53

Erfahrungsaustausch und mit welcher Hilfe weiterkommen

D
Zitat von merretich:
Hier wäre zB auch noch wichtig, wie das formuliert wird. Wird es als Bitte mit einer Entschuldigung (sorry, ich hab da einen Termin vergessen, da... wäre es für Dich eventuell okay, dass...?) und Begründung formuliert, oder wird einfach eine neue Zeit diktiert, ohne nachzufragen, was der andere denkt und will nach ...

Meine Ex hat diese Spielchen sehr früh mit mir durchgeführt, ich erinnere mich an einen Sonntag, wo wir uns um 13 Uhr treffen wollten, das war schon super spontan, wir verabredeten uns erst am selben Tag um 10 Uhr und plötzlich fragte sie ob es auch früher geht. Ich schlug 12.30 Uhr vor. Und dann trafen wir uns, da kam damals bereits so ein Vorwurf, von wegen "ich meinte mit früher .... richtig früher....also spontan bist du schon mal nicht".

Grundlos!

Natürlich bin ich spontan, wenn ich um 10 Uhr sage, dass ich um 13 Uhr bei ihr bin. Und schon damals erste Tests, wie stark sie meine Grenzen von links nach rechts schieben kann und ich hab den Fehler bei mir gesucht, statt das zu erkennen, mir die Frage gestellt, bin ich wirklich zu steif und unspontan? Nein bin ich nicht, ich hätte diesen Sonntag auch komplett verplant sein können und dann wäre es halt so gewesen.

Heute würde mir das nicht mehr passieren, wäre die Situation heute der Fall, würde ich vermutlich sagen: 13 Uhr oder wir lassen es bleiben.

Aus der "Not" heraus oder der Bedürftigkeit würde ich das nie wieder machen, da ich mir denke, wenn du das Spiel grundlos anfängst, wirst du verlieren. Und so war es bei mir auch.


Auch bei mir folgten diese On Off Phasen und in einer weiteren On Phase dasselbe Spiel wieder, auch wieder ein Sonntag, auch wieder spontan treffen, und die Uhrzeit herumschieben, obwohl man sich längst geeinigt hat.

#31


M
Zitat von Der_Raujus:
Meine Ex hat diese Spielchen sehr früh mit mir durchgeführt, ich erinnere mich an einen Sonntag, wo wir uns um 13 Uhr treffen wollten, das war schon super spontan, wir verabredeten uns erst am selben Tag um 10 Uhr und plötzlich fragte sie ob es auch früher geht. Ich schlug 12.30 Uhr vor. Und dann trafen wir uns, ...

Ich denke es kommt halt immer darauf an, wen man vor sich hat.
An dieser Stelle hätte mich nicht der Versuch, das Treffen zu verschieben, irritiert,
Sondern der Vorwurf: "Also spontan bist DU nicht..." hätte mich sehr hellhörig gemacht.
Das hätte ich als Versuch gewertet, mich über eine Abwertung in ihrem Sinne gefügig zu machen,
anstatt sich zu bedanken, dass der andere mir entgegenkommt mit meiner Bitte.

Andererseits finde ich zu sagen: "13 Uhr oder garnicht" ebenfalls dominant. Denn hier soll das
Gegenüber ebenfalls meinem Willen unterworfen werden.
Und das meinte ich in meinem ursprünglichen Post damit, man muss aufpassen, dass man nicht
selber toxisch wird und die Regeln des Gegenübers adaptiert. Weil dann wird es wirklich ein
(sehr unerfreuliches) Machtspiel, was kaum eine Liebe überlebt. Weil es eskaliert wenn jeder noch
eins draufsetzt.

Ich habe mir in solchen Situationen- auch im beruflichen Kontext- angewöhnt, einfach zu
konfrontieren: zB: Ich habe für Dich das Treffen vor verlegt. Ich finde das war sehr nett von mir.
Wie wäre es mit einem Danke statt einem Vorwurf?!
Das ist fair. Damit hält man sein Spielfeld sauber. Und das Gegenüber weiss trotzdem sehr
genau, dass es nicht Schlitten fahren kann mit einem. Und dann kann man sehen, wie es
weitergeht und welche Reaktionen es gibt 😜

#32


E
Ich habe noch mal darüber nachgedacht, also besonders wieso nach der Zeit mit "die Person", also "sie" noch immer triggert.
Ich denke, ich projeziere es lediglich auf diese Person, in Wahrheit ist es eher die Situation, die mich triggert. Eine Wunde, eine ungelöste Geschichte aus meiner Vergangenheit, vermutlich meiner Kindheit.


"Sie" trat in mein Leben, als ich besonders "einsam" war damals, besonders bedürftig und diese Lücke füllte sie. Plötzlich hatte ich jemanden, mit dem ich fix meine Wochenenden planen und verbringen konnte, die ich vorher alleine verbracht habe, meistens totgeschlagen oder mit viel viel Sport gefüllt habe aber nicht mit Entspannung, oder auch Reflektion und Nachdenken oder ..... mit einfachen gesellschaftlichen Kontakten. Das liegt auch daran, dass ich recht wenige Freunde hatte, mittlerweile habe ich zwei drei Freundschaften aufgebaut, die ich regelmäßig pflege und niemals mehr vernachlässigen würde zugunsten einer Frau. Nicht aus Egoismus, sondern für mich, weil es gesund ist, .... habe ich erst spät verstanden, ich habe mich immer fokussiert auf eine einzige Person. War sie weg, war ich einsam. Und "sie" hat mich komplett isoliert, später war sie weg und ich isoliert. Ob sie das aus (zb narzisstischen) Gründen kalkuliert gemacht hat, weiß ich nicht, es ist auch egal, im Resultat war ich allein.

Nach der letzten On Phase 2024 im Dezember, die in ein Off führte, fühlte ich mich nicht mehr so extrem einsam, ich hatte auch ein paar Möglichkeiten für mich entdeckt, unverbindliche neue Leute kennenzulernen, zb über Meet5.

Was mich aktuell akut nervt ist dieses Gedankenkreisen, ich falle zurück in ein altes Muster des "Vermissens" und der "inneren Leere", obwohl ich jetzt soziale Kontakte habe, mit denen ich auch über solche Dinge reden kann. Aber meine Wunde ist irgendwie noch aktiv.

Ich versuche mir nach und nach klar zu machen, dass ich das Muster unterbrechen muss, "sie" zu idealisieren, weil nichts ideal war. Es ist eher etwas, was ich glaube, innerlich in mir selbst lösen zu müssen.

x 1 #33