Blind-Meg
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Zitat von Lima_:Habt ihr Ideen wie man wieder mehr Unsicherheit reinbringen kann?
Ich denke nicht, dass es hilfreich ist, jetzt absichtlich Unsicherheit reinzubringen.
Vielmehr sollten sich beide unabhängig voneinander bewusst sein, dass Beziehungen endlich sind und es nicht als existenziell bedrohliches Szenario denken, den anderen zu verlieren. Es würde sehr weh tun, ja, aber man würde es überleben und eines Tages auch wieder glücklich werden.
Das führt dann im täglich gelebten Leben in der Regel dazu, bewusster zusammen zu sein. Dann ist der Partner nicht einfach "da" weil das nunmal so ist (oder weil man geheiratet hat oder zusammen wohnt oder finanziell verstrickt ist), sondern weil er da sein will. Und wenn beide beim Partner bleiben wollen und jeweils auch wollen, dass der andere bleiben will, tut man automatisch mehr für die Beziehung, lebt sie bewusster, geht anders miteinander um.
Für mich ist das aber etwas, das im Kopf passiert, als Haltung, und sich nicht manifestiert in "Ich fahre mal alleine in den Urlaub, damit er sich nicht zu sicher ist". Denn alleine in Urlaub fahren könnte man auch in ausgeprägter emotionaler Abhängigkeit, dann tut man halt nur als als wäre man unabhängig.
Ich sehe diese Sicherheitsfalle, in die so viele Paare tapsen, eher darin, dass so viele den vorgezeichneten Lebenslauf anstreben: Partner finden, heiraten, Häuschen, 2 Kinder, 2 Autos, 1 davon ein SUV und Hund und Hamster. Ich bezweifle, dass wirklich so viele genau das wirklich wollen (würdem die das auch, wenn kaum einer so leben würde? Ich denke nicht...), sondern das ist eben das ultimative Statussymbol des Lebens; wer so lebt, hat "es geschafft". Für viele also ein attraktives Ziel. Nur ist man mit dem Aufbau dieses Lebens über so viele Jahre derart beschäftigt und abgelenkt, dass man darüber keine Ressourcen mehr frei hat, seine Beziehung bewusst zu gestalten und nimmt auch irgendwie gar nicht aktiv am Leben teil, sondern folgt wie ein Zombie dem auserkorenen Weg, mit dem Kopf immer nur in der Zukunft und nie in der Gegenwart (die ohnehin viel zu anstrengend ist), ohne sich zu fragen, ob das jetzt wirklich das ist, was man wirklich will und ob man damit glücklich ist.