Zitat von Morrighan:Zusammenwohnen mag ich in einer festen Beziehung schon. Er war der erste wo ich bei ihm gewohnt hab. Meine Wohnung hab ich aber behalten. Die ist so toll gewesen in einer schlimmen zeit, die geb ich nicht her. Dort fühl ich mich wohl.
Ja, an sich mag ich die Vorstellung auch, aber ich würde in dem Falle unbedingt auf meine Freiräume bestehen, da ich sonst irgendwann die Flucht antreten würde. Ich brauche Zeit für mich, Zeit zum Nachdenken oder einfach Zeit, um irgendetwas völlig sinnloses zu machen und die Seele baumeln zu lassen. Das ist ganz wichtig, um sich nicht selbst zu verlieren.
Ich habe oft darüber nachgedacht, wie ein Zusammenleben mit meiner Ex wohl ausgesehen hätte, und ganz wohl war mir bei der Vorstellung nicht. Das fängt schon bei der Einrichtung an. Sie lebt völlig pragmatisch und ohne einen wirklichen Stil. Kleine Sentimentalitäten im Regal, kommen bei ihr quasi nicht vor. Ich mag aber genau solche Dinge. Souvenirs, Bilder, Bücher, die den Lebensraum für mich wertvoll machen.
Und sie hat zum Beispiel nie mit für uns gekocht. Alles was sie machen wollte, war Kartoffeln schälen. Den Rest habe ich erledigt. Da half kein Bitten und Betteln. "Ich kann das nicht!". Punkt.
Das Zusammenleben wäre, so glaube ich, völlig nach hintern losgegangen, zumal sie immer Aufmerksamkeit braucht. "Immer ist da keiner", hat sie gesagt, wenn sie von Arbeit zu sich nach Hause kam, während ich genau den Zustand liebe. Die Tür schließen zu können und die Welt draußen bleiben zu lassen, um zur Ruhe zu kommen und den Kopf zu leeren. Nur so konnte ich auch offen für sie sein und mich auf sie konzentrieren. Sie hat das natürlich nicht verstanden, weil sie in stetigem "Unruhestand" durch das Leben hastet und sich nie Zeit für sich lässt. So wie ihre ganze Familie. Traurig.