ImKreis
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Als Verlassener und Betrogener nach meiner Ehe habe ich für lange Zeit die Erinnerungen verdrängt und die Beziehungen als verlorene Zeit empfunden. Trotz vieler gemeinsamer Erlebnisse mit unseren Kindern und langer Jahre gemeinsamen Weges. Ich habe mein Glück in der neuen Beziehung gesucht. Erst als es da auch nicht mehr gut lief und noch mehr, als ich im letzten Jahr wieder betrogen und verlassen wurde, konnte ich dann nach Jahren an die glücklichen Momente und Erlebnisse in meiner Ehe zurückdenken.
Nachdem letzten Mal betrogen und verlassen werden, habe ich lange gekämpft und der letzte Gedanke, der mich festhielt war, ob sie wohl auch noch an mich denkt, beziehungsweise die Gewissheit, dass sie es nicht tut und wie das sein kann. Ich habe ein Jahre gebraucht endlich ganz loszulassen und den Gedanken abzulegen, weil er für mich irrelevant wurde. Natürlich war er das ja schon von Anfang an, doch mein Lernprozess dauerte eben ein Jahr, da viel Anderes ebenfalls bearbeitet werden musste. Und dennoch mag ich immer noch nicht an die guten Momente der letzten Beziehung denken. Auch das wird nochmal ein oder mehrere Jahre dauern, ebenso wie irgendein Kontakt. Aber das ist jetzt glücklicherweise egal.
Auch als ich selbst verlassen habe, habe ich mich vor vielen Jahren zunächst auf meine neue Beziehung gestürzt oder - wie gerade vor einigen Tagen - mir vorgenommen, mich auf mein neues Leben als Single zu konzentrieren. An die Beziehung von vor vielen Jahren denke ich nun manchmal wehmütig zurück. Und auch an meine jetzt gerade beendete Beziehung werde ich irgendwann glücklich zurück denken, auch wenn es mich jetzt schmerzt, obwohl ich der Verlasser bin.
Für mich gibt es selten nur schwarz oder weiß und die Zeit heilt viele Wunden, relativiert Vieles und man lernt ständig dazu.
Am Anfang war es für mich unvorstellbar, dass meine Ex-Frau mich vermisst, doch als ihre neue Beziehung an Glanz verlor, tat sie das. Auch dass die Frau, die mich letztes Jahr für einen Anderen verlassen hat, überhaupt noch an mich denkt, erschien mir unvorstellbar. Ich habe sogar lange das "nicht an mich denken" körperlich gespürt. Doch seit ich losgelassen habe, ist es mir einerseits egal, andererseits spüre ich dazu auch gar nichts mehr. Ich denke, irgendwann in schwachen Momenten kommen bei vielen - sogar kaltherzigen - Verlassern manchmal wehmütige Gedanken auf. Mal erfährt man es, mal nicht und es macht dann für einen selbst auch keinen Unterschied mehr. Außer vielleicht so eine kleine ganz kurze diebische Freude mit dem Gedanken: "Na und, nicht mehr mein Problem."
Man sollte da aber nicht in Wochen oder Monaten denken, sondern in Jahren.
. Weil an das negative erinnert man sich ...
, wo bist du round about her?
