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Erfahrungsaustausch und mit welcher Hilfe weiterkommen

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Erik5
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Guten Abend,

es wird jetzt ein wenig länger werden, ich muss etwas ausholen.

Ich bin 45 Jahre alt, bin in einem fast überbehütetem Elternhaus aufgewachsen. Wenig liebevoll, sondern sehr leistungsorientiert. Sehr umsorgt, aber nicht "liebevoll" sondern eher wie im Krankenhaus man eben versorgt wird, Essen, Mahlzeiten, sehr gesund, Kontrolle, viel Kontrolle, vorrangig durch meine Mutter. Meine Schwester und ich traf dasselbe Schicksal. Meine Schwester hat die Kurve ein wenig besser bekommen als ich, sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und führt seit fast 20 Jahren eine erfolgreiche Ehe, natürlich mit Auf und Ab wie man es eben immer hat.

Ich nicht. Ich habe in der Universität um die Ecke studiert, bin bei einer Bank gelandet, habe dort mittelmäßige Karriere gemacht, bin weit unter meinen Möglichkeiten geblieben, weil vorrangig meine Mutter uns, meiner Schwester und mir die böse Welt da draußen so furcheinflößend erklärt haben, dass wir beide immer gescheut haben, unser Potentiel weltweit auszuschöpfen. Ich habe meiner Ansicht nach dennoch das Beste draus gemacht, verdiene gut und bin solide aufgestellt.

Mit den Frauen hat es bei mir nie wirklich gut geklappt. Ich habe Bindungsangst. Meine Mutter war ein Kontrollfreak, klammerte. Ich habe jede Frau so erlebt, auch wenn sie nicht so war, daher habe ich vielfach Beziehungen beendet, habe einige auf Distanz gut führen können, sogar 4 Jahre und 3 Jahre, sogar mal mit einer Frau für ein halbes Jahr zusammen gewohnt. Heute frage ich mich, wie ich das geschafft habe.

Ich habe mich immer gut abgelenkt, mit viel viel Sport, habe eine gute Gesundheit, sehe nach allgemeinem Feedback passabel aus, habe lange Zeit Leichtathletik auf Leistungsniveau praktiziert, dann stand ich im Bodybuilding auf der Bühne, immer alles perfekt, so wie daheim gelernt, immer mit Leistung Anerkennung und Liebe verdienen, bis man erschöpft ist. So wie ich es daheim kenne.

Wir sind mit wenig Selbstbewusstsein aufgewachsen. Aus der Spirale zu kommen, hat mich viel Arbeit gekostet.

. . . . . und dann kam mein Zusammenbruch. 2024

Ich habe dann 2024 im Januar den Job gewechselt. In einer neuen Bank. Wir arbeiten in einem großen Hochhaus, mehrere Banken sind hier im open Office tätig, viele Mitarbeiter verschiedener Banken kommen ins Gespräch, man will Synergien nutzen.

Und dann kam "Sie". Eine Frau, optisch sicherlich nicht der Typ Model, aber für mich unfassbar hübsch. Interessanterweise fanden meine Kollegen sie überhaupt nicht attraktiv, beschrieben sie eher als rustikal und sogar etwas verbraucht. Das mag sein, mich hat sie komplett in ihren Bann gezogen. Durch ihre Art, und durch ihre Augen.

Ich befand mich damals in einer schwierigen Situation beruflich, ich sollte verschiedene Abteilungen zusammenlegen, es gab viel Ärger. Die Frau arbeitete für eine andere Bank im Sekretariat, nicht für mich, nicht bei meinem Arbeitgeber, aber sie fing auch im Januar an, so wie ich, das verband uns etwas. Wir trafen uns oft, auch während der Arbeitszeit, sprachen mit einander, erkannten dass wir aus dem gleichen Ort stammen und hatten sogleich ein Thema. Wir tauschten Nummern. Ich konnte damals keine "Haken" sehen, oder ich wollte sie nicht sehen, mir fehlte auch Dating Erfahrung, mir fehlte allgemein ein gesundes Gefühl, nie von daheim aus mitgegeben, dann von daheim aus, mütterlicherseits, war ja einfach "ALLES" gefährlich. .

Ich weiß noch, wie wir ein Seminar hatten am Bodensee, mehrere Banken waren dort, wir auch, ich und sie auch. Wir redeten abends dort nach dem Seminar in der Woche stundenlang, es passierte nichts zwischen uns, aber ich war komplett in sie verliebt. Irgendwie fühlte ich mich verstanden, was ich heute weiß, sie griff nahezu jede Schwachstelle, nahezu jede Angst, die ich habe, auf und füllte gezielt diese Lücke. Wie ein Haus, das kurz vorm Zusammenbruch ist, füllte sie jeden Riss mit Füllmasse, so dass das Haus stabil blieb.

