@käptn Nemo Danke für Deine Antwort und das Du Dir die zeit genommen hast auf die einzelnen Punkte zu Antworten.
Bitte nimm es mir nicht übel wenn ich versuche kurz in Ihre Position zu schwenken (damit will ich nichts relativieren oder schönreden und alles KANN auch ganz anders sein) Bei den allerwenigsten Paaren mit denen ich zu tun hatte - war der/die Fremdgänger/in ein durchtriebenes manipulatives etwas welches den Partner nur ausnutzen will - aber Obacht wer bei mir landet der hat auch schon ein Entscheidung getroffen.
Der Fremdgänger ist oft genauso verletzt und wütend auf sich selbst, er hat riesige Selbstzweifel und befindet sich AUCH in einem chaotischen und gestressten Zustand, er ist zwar die BÜRDE des Geheimnisses losgeworden - er weiß aber auch nicht wie es weitergeht. Er hat SCHULD auf sich geladen, in seinem Kopf tobt auch das WARUM (habe ich das getan) und das WIE (kann es wird es weitergehen). Er weiß das er der Täter ist.
Es ist diesem Part bewußt das er dem anderen eine schreckliche Wunde zugefügt hat, das er der Beziehung möglicherweise ein Grab geschaufelt hat. Oft hilft auch hier Pragmatismus:
Liebe XY,
Wir beide wissen um die Verletzungen die durch entstanden sind, Du weißt wie ich mich gerade fühle - Du kannst mich unterstützen - bitte nimm uns die last ein bisschen von den Schultern und ermögliche unserer Beziehung und unseren Gespräche eine gute Startposition - lass uns Eltern sein - Eltern werden wir immer bleiben - egal welche Richtung wir jetzt einschlagen. Für mich wäre es eine große Erleichterung zu wissen wann und iwe ich meinen/ unseren Sohn sehen kann und ob es möglich ist das meine Tochter auch Dich sehen kann. Ich leide,Wir leiden - die Kinder sollten das nicht tun. Bitte lass uns vorerst die Elternebene von unserer Beziehung entkoppeln.
ICH -Ebene
Zitat von Käptn Nemo: Was sollen denn endlose Gespräche nützen? Damit vergraule ich ja gleich jeden, wenn ich ständig und ständig mit meinem Schei. ankomme. Hier kann wenigstens jeder sich ausklinken und sagen er hat kein Bock mehr drauf sich das Gejammer anzuhören.
Ich dachte - auch dafür wären Freunde da. Wenn Du Dich damit unwohl fühlst solltest Du es nicht tun. Dennoch ist meine Erfahrung die, das Unterstützung vor Ort und nicht virtuell nötig ist.
Beziehungsebene
Zitat von Käptn Nemo: Ich sehe sie doch gar nicht nur in der Rolle der Schuldigen.
Entschuldige Nemo - wenn das so angekommen ist - es ging mir vielmehr darum den hier bisherigen Vorstellungen von dem Täter -Opfer etwas entgegenzusetzen. Ich kann Dich voll und ganz verstehen - in Deinem Wunsch nach Klarheit und Transparenz - aber man hört oder ließt bei Paaren die diese Phase gemeistert haben auch häufig - das sie sich im Nachhinein weniger Wissen gewünscht hätten - vielleicht hilft es Dir hier einen Fahrplan anzulegen - was ist das minimum an Information das ich brauche um verarbeiten zu können und einen Umgang mit der Situation finden zu können, welche Fragen brennen mir zwar auf den Lippen (wo habt ihr es wiegemacht etc) aber ich könnte die Antworten gar nicht ertragen und eigentlich sind sie der Verarbeitung gar nicht förderlich.
Eine klare Formulierung des Fahrplans an den Partner/Verursacher kann auch hier förderlich sein:
(Damit wir, damit es überhaupt möglich ist unseren Weg gemeinsam zu bestreiten - brauche ich von Dir Auskunft darüber.., ich brauche einen Mediator, eine Paartherapie.., ich möchte einen festen Tag in der Woche, Monat der zum Austausch für dieses Thema bereitsteht, um wieder Vertrauen aufbauen zu können - Dir einen Vertrauensvorschuss geben zu können brauche ich von Dir -Ehrlichkeit, Antworten auf folgende Frage..
Ohne diese Antworten ist eine Bewertung unserer Situation für mich nicht möglicherst wenn ich für mich erfassen kann, beurteilen kann wie groß der schaden ist - erst dann kann ich beurteilen ob für mich ganz persönlich die Möglichkeit besteht den schaden mit Dir zu reparieren.)
Im Moment ist jeder in seinem Dilemma gefangen - Du in der Fassungslosigkeit, dem Schmerz, dem Verlust und sie kann Dich im Moment nicht heilen, sie könnte genauso gefangen sein - in Ihrem eigenen Schmerz ( Wie konnte ich nur, ich habe ihn verletzt, kann ich MIR jemals verzeihen.) Ein Gesprächseinstieg kann auch sein zu schauen wie geht es Dir - all deine Emotionen zu zeigen und durchaus auch Sie zu fragen wie es Ihr geht, was fühlst Du?
Liebe Grüße Tauris