Johanna15
Gast
Wenn ich dich richtig wahrnehme, sprichst du dich hier gegen die Stigmatisierung von PS und laienhaft gestellten Diagnosen aus, wobei u.a. die narzisstische PS in den Fordergrund gestellt wird. Da Du ja lt. eigenen Angaben Erfahrungen in dem Bereich gemacht hast, hätte ich hier eine Frage an Dich:
Wieviele Menschen mit einer gesicherten narzisstischen Diagnose kennst Du, die sich aufgrund von Leidensdruck und dem Wunsch nach Veränderung bzgl. ihrer Symptome in eine Therapie begeben haben? Auf Deine Antwort wäre ich sehr gespannt.
Auch wenn es nicht repräsentativ ist, habe ich für mich überlegt, wieviele mir bekannt sind und mir ist nicht ein einziger Mensch eingefallen bzw. in Erinnerung geblieben, der aufgrund von Leid, einem Schlüssel-Erlebnis, Schuld, Verbesserung von Lebensqualität, Integration, für Familien/ Mitmenschen oder ganz elementar- für sich selbst- etwas tun wollte.
Menschen mit dieser gesicherten Diagnose habe ich in psychiatrischen Institutionen erlebt. Die Ursache der Einweisung war zum größten Teil eine Fremdgefährdung oder einer Depression, welche aufgrund von vorangegangenen Kränkungen durch den Patienten selbst gestellt wurde. Hauptursachen waren hier zu einem enormen Teil die Trennung durch den Partner.
Im ersten Fall kam es durch angepasstes eloquentes Verhalten häufig zu einer schnellen Entlassung.
Im zweiten Fall dauerte die Behandlung länger, wobei auch hier Schwerpunkte zu erkennen waren, wohin das Ziel der angestrebten Therapie münden sollte. Man konnte beobachten, dass der Partner zu einer unbedingten Rückkehr bewegt werden sollte oder aber die eigene "Vulnerabilität" war solange Dauerthema bis man die Umwelt überzeugt hatte, dass es gar keinen Grund für ein eigenes Unrechtsbewusstsein geben kann, da niemals Unrecht von Seiten des Patienten statt fand.
Wie sind Deine Erfahrungen?