Wir trafen uns dann wieder zuhause angekommen Abends öfter und auch an den Wochenenden bei ihr und mir. Es kam zu den ersten Übernachtungen. Ich muss sagen, der Sex war nicht sonderlich gut, weil ich spürte, "hier stimmt etwas nicht", ich konnte kaum schlafen neben ihr, jedenfalls schlief sie super unruhig, meine Wochenenden bestanden größtenteils nur noch daraus, dass wir bei ihr rumhingen, mein Sport und somit mein Ausgleich blieben auf der Strecke. Nach wenigen Wochen mutierte sie von der liebevollen Frau, mit der ich tolle Unterhaltungen führen konnte, zu einer dauerhaft mies gelaunten frustrierten Frau, die mich am liebsten einfach nur rund um die Uhr kontrollieren wollte.

Sie tauchte plötzlich ständig in meinem Büro auf um zu schauen, ob ich mit anderen Frauen in meiner Abteilung spreche, also lediglich spreche. Trafen wir uns am Wochenende, wurde nach nur wenigen Wochen schöner Zeit ständig diskutiert, jede anfänglich schöne Stimmung wurde durch ein einziges Wort im Nu zerbrochen, sie suchte förmlich Streit und rastete regelmäßig in ungekannten Wutanfällen aus.

Im Büro war sie vor anderen Kollegen ein fleißiger Engel, niemals hätte irgendwer auch nur ansatzweise denken können, wie diese Frau sich privat mir gegenüber verhielt. Es wurde nach besagten wenigen Wochen nahezu alles kritisiert. Selbst das Aufdrehen des Wasserhahnes war nicht wie sie es besser konnte. Sie fand meinen Stil Auto zu fahren schlecht, wollte aber auch nicht selber fahren, beleidigte mich am laufenden Band, bei der kleinsten Gegenwehr beendete sie die Beziehung, löschte meine Nummer.


Ich habe übrigens keinen großen langjährigen Freundeskreis, sondern einen sehr sehr kleinen, ein Freund und meine Schwester, auch meinen Schwager. Gegen all diese Personen war "sie" massiv dagegen und wollte auch hier, dass ich isoliert werde und den Kontakt abbreche oder einschränke. Es waren Konkurrenten in ihren Augen.

Das ganze Jahr 2024 war von dieser Beziehung geprägt, es war eine einzige Katastrophe, mich plagten ungekannte psychosomatische Probleme, von Halsschmerzen, die nicht weggehen wollten, bis Rückschmerzen.

Wir hatten drei Off Phasen von einigen Monaten, in denen ich denke, dass sie anderweitig on Tour war, und irgendwie kamen wir drei Mal wieder zusammen und sie beendete mit einem gewaltigen Wutausbruch, meistens aufgrund von unbegründeter Eifersucht oder weil "ich nicht so sei wie ein Mann ihr gegenüber zu sein habe".

Nach der ersten Off Phase hatte ich Erstickungsanfälle vor Einsamkeit. Heute weiß ich, dass es Bindungsangst und eine Kombination aus Verlustangst waren. Nie hatte ich mich so einsam gefühlt, wie seiner Zeit im März 2024. Ein Arbeitskollege rief den Notarzt im Büro, das war mir sehr unangenehm. "Sie" stand noch im Türrahmen und tat besorgt, fragte was los sein. Im Büro übrigens wusste niemand von "uns".

Im Krankenhaus stellte man mich eine Woche auf den Kopf, bis herauskam, dass es stressbedingte Symptome sein könnten.


Natürlich typisch: Dopamin und Effekt einer Dro., kamen wir kurz darauf wieder zusammen, es fühlte sich allerdings von Beginn an unschön an, angespannt. Sie war grundsätzlich schlecht gelaunt. So wie einst meine Mutter. Wir, meine Schwester und ich, mussten als Kinder immer die Stimmung daheim anheben, bei uns war aufgrund von Spannungen zwischen meinen Eltern, die spürbar waren, aber nie ausgesprochen wurden, immer miese Stimmung im Elternhaus. So wie bei meiner Ex (das berühmte gewohnte Muster). Das ganze ging natürlich nicht gut. Mit einem erneuten gewaltigen Wutanfall beendete sie das ganze wieder, ihre Beschimpfungen mir gegenüber wurden immer übler (weil ich nie Grenzen gesetzt habe, das übrigens auch ein Resultat meiner Kindheit).

