Lima_
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Ich persönlich würde niemals bewusst eine Affäre eingehen. Ich weiß was Männer einem alles versprechen können in der Zeit. Und am Ende sitzen da drei mit Herzschmerzen. Und für meinen Freund war es EIGENTLICH ebenso klar.
Also zu meiner Geschichte:
Wir haben uns vor 8 Jahren im Studium kennengelernt und nach nur einen Monat hat er mich gefragt ob ich mit ihm zusammen sein möchte. Einen weiteren Monat später hat er mir seine Liebe gestanden. 8 Jahre lang haben wir uns beide gegenseitig unterstützt in jeder Lebensphase. Meine Familie mochte ihn sehr aber hätten sich für mich jemanden gewünscht der genauso religiös erzogen wurde. Seine Familie mag mich, aber sein Vater wollte das er mit mir Schluss macht weil sie eben überzeugte Atheisten sind. Da hat er sich aber nicht reinreden lassen genauso wie ich.
(Ich weiß jetzt gar nicht ob das wichtig ist für die Leser🤭)
Mein Freund kam Anfang Januar mitten in der Nacht zu mir um zu gestehen das er mich betrogen hat.
Er wollte es mir selbst sagen weil seine Affäre ihren Mann verlassen und mit meinem Freund zusammenkommen wollte. Und weil mein Freund sich nicht gegen mich entscheiden wollte erpresste sie ihn mich über Insta ausfindig zu machen und es mir selbst mitzuteilen.
Es mir selbst zu sagen sah er also als einzige minimale Chance mich vielleicht doch nicht zu verlieren. Er ist Ende 20 und hat im Aug letzten Jahres erst angefangen zu arbeiten nach einem langjährigen Studium.
Auf der neuen Arbeit hat er eine Kollegin während eines Betriebsausfluges kennengelernt, die ihn vom ersten Moment an anhimmelte. Er sagte es war wie in einem Film total surreal.
Während den Autofahrten (er bietet sich immer gerne selbst an alle im Auto zu fahren) habe sie ihn über mich ausgehört und sich später das ihrige rausgepickt und es vom Kontext befreit gegen mich verwendet - also sie hat ihn manipuliert.
Er sagt er hat das erst später verstanden.
Sie gestand ihm eines Tages ihre Gefühle und wollte mehr von ihm und das obwohl sie wusste das am Ende der Geschichte einer Frau das Herz gebrochen werden würde.
Er sagte erstmal Nein zu ihr mit der Begründung das er vergeben ist.
Zu mir sagte er später er fühlte etwas durch ihr Geständnis und hat ihr nach einigen Wochen doch einem unverbindlichen Kennenlernen im Café zugestimmt. Und so kam eins nach dem anderen.
Er hat nie nach einer anderen Frau gesucht und dennoch ist er mir nicht treu geblieben.
Das ganze hat mich so aus dem Leben gerissen das ich wochenlang nicht richtig essen konnte.
Während seinem Geständnis habe ich mich so leer gefühlt ich konnte nicht einmal weinen. Ich hab immer wieder nur gedacht wann kommt das Kamerateam um die Ecke und teilt uns mit das wir eine Millionen gewonnen haben?
Ich hatte vom Verstand her gewusst dass es jetzt auf eine Trennung hinaus laufen muss, aber anders als früher immer gedacht habe ich mich dadurch von meinem Gefühl leiten lassen. Und so kamen erstmal viele Aussprachen.
Er ist seit dem Geständnis jeden Tag zwischen seiner Arbeit und mir gependelt was für ihn eine zusätzliche Fahrtzeit von 2 Stunden/ Tag bedeutete.
