Hallo!
Ich habe viel überlegt, bin auch das ganze mit der Psy nochmals durchgegangen und war direkt bei einem Arzt, welcher mich schon vor einem halben Jahr mal betreut hat.
Es besteht eine große Vermutung, dass es sich um einen schweren Narzissten handeln dürfte.
Ich habe mich auch schon tiefer in die Materie eingelesen und erkenne viele Situationen wieder.
Schrecklich..... es ist wie oft beschrieben, es gab nie eine Entschuldigung, bei jedem Streit habe ich klein beigegeben, weil es mir die Situation nicht wert war, den häuslichen frieden zu stören. Laut Analyse des Arztes, dürfte es wohl ein recht heller und klarer Moment gewesen sein, indem ich mich dazu entschieden habe "zu Leben" und daher meine Entscheidung.
Ich denke sie hatte recht, anfangs, war es auch so, als ob da eine große Last, einfach weg wäre, es hat sich richtig gut angefühlt, dann kam die Leere, der Gedanke, was habe ich getan...... ich hatte ein wunderbares Leben.
Ich hätte ein wunderschönes Heim dort in ferner Zukunft haben können, alles vom Feinsten eingerichtet. Das war ja immer so gedacht, zuerst Zähne zusammen beißen und dann ist mal alles besser............so lange habe ich nicht durchgehalten.
Die Psy meinte auch, dass es das Beste war, was ich machen konnte und meinte auch, dass sie es großartig findet, in der Zeit der Magersucht und so eingeschränktem Denkvermögen, so eine Entscheidung zu treffen und auch durchzuziehen.
Die meisten kommen aus einer toxischen Bindung nicht raus und landen in der Klapse oder gar noch schlimmer.
Naja, stationäre Einrichtung will und wollte ich nie, das war auch ein Grund warum ich dann auch wirklich gegangen bin, da ich meine Arbeitsstelle nicht riskieren wollte. Gut funktioniert es eh noch nicht und wahrscheinlich sind hier auch viele Ursachen im verborgenen, die es jetzt wohl gilt alle aufzuarbeiten.
Ich für mich habe gemerkt, je mehr ich mich alleine mit der Tematik befasse, darüber Lese, egal ob Esstörung, Binge - Eating oder Narzissmus, desto schlimmer wird es wieder für mich. Alte Gefühle kommen hoch, Zweifel, Ängste doch die falsche Entscheidung getroffen zu haben etc.
Da ich nun auch weiss, dass dies nicht unbedingt angeboren ist, sondern meist einer tiefen inneren Kränkung aus dem Kindesalter entstammt. Ich denke in diesem Falle dürfte das Generationsbedingt sein und es an ehrlicher Zuwendung und Anerkennung immer gefehlt haben, speziell von einem Elternteil. Leider ist hier in diesem Fall die Empathie total zu kurz gekommen. Bei mir selbst wahrscheinlich im Übermaß vorhanden und deshalb das perfekte Match sozusagen. Mich faszinierte an ihm, dass er soviel Sicherheit und Stabilität darstellte, genau das woran es mir mangelt. Anfangs schien sich das recht gut ausgeglichen zu haben, doch diese "innere leere" konnte weder er mir noch ich ihm vollständig ausfüllen.
Kein anderer kann das, dass muss ich lernen und er sollte es lernen, dass kein Geld der Welt, keine Macht, kein Erfolg, eine innere Leere auf die Dauer füllt. Meine innere Leere konnte auch nicht auf die Dauer besänftigt werden, ich versuche sie zurzeit mit Essen zu befüllen auch der falsche Weg.
Dann denke ich mir wieder, hätte ich vielleicht mehr liebe gegeben, gezeigt, mehr Fürsorge, mehr Verantwortung und mehr Mitgefühl gezeigt, ihn mehr verstanden, vielleicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die er vom Vater nie bekommen hat, hätte es klappen können? In der Nacht, ganz unbewusst, hat er sich immer angekuschelt, wie ein kleines Kind auf der Suche nach Liebe, nicht mehr und nicht weniger. Ich war wohl nicht in der Lage, ihm diese Liebe zu geben, leider..........