Das ganze nahm dann 2024 im Herbst einen dritten aber nur sehr kurzen Anlauf, der erneut in einem Wutanfall ihrerseits beendet wurde.

Ich beschäftigte mich bereits in der vorherigen Off Phase intensiv mit Narzissmus, mit toxischen Beziehungen, mit meinem fehlenden Vertrauen, meinen Ängsten, Problemen, wandte mich auch an zwei Therapeuten. Ich habe viele Dinge privat bezahlt, da ich einfach keinen Termin bekam. Ein Therapeut, der mir über meine Krankenkasse empfohlen wurde, half mir leider garnicht weiter. Er sagte, ich hätte mich mit Literatur schon so auseinandergesetzt, da brauche ich ihn nicht.

Ich kenne die Probleme, vielfach weiß ich heute, dass ich versucht habe, "ihr zu gefallen", "ihr alles recht zu machen", die "Stimmung gut zu heben", so wie ich es daheim immer bei meiner Mutter tat als Kind. Ich habe nicht "sie" vermisst, ich habe vermisst geliebt zu werden, ich habe mich an den anfänglich kurzen Momenten aufgehangen, die so unglaublich schön waren, und wollte einfach diese Momente wieder haben und hätte dafür alles getan aus Verzweiflung.

Ich arbeitete wieder viel, wir begegneten uns zum Glück nur noch selten im Büro, da wir umgezogen waren, jedoch ein oder zwei Mal liefen wir uns noch über den Weg und das leider auch heute noch.

Nun haben wir Januar 2026, zwei Jahre später. Das Jahr 2025 war bei mir geprägt davon, soziale Kontakte zu stabilisieren, was mir auch gut gelang. Ich fand jedoch trotz einiger Bemühen keine Freundin, weil mir die Frauen nicht zusagten, weil ich immernoch in einem Vergleich mit "ihr" fest hing. Mehrere Anläufe, einen Therapeuten zu finden, der gesetzlich bezahlt wurde, schlugen fehl. Daher zahlte ich nochmal privat eine Gesprächstherapie, die mich leider auch nicht erhellte.

Ich befand mich übrigens lange Zeit noch im letzten Jahr innerlich in einem Wettbewerb mit "ihr". Gedanklich stellte ich mir vor, sie dated, hat viele Männer um sich zur Wahl und sicher schnell wieder einen Neuen, oder eine Rebound Beziehung. Ich wollte schneller sein. Und wieder war ich im Trauma meiner Kindheit gefangen, Leistungsdruck: Du bist nur gut, wenn du schneller eine neue Partnerin gefunden hast als sie einen Partner. Dass das zum Scheitern verurteilt ist, weiß mein Kopf, aber mein inneres Kind will einfach diesen Wettbewerb, den keiner eröffnet hat, gewinnen.

Und nun schon wieder ein Rückfall, 2 Jahre später. Heute ist Samstag, ich habe mir angewöhnt, ein oder zwei Mal die Woche mit Freunden etwas zu unternehmen, an den Wochenenden lese ich viel, bin mit mir allein. Heute hatte ich das erste Mal seit Wochen wieder diesen heftigen Erstickungsanfall, natürlich ohne Notarzt, weil ich wusste, dass nichts passiert. Es war einfach eklig, nach einigen Minuten war es vorbei, ich schwankte zwischen "ich kann nicht mehr, ich halte diese innere Leere, diese Einsamkeit nicht aus". Später fühlte ich mich wieder befreit, dachte "Genieß das Leben, es ist schön, du hast einen tollen Job, Freiheiten, bist finanziell abgesichert".

Oft überkommt mich der Drang nach Anerkennung, der Drang "gut gefunden zu werden", weshalb ich noch heute exzessiv Sport treibe, insbesondere Bodybuilding, da man nur hier seine Resultate zeigen kann. Ich schwanke dann zwischen "bloß nicht angeben, immer unterm Radar bleiben, so wie als Kind gelernt", und "schaut her wie toll ich bin, bitte liebt mich, gebt mir Anerkennung". Es ist furchtbar, es ist als stünde man dauerhaft unter Strom und Leistungsdruck, so wie ich als Kind.

Nun suche ich einen Therapeuten oder eine Möglichkeit, mit diesen gewonnenen Erkenntnissen zu arbeiten oder weiterzukommen. Es hilft mir nichts, das alles zu wissen, meine bisherigen Ansätze mit Therapeuten halfen mir leider nicht weiter, bis auf dass sie viel Geld gekostet haben.

Hat jemand Tipps zu meiner Situation, kann etwas ergänzen, mir weiterhelfen, ich wäre euch sehr dankbar.

