Ein Betrug und insbesondere der Verrat der durch eine Affäre
zusätzlich am betrogenen Partner entsteht, macht was mit einem. Denn wenn der Betrogene erst einmal
realisiert (meist nach überwinden der Schockstarre) , das hier nicht nur ein einmaliger sexueller Akt, sondern
parallel zu ihm/ihr auch gleich noch eine ganze
Beziehung stattgefunden hat, ist das nicht selten der Startschuss für die eigene (äußerst schmerzliche) Persönlichkeitsveränderung des Betrogenen. Diese intensiviert sich zunehmend, wenn der Betrüger im Rahmen der Aufarbeitung nichts anderes beizutragen hat, ausser sich permanent zu entschuldigen und seine ganze Körpersprache augenscheinlich dem eines Opfers entspricht. Ist eine solche Haltung erst einmal konditioniert und wird nicht zeitnah (am besten sofort) unterbrochen, etabliert sich über kurz oder lang eine (Paar)Dynamik, bei der der Betrüger die Gespräche immer nur "aushält" und der Betrogene immer nur "durchhält".
Während der Betrüger es also vorzieht sich auf seinen "Schuld und Schamgefühlen" weitestgehend auszuruhen und nur das Nötigste und nur nach Aufforderung tut, missachtet und verdrängt der Betrogene seine eigenen und verausgabt sich praktisch im Alleingang darin, dem Betrüger "verzeihen" zu wollen, weil er den Betrüger (tatsächlich und nun auch selbst) für zu "schwach" hält und dadurch dem (innerlichen) Irrglauben verfällt, dass nur auf diese Weise die Beziehung wiederhergestellt und gerettet werden kann!
Wie groß allerdings der Vertrauensverlust und die Angst (unterschwellig!), insbesondere in den eigenen echten Willen und die Fähigkeiten des Betrügers tatsächlich sind, zeigt spätestens dann, wenn der Betrogene zwar tatkräftig die Ärmel hochkrempelt, dabei aber äußerst heimlich und mit viel Bedacht dazu übergeht, den (Tonnen schweren) Karren aus dem Dreck zu heben. Schließlich weiß und sollte (erstmal) niemanden wissen, das der Karren im Dreck badet. Zu groß ist die Gefahr, dass sich nicht nur der Betrüger unangenehmen Fragen stellen müsste und daraus nur weitere (belastende) Probleme entstehen könnten…Zum Beispiel wie hier :
Zitat von Lima_: Meine Familie mochte ihn sehr aber hätten sich für mich jemanden gewünscht der genauso religiös erzogen wurde. Seine Familie mag mich, aber sein Vater wollte das er mit mir Schluss macht weil sie eben überzeugte Atheisten sind. Da hat er sich aber nicht reinreden lassen genauso wie ich. (Ich weiß jetzt gar nicht ob das wichtig ist für die Leser)
Zitat von Lima_: Ja keiner davon weiß es.Ich war mir nicht sicher ob meine Familie das verzeihen könnte und für den Fall das wir es schaffen wollte ich keinen Rückschritt riskieren.Ich hab so viel gelesen davon das es Fälle gab in denen beide auf einem sehr guten Weg waren und nur ein Telefonat mit der Mutter hat alle Fortschritte die sie als Paar gemacht hatten zunichte gemacht.Ich wollte ihm wenn dann eine echte Chance geben und hab mir professionelle Unterstützung gesucht.Sollte ich mich trennen werde ich aber definitiv meine Familie mit einschalten
Spoiler... Es kann mitunter Jahre dauern, bis der Betrogene erkennt (oder sich selbst eingestehen kann), dass es gar nicht
seine Aufgabe ist etwas zu verzeihen und man darüber hinaus auch niemanden verzeihen kann, der nicht (
gefühlt) um Entschuldigung bittet!
Bis dahin rennt er/sie bei 30° im Schatten mit Winterjacke rum und erzählt lieber das er/sie erkältet ist, damit niemand auf die Idee kommt ihm die Jacke abzunehmen und dann die Flecken auf dem Sommerkleid darunter entdecken könnte. Denn so ein Karren der tief in der Sch...steckt hinterlässt nun einmal spuren, wenn man ihn so richtig anfasst!
Zitat von Lima_: Sollte ich mich trennen werde ich aber definitiv meine Familie mit einschalten
Ja, weil du dich dann für das wofür du dich dann trösten lassen kannst, nicht (mehr) stellvertretend schämen musst
