Zitat von Käptn Nemo: Das ist mir bewusst, aber gar nicht immer so leicht.
Ja, weißt Du, Nemo, gerade die wesentlichsten Dinge des Lebens sind nie leicht. Jede "Geburt" (und nichts weniger ist es, wenn man seinen Schatten überspringt und damit eine neue Erfahrungswelt betritt) geht mit Wehen einher.
Was es wirklich bedeutet, wenn einem das glückt, zeigt sich auch immer erst eine Zeit hinterher. Während solcher Phasen ist immer alles furchtbar, das ist leider so, hat aber durchaus seinen Sinn.
Zitat von Käptn Nemo: Und unsere Beziehung bestand aus viel Lachen, Unternehmungen und auch ernsthaften Gesprächen. Gut, ich bin halt auch nur ein Mensch und weiß natürlich nicht ob sie das genauso gesehen hat.
Das ist leider immer so, man kann trotz allem nie wissen, wie ernst es dem anderen ist. In allen Worten liegt keine wirliche Bedeutung.
Nur scheint es mir in Eurem Fall nicht so zu sein, dass Deine Partnerin Eure Beziehung nur so leichthin gesehen hätte, als Zwischenspiel sozusagen. Dazu habt Ihr viel zu viel Gemeinsames.
Zitat von Käptn Nemo: Für mich gibt es einfach keinen Grund sich in die Arme eines Anderen zu flüchten und es tut schei. weh. Es ist einfach wahnsinnig verletztend und zeigt mir, wie wenig Wert ihr diese Beziehung gewesen sein muss.
Das musst Du auch nicht, Dich in ihre Arme zu flüchten.
Du kannst und sollst zunächst ja einmal Abstand halten. Es bringt auch nichts, in Armen zu liegen, die einen nur schmerzen. Sondern zunächst müssen diese leidverursachenden Emotionen ohnehin etwas abgeklungen sein, bis man überhaupt erst wieder fähig ist, einander möglichst in Ruhe zu begegnen.
Ansonsten, ist man noch schwer am Leiden, geht das ohnehin schief und endet im emotionalen Desaster.
Dass Deine Partnerin nur wenig Wert auf die Beziehung gelegt hätte, zeigt sich durch diese Urlaubsgeschichte durchaus nicht. Man kennt das ja sehr gut von Männern (und im Mannsfall wird es auch eher toleriert): Es ploppen plötzlich irgendwelche Bedürfnisse auf, die Triebe gehen mit einem durch - und schon ist es passiert, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
Wem die Beziehung wie viel wert ist, das zeigt sich immer erst nach solchen und ähnlichen Vorfällen. Ist sie Euch beiden viel wert, auch in der Tiefe, dann wird sie auch wieder auf die Beine kommen. Tut sie es nicht, so war sie tatsächlich nicht viel wert, zumindest einem von Euch beiden.
Zitat von Käptn Nemo: Und meine Freundin ist auch nicht der Typ Mensch, die sich nicht geliebt fühlt. Dazu hat sie auch viel zu viele Freundinnen, die sie schon aus dem Kindergarten kennt. Bindungen sind ihr sehr wichtig.
Ok -. aber Du musst bedenken, dass freundschaftliche Bindungen etwas anderes sind als eine Liebesbeziehung.
Für mich bleibt jedenfalls im Raum stehen, warum sie es Dir "gebeichtet" hat, obwohl keine ernsthafte Gefahr bestand, dass Du dahinterkommen könntest. Solche einmaligen Eskapaden von sich aus zu beichten, davon raten sogar Paartherapeuten und Psychologen ab.
Es gibt vereinzelt sogar Fälle, wo solche Geschichten erfunden werden. Aus welchen Gründen auch immer.
Jedenfalls erschließt sich mir der Grund für diese "Beichte" nicht.
Zitat von Käptn Nemo: Ich erwarte schon, dass ich auch ein paar Antworten erhalten.
Ja, da stimme ich Dir zu - ein paar Antwortenn ist sie Dir schuldig. Einfach über alles hinwegzusehen, als wäre nichts passiert, das geht nicht und ließe zudem ein permanentes Gefühl der Unsicherheit zurück.
Ehe man nicht versteht bzw. für Verständnis gesorgt hat, kann sich auch kein neues, vielleicht sogar vertiefteres Vertrauen aufbauen.