Und danke fürs Lesen. . .

x 9 #1


Usambara
Hallo Erik,
deine Geschichte ist sehr berührend.
Ich habe eine Frage zu deinen bisherigen Therapeuten. War da in der Therapie auch der Körper involviert oder wurde nur über die Vetstandesebene gearbeitet? Gab es Aspekte die sich mit deinem inneren Kind beschäftigt haben?
Beides sind wichtige Pfeiler um wirklich aufzuarbeiten.
Körperorientierte Methoden sind z. B. S. E. ( Somatic expierience) oder EMDR.
Um Streß zu reduzieren helfen Klopfakkupresur ( EFT) und bestimmte Atemtechniken sowie Selbstfürsorge.
Versuche innerlich zur Ruhe zu kommen, schenke dir Momente der Stille in denen du gar nichts tust außer z. B. atmen. Über den Atem kannst du dich gut zentrieren und bei dir bleiben.

x 2 #2


A


Erfahrungsaustausch und mit welcher Hilfe weiterkommen

x 3


Scheol
Was sollten die Therapeuten den machen ? Wegen welchem Bereich ?

Wie groß bist du , was wiegst du ? Wie oft gehst du zum Sport und wie lange ?

Welchen Sport machst du noch ?

Dopamin und Effekt einer Dro. , welche war das ?

Auch immer sehr viel gearbeitet ?

das belesen zum Thema NPS war für die Ex oder für deine Person ?

x 2 #3


E
Zitat von Usambara:
Hallo Erik, deine Geschichte ist sehr berührend. Ich habe eine Frage zu deinen bisherigen Therapeuten. War da in der Therapie auch der Körper involviert oder wurde nur über die Vetstandesebene gearbeitet? Gab es Aspekte die sich mit deinem inneren Kind beschäftigt haben? Beides sind wichtige Pfeiler um wirklich ...


Hi Usambara, danke für deinen Beitrag.
Die Therapien bzw. die Hilfestellungen, die mir geboten wurden oder ich gesucht habe, waren eher dürftig. Ich hatte das Gefühl, mir wird zugehört (Gesprächstherapie) und die ein oder andere Hilfestellung gegeben, in einer Art Hausaufgabe, aber all das war sehr "lasch", also nicht, was nicht Literatur und das was ich vorher bereits an Kenntnissen gesammelt habe, mir bereits an Input geliefert haben.

Die Therapien waren tatsächlich nicht körperorientiert.

Atemtechniken habe ich mit Yoga dann erlernt, aber das war losgelöst von der Therapie.

Die Ansätze von dir sind interessant, ich werde mich darum mal kümmern.

Die Verhaltenstherapie ging tatsächlich zurück in die Kindheit, ins Elternhaus, das innere Kind, .....ich habe das Buch gelesen und bearbeitet, ist mehr oder weniger ja ein Arbeitsbuch. Ich verstehe vieles, gerade was bei mir in der frühen Kindheit passiert ist. Leider kann ich mit meinen Eltern (beide extrem unreflektiert, extrem uneinsichtig, weiterhin der Ansicht, uns alles Beste nur gegeben zu haben, mir u meiner Schwester) darüber überhaupt nicht reden, also auch nicht herausfinden, was damals tatsächlich in Richtung Erziehung so passierte und lief. Aber vieles kann ich mir herleiten.



Was ich heute leider manchmal noch habe.....natürlich nicht tue, da ich sicherheitshalber die Handynr gelöscht habe und mir sogar eine neue Nummer zugelegt habe, "sie" zu kontaktieren. Es gibt Phasen, es gibt Tage, da fühle ich mich so leer, dass ich darüber "nachdenke", ihr zu schreiben, sie anzurufen. Ich würde das nicht tun, selbst dann nicht, wenn ich die Nummer habe.

Ich komme mir vor wie ein stark Dro., der diesem Rückfall standhalten muss. Und wenn ich es dann schaffe, bin ich stolz auf mich, aber ich möchte aus dieser Versuchung oder diesem Gedanken überhaupt heraus, dass ich überhaupt darüber nachdenke.


Ich erwische mich noch immer beim Idealisieren dieser Frau und "ich muss die Situation gut machen"..."ich muss mich entschuldigen". Das ist absoluter Quatsch, ich muss mich nicht entschuldigen.

