Perzet
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Als Betroffene solch eines Einflusses ein Leben lang merkt man das lange gar nicht, da man es gar nicht anders kennt. Man merkt nur, man mag so einiges nicht, man kommt da aber nicht von selber und schon gar nicht aus eigener Kraft raus. Dafür ist das Bewußt-werden der Mechanismen, das Kennenlernen der typischen Vorgehensweisen, das mitbekommen anderer, ähnlicher Geschichten unglaublich wichtig, um für sich selber feststellen zu dürfen, daß dieses ausgeliefert sein gar nicht die eigene Schuld ist, wie es soo gerne durch alle Gassen gepfiffen wird.
Dann erst kann der Prozess in Gang kommen, der auf die Selbstreflektion. den Abstand und die Unabhängigkeit zielen wird.
Aber wie bei allen Fällen - jeder ist etwas anders gelagert. Während die einen "lediglich" ein paar Monate diesem Treatment ausgesetzt waren und bereits total perplex und irritiert sind, sind andere darunter aufgewachsen und brauchen eine ganz andere Zeit, Auseinandersetzung und neue Erfahrungen. Dazwischen ist eine große Bandbreite.
Für wirklich Betroffene ist die inflationäre Benutzung bestimmter "Diagnosen" genauso schlimm - weil ihr Leiden als geringer eingestuft wird - wie für manche einfach nur Egoisten, die nen heftigen Stempel abkriegen.
Die Medaille hat mehrere Seiten und auch hier sollte nicht alles zwanghaft über einen Kamm geschert werden.
Differenzieren ist das Zauberwort. Jeden Fall einzeln betrachten. Eventuell zwischendurch herumrätseln. Das schöne am Forum - oft, sehr oft hilft die Schwarmintelligenz den Betroffenen. Nicht immer. Aber doch oft.