Er hat sie auf allen Social Media Kanälen blockiert und auch auf der Arbeit sich nicht mehr auf ein privates Gespräch eingelassen, was auch etwas war das ich forderte also zu sehen das er jetzt seine Grenzen zieht. Die Affäre hatte ihn über eine andere Handynummer gebeten ihre Nummer wieder zu entblocken und mir anschließend vorgeworfen ich wäre die Böse weil ich ihn kontrollieren würde. Überraschenderweise hat diese Frau von sich selbst behauptet nichts falsches getan zu haben. (Ich kann nicht mehr)
Zum Glück hat er hier seine Grenzen klar gemacht und ihr gesagt das er alles tut um mich nicht zu verlieren.
Er hat mir versprochen das würde nie wieder passieren, aber irgendwie kann ich nicht davon wegkommen, dass genau das unsere Grundlage für alles war. Also dass eben genau so etwas nicht passieren wird.
Also hab ich ihm zusätzlich als Aufgabe gegeben über das alles zu reflektieren aber bis heute über 3 Monate danach kann er es mir nicht genau erklären. Es wirkt wie ein großes unwirkliches Rätsel. Ich hab da meine Theorie, aber genug erklären, finde ich, tut es das nicht.
An Liebe fehlt es uns nicht.
Wir hatten keinen Streit oder ähnliches im Nachhinein finde ich gab es ein paar Unstimmigkeiten, aber ich finde er hat mir nicht deutlich gesagt das ihn etwas stört. Darunter waren unter anderem auch Dinge wie Erledigungen im Haushalt und fehlende Wertschätzung auf beiden Seiten, aber so etwas ist ja noch lange nicht Grund genug. Dazu kommt auch noch das wir eine sehr stressige Phase hatten weil er sich sehr viel um seinen betagten Vater kümmern musste und wir uns so unsere gemeinsame Wochenenden um diese Aufgaben herum legen mussten. Und er stand in der Familie auch ziemlich alleine da mit all den Aufgaben für seinen Vater. Und obwohl ich ihm geholfen hatte bei alldem hätte er sich noch mehr Hilfe gewünscht und gebraucht.
Wenn ein Satz in den letzten Monaten am meisten gefallen ist, dann das er nur noch für andere lebt.
Unter der Woche lebte er in seiner Zweitwohnung die nur 5 Minuten zu seiner Arbeit entfernt liegt. Damals bei seinem Einzug gab er mir auch direkt einen eigenen Schlüssel, aber weil für mich die Fahrzeiten mit dem Zug ungünstig waren und wir uns eh am Wochenende wieder sahen, konnte man es an einer Hand abzählen wie oft ich bei ihm war in den 5 Monaten. Ich versuchte mich auf meine selbstständige Tätigkeit zu konzentrieren und die Zeit nicht verstreichen zu lassen.
Ein bisschen bin ich traurig und fühle mich schlecht deswegen, weil wer weiß ob alles so ausgegangen wäre, wenn ich öfters da gewesen wäre. Aber andererseits hätte er fragen können ob ich zu ihm komme.
Das ganze verstößt so sehr gegen unsere gemeinsamen Wertvorstellungen. Keiner von uns hätte ihm das zugetraut.h
Wenn ich ihn frage warum er sich für mich entschieden hat sagt er weil ich ihm Sicherheit und Selbstvertrauen und Nähe und Fürsorge gebe.
Ich muss sagen ich hätte mir mehr romantischere Gründe vorgestellt wie "ich will nicht ohne dich leben" oder sowas wie "ich weiß das du die richtige bist für mich". Er hat auch mal gesagt er kann nicht ohne mich leben aber das war in einem anderen Kontext.
Aber wenn er doch weiß er kann nicht ohne mich warum hat er es riskiert mich zu verlieren? Also ich meine schon mit dem ersten Cafébesuch?
Er weiß doch nicht erst seit dem Tag was er an mir hat er wusste es schon auch früher.
Gibt es jemanden der eine Affäre verziehen hat und es bis heute nicht bereut hat? Gibt es jemanden der daran gewachsen ist und heute eine glücklichere, stärkere Beziehung führt mit dem selben Menschen?