Ich habe lange auch gedacht, es muss mir egal sein, was sie tut oder was sie für persönliche Probleme h at, aber natürlich fällt es mir einfacher, das ganze unter psychologischen Aspekten zu verstehen (Narzissmus usw) und dann auch einen Haken dran zu machen. Ich bin ein Analyst, ich muss Dinge irgendwie logisch greifen können und noch heute macht es mir Schwierigkeiten diesen Persönlichkeitswandel zu verstehen, da ich mir die Schuld gebe dafür, dass sie ab kürzester Zeit immer nur mies drauf war. Egal was ich auch immer nur tat. Ich erinnere mich in einer der On Phasen an einen Monat, wo ich unfassbar viel getan habe, Geld ausgegeben habe, um ihr Freude zu bereiten, es war nichts recht, es war ständig miese Stimmung. Irgendwann habe ich natürlich aufgegeben und akzeptiert, dass es ein Problem ist, das bei ihr ist und ich nicht lösen kann.

Aber noch heute 2 Jahre später, gibt es Phasen, in denen mich das beschäftigt und das lähmt mich.

x 1 #4


M
Zitat von Erik5:
Guten Abend, es wird jetzt ein wenig länger werden, ich muss etwas ausholen. Ich bin 45 Jahre alt, bin in einem fast überbehütetem Elternhaus aufgewachsen. Wenig liebevoll, sondern sehr leistungsorientiert. Sehr umsorgt, aber nicht "liebevoll" sondern eher wie im Krankenhaus man eben versorgt wird, Essen, ...

Klingt nach Trauma Bonding.
Gesprächstherapie hilft bei Körpersymptomen oft nur sehr bedingt...da wäre Hypnose, Reinkarnationstherapie, oder ähnliches besser, was auch Körper, innere Bilder und Gefühle anspricht statt nur den Verstand.
Familienaufstellungen sind auch ne feine Sache, wenn Du die Ursache in der Ursprungsfamilie vermutest.

Auch solltest Du Dich mit dem Thema Grenzen setzen auseinander setzen. Es gibt gute Literatur dazu (z.B. Boundary boss von teri cole, wenn Du englisch kannst). Man kann das lernen.
Ich bin etwas jünger als Du, komme aus maximal dysfunktionalen Verhältnissen und kann aber für mich
sagen, dass ich heute sehr schnell und sehr gut abgegrenzt bin, wenn jemand oder etwas mir nicht gut tut. Das hat aber Jahrzehnte gedauert. Aber es geht. Dranbleiben. Backlash aushalten und sich dadurch nicht irritieren lassen. Sich selbst immer wieder bei Rückfällen ertappen. Immer schneller handeln. Immer konsequenter und klarer werden. Auch aushalten, eben nicht gemocht oder abgeschossen zu werden, wenn man für sich einsteht oder schlicht Grenzen setzt bei toxischen Personen. Ohne selber toxisch zu werden, ist die Kunst. Da kommt erstmal Widerstand, ob im Job, Familie, in einem selbst oder Partner. Es ist ein langer Weg.

Was Du beschreibst klingt nach total ungesunder Beziehung ohne Diagnosen bedienen zu wollen.
Ich denke diese Erkenntnis wenn Du Deine Muster und Trigger kennst, kannst Du nächstes Mal schneller haben, wenn Du auf eine ähnliche Frau triffst.
Psychisch gesunde Frauen die Deine Grenzen akzeptieren und keine Kontrollsucht haben, empfindest Du vermutlich als langweilig oder sie gehen unter Deinem Radar. Die wären aber vermutlich besser für Dich.

Durch die Gefühle der Einsamkeit, Sehnsucht und Ohnmacht musst Du vermutlich erstmal einfach durch.
Irgendwas ist da aufgebrochen, was gefühlt werden will. Lass das zu anstatt es zu verdrängen. Gefühle gehen ja auch wieder weg. Aber sie zeigen Dir hier an, dass Du hinsehen solltest. Dich entwickeln musst. Eine Krise die von Dir einfordert, aus ungesunden Mustern (sich nicht abgrenzen etc) herauswachsen zu sollen damit es Dir später besser geht.

x 2 #5


D
Lieber @Erik5
würde dir Christian Hemschemeier mit seinen Liebeschip-Kursen empfehlen.
Christian Hemschemeier ist Diplom Psychologe, Spezialist für toxische Beziehungen / toxische Verhaltensweisen, Paartherapeut, Autor.

Zu finden über Google + viel kostenlosen Input über YouTube; „Liebeschip“.

Er hat eine direkte und gerade Art, bringt vieles komprimiert und schnell auf den Punkt. Vielleicht liegen dir seine Ansätze und sein Wissen, weil du ja auch schon viel an dir gearbeitet hast und therapieerfahren bist.

Alles Gute! 🌷

x 2 #6


QueenA
@Erik5 Hallo,

Danke dir für deinen sehr offenen und berührenden Beitrag. Man spürt, wie viel Selbstreflexion und Arbeit bereits in dir steckt und gleichzeitig, wie erschöpfend es ist, wenn Erkenntnisse allein noch keine innere Ruhe bringen.

