Zitat von Baumo: Residenzmodell bedeutet dass der Vater ein und ausgehen kann im Haus und zwar oft und viel und praktisch da fast mitlebt.
Das ist, mit Verlaub, Blödsinn. Schlichtes googeln könnte helfen.
Zitat von Linus2021: Jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas überrascht: Residenzmodell ist, wo ich raus und rein kann ins Haus wie ich mag?
Nein, natürlich nicht! Dir rate ich nicht zu Google, sondern zu einem Fachanwalt für Familienrecht.
Zitat von Baumo: Also bei allen die ich kenne die das so gemacht haben da haben die neuen Männer die Kinder grossgezogen und die Väter wurden im besten Fall Kumpels = wenn die kids klein waren und Babysitter für Frau und neuen.
So unterschiedlich ist das. Du kennst nur solche Leute, ich keinen einzigen. Natürlich, grade wenn ein neuer Partner mit im Haushalt lebt, wird er einen Teil der Erziehung übernehmen (und vermutlich irgendwann "Du hast mir gar nix zu sagen, Du bist nicht mein Vater!" zu hören bekommen, wenn die Mutter nicht mitzieht). Aber ich kenne keinen einzigen Vater, der nach der Scheidung außen vor geblieben und seine Vaterrolle nicht mehr einnehmen konnte. Okay, vermutlich sind die Mütter und Väter in meinem Umfeld auch vernunftbegabt, nicht bösartig und wollen das Beste für ihre Kinder...
Linus, langsam bekomme ich ein Gespür dafür, wie Deine Frau sich gefühlt hat, weil Du sie "überhört" hast. Hier überliest Du halt; z. B. die mehrfache Frage, wie alt Deine Frau ist.
Das Alter kann nämlich sehr wohl eine Rolle spielen; egal, wie groß die Liebe (gewesen) sein mag. Du bist, wenn Deine Angaben im Profil stimmen, recht spät Vater geworden. Ist Deine Frau eine ähnlich späte Mutter oder ist sie deutlich jünger als Du?
Späte Mütter sind meiner Erfahrung nach oft so glücklich, weil es doch noch mit Nachwuchs geklappt hat (Frauen haben da bekanntermaßen ein engeres Zeitfenster als Männer), dass sie ihre Karrierewünsche oft hinten an stellen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie ihre Karriere oft bereits gemacht und ein berufliches Standing haben. Kann es sein, dass Deine Frau sehr viel jünger ist und auch deshalb ihre Berufspläne (mit vollem Recht! Das spreche ich auch älteren Müttern nicht ab) voran treibt?
Männer und Frauen sind gleichermaßen davon betroffen, dass sie kinderlos keine Ahnung haben, was wirklich auf sie zukommt, wenn Nachwuchs eintrifft. Theoretisch ist das alles kein Problem, praktisch aber oft genug eben doch. Das Paarleben verändert sich deutlich - nicht unbedingt nur negativ, aber es wird anders. Wenn da beide nicht an einem Strang ziehen und im Blick behalten, dass sie sowohl Eltern als auch ein Liebespaar bleiben wollen, dann wird das schwierig.
Genau das ist bei Euch eingetreten. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, wer nun mehr oder weniger Schuld daran hat. Es ist, wie es ist und jede/r darf seine/ihre Ehe beenden.
Wichtig ist, dass Ihr trotz eigener Verletzungen (und die wird es bei Euch beiden geben!) das Wohl der Kinder im Auge behaltet. Das könnt Ihr nur zusammen leisten.