So-What
Mitglied
- Beiträge:
- 2977
- Danke erhalten:
- 9205
- Mitglied seit:
Ok, verstehe. Vielleicht bin ich da anders gestrickt. Ich bin war zwar der besser wirtschaftlich aufgestellte Teil, aber auch die Mutter. Bei der Trennung haben wir auf das meiste gegenseitig verzichtet. Nur Haus und Unterhalt fürs Kind wurde berechnet und ausgeglichen. Für mein Kind war es übrigens kein Thema, wo es die meiste Zeit wohnt. Der hat nicht mal überlegt. Sowas hat auch Gründe.
(Übrigens überprüfe ich das Gehalt meines Ex nicht regelmäßig. Er zahlt pünktlich, hängt in einer Spalte, die uns der Scheidungsanwalt vor sechs Jahren gezeigt hat, und gut ist. Ansonsten verlange ich auch keinen Cent extra für Sonderkram. Was er bereit ist zu leisten, soll er machen, wenn nicht komme ich klar.)
Wegen wirtschaftlicher Gründe wäre ich nicht geblieben. Ich hab ja auch versucht das Ding zu retten, aber nur aus zwei Gründen: aus Gefühlen meinerseits und für das Kind. Ich wollte ihm das natürlich ersparen, oder zumindest am Ende zu mir selbst sagen können, ich habe es wirklich probiert. Und wenn das Haus dann hätte verkauft werden müssen, dann wärs halt so. Ich hänge nicht so sehr an materiellen Dingen. Wenn ich es getan hätte, hätte ich sogar noch ein sorgenfreieres Leben, in mehrerer Hinsicht. So habe ich Schulden, meinen Ex noch ausbezahlt, der jetzt trotz Unterhalt ganz gut leben kann mit seiner neuen Freundin. Man hat nicht den Eindruck als müsse er sparen.
Aus wirtschaftlichen Gründen wäre ich nicht geblieben. Ich bin nun ein anderer Mensch, freier, entspannter, erleichterter, glücklicher. Im Nachhinein klar festzustellen, dass auch das viel besser für mein Kind ist, als eine dauer-angespannte Mutter, die ich teilweise nach der Affäre war und später eher resigniert, weil alles im alten Sumpf hängen blieb.
Natürlich habe ich auch den Vorteil, dass ich selbst ein sehr gutes Einkommen habe, schon immer hatte, und nie finanziell abhängig war. Auch wenn ich ein Jahr zuhause war nach der Geburt des Kindes. Und mich viele verurteilt haben, weil ein einjähriges Kind in die Betreuung „muss“. Auch das würde ich nicht anders machen. Und zu allem habe ich auch noch Eltern in der Nähe, die heute finanziell auch sorgenfrei leben und immer Zeit für ihren Enkel hatten.
Ich würde aber auch nie anders leben wollen, so dass man sich natürlich unterstützt, aber ich auch ohne den anderen klarkäme. Das gilt auch für die Großeltern. Ich habe alles so aufgestellt, dass sie Zusatz sind, nicht fest eingebunden.
Hier in diesem Thema gibt es keine Ehe und keine Kinder. Ich würde niemand heiraten wollen, wenn er mich schon vorher besch@ißt. Ohne Vertrauen in die Ehe…ich weiß nicht. Wenn das alles seinen Weg geht, mit den Finanzen, einem größeren Zuhause, vielleicht einer Immobilie und dann Kinder, werden die Probleme von Haus aus noch größer, das Konfliktpotenzial wächst exponentiell. Da würde ich erst mal lieber noch ein paar Frösche küssen und das Leben genießen.