Was du beschreibst:
Leistungsorientierung, Bindungsambivalenz, starke Anpassung, alte Loyalitäten aus der Kindheit, körperliche Stressreaktionen,
ergibt aus meiner Sicht ein sehr stimmiges Gesamtbild. Dein Nervensystem hat sehr früh gelernt, über Kontrolle, Leistung und Anpassung Sicherheit herzustellen. Das wirkt bis heute, auch wenn dein Verstand längst weiter ist.

Dass dich die Beziehung damals so tief getroffen hat, passt leider genau in dieses Muster. Das heißt nicht, dass du „falsch“ bist sondern, dass alte Prägungen unter emotionalem Stress besonders aktiv werden.

Wichtig finde ich: Du bist nicht am Anfang, sondern mitten in einem Entwicklungsprozess. Dass du Muster erkennst, dich stabilisierst, soziale Kontakte aufgebaut hast und Verantwortung für dich übernimmst, ist bereits viel Veränderung.

Vielleicht magst du dich einmal fragen:
1. Wann in deinem Alltag erlebst du heute echte innere Ruhe, auch wenn sie nur kurz ist?
2. Was tust du in diesen Momenten anders als im Leistungs- oder Alarmmodus?
3. Und welche kleinen, realistischen Schritte könnten diese Zustände häufiger unterstützen?

Zu deiner Frage nach Unterstützung:
Vielleicht brauchst du weniger klassische Gesprächstherapie und mehr einen Ansatz, der mit dem Nervensystem, Bindung und Trauma arbeitet (z.B. traumasensible Therapie, Schemaarbeit, IFS, körperorientierte Verfahren). Da geht es weniger um Analyse, sondern um innere Regulation und neue Erfahrung.

Ganz praktisch:
-Bleib dran, einen passenden Therapeuten zu finden und ruhig gezielt nach diesen Ansätzen fragen.
-Achte auf regelmäßige Erdung im Alltag (nicht nur Leistungssport, auch ruhige Regulation).
-Hab Geduld mit Rückfällen, sie bedeuten nicht Stillstand, sondern Verarbeitung.

Vielleicht ist dein nächster Entwicklungsschritt weniger „noch mehr verstehen“, sondern mehr Sicherheit im eigenen Körper und im Alltag zu verankern: in kleinen, machbaren Dosen.

Dein Weg ist nicht leicht, aber er ist sehr klar erkennbar. Du bist nicht “kaputt”, sondern lernst gerade, dich innerlich sicherer zu verankern.

Alles Gute dir 🙂

x 6 #7


E
Zitat von Scheol:
Was sollten die Therapeuten den machen ? Wegen welchem Bereich ? Wie groß bist du , was wiegst du ? Wie oft gehst du zum Sport und wie lange ? Welchen Sport machst du noch ? Dopamin und Effekt einer Dro. , welche war das ? Auch immer sehr viel gearbeitet ? das belesen zum Thema NPS war für die Ex oder für deine ...

Ich hatte mir Hilfe erhofft, wirklich weg und weiter zu kommen vom Gedankenkreisen, dieser unendlichen inneren Leere, die ich zeitweise verspüre, diese Wertlosigkeit. Es sind zum Glück nur Phasen und kein Dauerzustand, aber die Phasen reißen mich stundenweise in große Löcher.

Neulich hatte ich im Büro so eine Phase, ich sah "sie" kurz am Parkplatz, musste später im Büro feststellen, dass ich erstmal raus muss in den Park spazieren und mir kamen plötzlich Tränen in die Augen, mir kam das fast vor wie Selbstmitleid und ich möchte mich nicht für mich und meine verkorkste Kindheit oder unaufbereitete Dinge bemitleiden, weil mir das nicht weiterhilft und ich muss dann weinen ohne dass ich etwas daran verhindern kann. Natürlich schaue ich, dass ich das weg drücke, wenn ich in Gesellschaft bin.

Ich bin 1,90m groß, wiege 90kg und gehe täglich zum Sport, ich jogge, gehe viel ins Fitness Studio, fahre neuerdings auch Rad und lege den Fokus auch wieder mehr aufs Bodybuilding. Ich mache in der Regel 1 Ruhetag in der Woche. Ich betreibe nicht stundenlang exzessiv Sport, sondern 1-2 Stunden am Tag, im Sommer auch am Wochenende durchaus länger.

Nein, Missverständnis, ich habe diese Beziehung als Dopamineffekt verstanden. Also das war die Dro., im Übertragenden Sinne.

