlich einbildet. Geht dieser Kollege/diese Kollege dann noch in die Mittagspause und verbreitet bei anderen in der Firma, dass er/sie alles alleine machen muss, weil die Kollegen eh nichts taugen und sowieso alles falsch machen, dann wäre man beim Betriebsrat.
Das Gleiche machen manche Menschen auch privat. Sie ziehen Aufgaben unabgesprochen an sich, weil sie der Ansicht sind, dass nur sie die Aufgabe richtig erledigen können. das machen sie erst mit sich selbst aus und lächeln oft die anderen an: "Mach ich gerne

" Tatsächlich aber entsteht in diesen Menschen oft der Glaubenssatz:"Ich allein habe hier den Überblick! Nur ich weiß, wie es laufen muss." Was sie damit gleichzeitig sagen ist:"Der Partner ist unfähig, kann das einfach nicht! Der ist einfach zu blö*". In der familiären Umgebung der Micro-Manager wird oft nicht rebelliert, sondern sich zurückgezogen."Ich kann ihr eh nichts recht machen. Wie ich es mache, ist es falsch. Sie meckert ja sowieso."
Schließlich ziehen sich die anderen von Aufgaben resigniert zurück. Der Micro-Manager wacht dann kurz auf und stellt fest:"Die lassen mich mit dem ganzen Mist alleine. Hab ich ja gewusst, nur ich interessiere mich dafür, dass alles läuft! Die anderen sind eben genauso unfähig und unwillig, wie ich sie immer gesehen habe! Ich hatte immer Recht!" - Dabei blenden sie aktiv aus, dass die anderen weiter Aufgaben übernehmen und erfolgreich dabei sind.
An dieser Stelle der Diskussion scheint Linus jetzt mit seiner Frau zu stehen. Da geht es nicht mehr darum was wie stimmt. Da steht ihr Glaubenssatz und der bewirkt, dass sie nur noch vorgibt, Linus nicht mehr sieht und vor allem nicht mehr verhandeln will.