Ich weiß bis heute nicht, ob dieser Frau bewusst war, was sie tat, aber sie tat es, ob kalkuliert oder nicht, sie hat meine bedürftigen Lücken gefüllt. Und ihr Verhalten dürfte in vielen Wesenszügen einem narzisstischen Charakter entsprechen, Übrigens habe ich sie damit mal konfrontiert, daraufhin wurde sie fast handgreiflich mir gegenüber.

Ihre Charakterzüge sind klar .....anfangs total begeistert von ihrem Gegenüber. Exakt klare Vorstellungen vom Partner, der soll nur für sie da sein, keine Freunde, keine Familie, möglichst keine Hobbys pflegen, am liebsten sofort bei ihr einziehen. Kurze Zeit später kippt die Stimmung, sie wertet alles ab, jeden Atemzug. Sie kann alles besser, ist absolut nicht kritikfähig. Diskussion in einer Endlosschleife, es geht nie um die Sache, sondern nur darum, dass der andere (also ich) Schuld zugeben. Wutausbrüche bei ihr ungeahnten Ausmaßes. Ihr Bild in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz, ganz wichtig, hier darf nie gestritten werden. Sie hat immer Recht, grundsätzlich beendet sie Beziehungen und der andere soll ihr nachrennen.

x 2 #8


E
Zitat von merretich:
Klingt nach Trauma Bonding. Gesprächstherapie hilft bei Körpersymptomen oft nur sehr bedingt...da wäre Hypnose, Reinkarnationstherapie, oder ähnliches besser, was auch Körper, innere Bilder und Gefühle anspricht statt nur den Verstand. Familienaufstellungen sind auch ne feine Sache, wenn Du die Ursache in der ...

Danke Dir für den Denkanstoß.

Es sind genau diese Grenzen. Meine Mutter hat bei uns, meiner Schwester und mir, Grenzen nie akzeptiert, also sie war eine absolut grenzüberschreitende Mutter. Das ging lange nach unserem Auszug weiter. Ich weiß noch, meine Schwester zog aus und war im Urlaub, meine Mutter war während ihrer Abwesenheit mehrfach heimlich in ihrer Wohnung, sie hatte für Notfälle einen Schlüssel, aber nur für Notfälle. Sie schnüffelte dann dort herum ob ordentlich geputzt ist. Bei mir tat sie das auch, irgendwann entzogen meine Schwester und ich meiner Mutter den Schlüssel.

Das nur als Beispiel, meine Schwester und ich konnten unsere Grenzen nie verteidigen, nie setzen, sie wurden einfach durchbrochen, das Muster waren bzw. sind wir leider beide gewohnt.

Und bei dieser Freundin, also "ihr" war es ähnlich, ich hätte sofort meine Grenze halten müssen, und die Beziehung beenden müssen damals. Das begann ja früh, nach einigen Wochen wollte sie mich förmlich an den Wochenenden fesseln, das hätte ich nicht zulassen dürfen.

Das ist ein weiter Prozess, ich lerne täglich, auch diese Leere, wenn man mal nicht gemocht wird, das aushalten, alles das, ich übe, lerne gerade, auszuhalten

x 1 #9


Usambara
Schäme dich nicht deiner Tränen.
Sie sind ein Teil des Ausdrucks deiner Gefühle und zeigen dir wichtige Themen auf. Du trägst auch Trauer in dir die verarbeitet wird auch durch Tränen. Hilflosigkeit, Wut alles kann sich durch Tränen zum Ausdruck bringen und damit innerliche Druck abbauen damit du wieder Luft zum Atmen hast.
Nicht alles kann man über Analyse und Verstand lösen, sonst würde es reichen Bücher zu lesen.
Das Herz und die Seele haben ihre eigene Sprache und die ist nicht mit dem Verstand zu erfassen und keinesfalls logisch.

x 3 #10


Arhh
Sehr berührende Geschichte - Du klingst sehr reflektiert! Ich kann leider nur wenig zu dem Thema beitragen außer Dir zu empfehlen, über ein Kur in einer Klink für Psychosomatik nachzudenken. Ich kenne Menschen, denen ein Aufenthalt bei ähnlichen Problemen sehr geholfen hat. Du bist dann 3-4 Wochen komplett raus, kannst Dich Deinen Themen widmen. Unterstützung erhälst Du dann nicht nur über die betreuenden Ärzte sondern auch über die anderen Patienten.

x 3 #11


E
Zitat von QueenA:
@Erik5 Hallo, Danke dir für deinen sehr offenen und berührenden Beitrag. Man spürt, wie viel Selbstreflexion und Arbeit bereits in dir steckt und gleichzeitig, wie erschöpfend es ist, wenn Erkenntnisse allein noch keine innere Ruhe bringen. Was du beschreibst: Leistungsorientierung, Bindungsambivalenz, starke ...


Danke für die vielen Tipps und Hinweise und die aufmunternden Worte.


Ganz schlimm fand ich 2025, als "sie" das ganze endgültig beendet hatte, zumindest das letzte Mal und seither ist ja Ende, hatte ich den stillen Drang dieses Wettbewerbs, dringend zu beweisen, ihr zu beweisen und mir zu beweisen, dass ich doch ein toller Typ bin und sofort jemand Anderen finde. Dass das kompletter Quatsch ist und scheitern muss, weiß ich, das ist klar. Aber ich befand mich in dieser Tretmühle.

Ich bin dann ausgestiegen, aus Vernunft und Erschöpfung. Ich war ständig unterwegs, auf der Suche, nach Anerkennung, vielleicht einer Beziehungspartnerin, auf Dating Portalen.


Mein Rezept für Entschleunigung und Entspannung ist tatsächlich spazieren gehen, also mich bewegen ohne sportlichen Leistungscharakter, zu lesen, zuhause im Warmen einfach nur lesen, Musik hören und das Wochenende angenehm ohne Date, Treffen, Freunde, Gespräche, zu nutzen.

Ich habe aber auch begonnen, über Apps wie Meet5 einfach nur bei Unternehmungen unter Leute zu gehen, ohne Dating, also bewusst einfach mal quatschen, auch gern belanglos, unproduktiv, bewusst nicht mit Arbeitskollegen.

Ich hoffe, dass ich aus dem Kreis raus komme, diese Rückfälle gerade jetzt wo es 2 Jahre her ist, kosten viel Kraft, die Rückenschmerzen kamen um Weihnachten zurück, da ich sie zwischen den Jahren öfter im Büro gesehen hatte. Mir war klar, dass hier alte Wunden hoch kamen.

Ich habe so wenig mit ihr zu tun, dass übrigens ein Wechsel meines sehr guten Jobs nicht lohnt und ich glaube, sie wird sowieso nicht lange mehr bleiben, da ihre Bank den Standort 2026 wechseln wird.

x 1 #12


E
Zitat von Usambara:
Schäme dich nicht deiner Tränen. Sie sind ein Teil des Ausdrucks deiner Gefühle und zeigen dir wichtige Themen auf. Du trägst auch Trauer in dir die verarbeitet wird auch durch Tränen. Hilflosigkeit, Wut alles kann sich durch Tränen zum Ausdruck bringen und damit innerliche Druck abbauen damit du wieder Luft zum ...

Das ist sooo wahr. 🤔 mir ging es heute früh so, ich hatte heute früh ein paar Dinge zu erledigen und auf der Autofahrt kam mir plötzlich eine Panik hoch, die sich durch Atemprobleme bemerkbar machte. Daraufhin kam eine dieser üblen Momente, in denen diese innere Leere hervorkam, die ich als Kind bereits kannte, wenn die Schulnoten nicht reichten, wenn man nicht gut genug war, wenn man dann bestraft wurde durch Schweigen. Ich dachte mir, aushalten....aushalten....aushalten. Es ging natürlich vorbei und der Druck löste sich in Form von Tränen, die sich natürlich als Schwäche anfühlen könnten, aber in meinem Fall eher befreiend. Übrigens wurde uns als Kindern damals immer gesagt, Weinen sei ein Ausdruck von Schwäche.

#13


E
Zitat von Arhh:
Sehr berührende Geschichte - Du klingst sehr reflektiert! Ich kann leider nur wenig zu dem Thema beitragen außer Dir zu empfehlen, über ein Kur in einer Klink für Psychosomatik nachzudenken. Ich kenne Menschen, denen ein Aufenthalt bei ähnlichen Problemen sehr geholfen hat. Du bist dann 3-4 Wochen komplett raus, ...


Der Gedanke kam mir tatsächlich auch, wir haben hier in der Nähe eine Klinik, die darauf spezialisiert ist, bereits mehrfach 2025 war ich soweit, meinen Hausarzt zu bitten, mich dort hin zu überweisen. Ich wollte es aber erst noch ambulant probieren.

Aber dieser Gedanke rückt derzeit tatsächlich etwas näher, gerade heute wieder, ungeachtet dessen wäre mir natürlich etwas Ambulantes lieber, aber vielleicht funktioniert das nicht.

x 1 #14


Sonnenschein85
@Erik5 Nein, Weinen ist eher das Gegenteil von Schwäche. Weil man so stark und mutig ist sich seinen Gefühlen zu stellen und sie zu zulassen.

x 1 #15


A


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