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Ex braucht Hilfe - plötzlich ist alles ganz anders

Landlady_bb

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Update. Vor wenigen Minuten habe ich mit K. telefoniert. Jetzt ist es "amtlich": Seine Blase muss 'raus, und er braucht tatsächlich ein bisschen Chemo. Am 15.02. muss er zum Vorgespräch; der Eingriff folgt eine Woche später.
Aber K.s Lunge ist nicht so schlimm wie befürchtet, und auch sonst ist er - auch nach Meinung seiner Ärzte - bei robuster Gesundheit.
Mit anderen Worten: Die Lage ist ernst, aber alles andere als hoffnungslos.

28.01.2021 23:58 • x 5 #16


FrauDrachin


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Landlady,

ich finde es gut, dass du für ihn da sein willst.
Aber: Bitte verlier dich selber nicht aus den Augen. Es kann nicht deine Aufgabe sein, die "Last" für alle zu Tragen, und der Fels in der Brandung zu sein. Auch du musst auf dich achten, auch du hast ein Recht, mit deiner Angst und Trauer aufgefangen zu werden.
Und: Wenn es sich für dich stimmig anfühlt, dann halt den Abstand ein, der dir gut tut. Das finde ich sehr, sehr richtig von dir, aus verschiedenen Gründen.

Und: Ich freu mich, wenn es Grund zu vorsichtigem Optimismus gibt... Daumen sind gedrückt!

29.01.2021 19:44 • x 2 #17



Ex braucht Hilfe - plötzlich ist alles ganz anders

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Wulf


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Blasenkrebs, lecker und die Blase kommt noch raus. Superlecker, heißt dann womöglich Haut vom Oberschenkel entfernt und als künstliche Blase geformt und wieder eingesetzt wird. Der Urin wird dann über den Bauchnabel abgezogen.
Wie weit willst du dich von ihm einbinden lassen?
Das Du ihn mal ab und an besucht, oder ihm mal hilfst seine Pflegekraft zu organisieren?
Wäsche waschen? Urin abziehen?
Das er in dir eine seelische Unterstützung sieht und braucht, als Freundin, keine Frage.

29.01.2021 20:01 • #18


Landlady_bb

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Zitat von FrauDrachin:
Bitte verlier dich selber nicht aus den Augen. Es kann nicht deine Aufgabe sein, die "Last" für alle zu Tragen, und der Fels in der Brandung zu sein. Auch du musst auf dich achten,

Da sagste was, @FrauDrachin . Genau diese Balance fällt mir schwer.
Aber ich arbeite daran.

29.01.2021 20:02 • #19


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Zitat von Wulf:
Blasenkrebs, lecker und die Blase kommt noch raus. Superlecker, heißt dann womöglich Haut vom Oberschenkel entfernt und als künstliche Blase geformt und wieder eingesetzt wird. Der Urin wird dann über den Bauchnabel abgezogen.
Wie weit willst du dich von ihm einbinden lassen?
Das Du ihn mal ab und an besucht, oder ihm mal hilfst seine Pflegekraft zu organisieren?
Wäsche waschen? Urin abziehen?
Das er in dir eine seelische Unterstützung sieht und braucht, als Freundin, keine Frage.
Das weiß ich jetzt alles noch nicht. Wie du siehst, ist die ganze Situation auch für mich noch neu.

29.01.2021 20:05 • #20


Wulf


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Womit ich anregen möchte, das du darüber nachdenkst wie weit du als Freundin gehen möchtest.
Vielleicht sieht er dich auch einfach als Vertrauensperson an, mit der Bitte ihm in dieser Lage beizustehen.
Das er da einfach mentalen Rückhalt benötigt.
Denn 2 Wochen bis zu einem Vorgespräch zur weiteren Behandlung ist ja noch sehr lange.
Der Betroffene ging vor 2 Jahren wegen Rückenschmerzen morgens zum Hausarzt und war schon Nachmittags unter dem Messer.
So ein halbes Jahr später hatte er dann die ganze Geschichte erzählt wie das ablief. Auch er ist darauf bedacht das seine Ehefrau durch diese Einschränkung nicht allzuviel mitbekommt und überspielt es mit Sprüchen das die Nudel unten trocken sei. Seitdem böllert auch er den Spruch "zieh´s hoch und spucks aus, geht ganz einfach" raus, wenn jemand mal dringend aufs Klo muss.

30.01.2021 16:34 • #21


Prinzessin28


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Es geht doch jetzt um ihn. Nicht um dich, nicht um seinen Sohn.

Es ist seine Entscheidung und da sollte man ihm nicht rein reden.

Ich selbst hatte Krebs. Es ist schrecklich. Man fühlt sich wie ausgekotzt und hat Todesangst. Auch, wenn man es nicht zeigt oder sagt. Ich war die best gelaunteste Patientin. Niemand hat mir angemerkt, dass etwas nicht stimmt. Alle, die es wussten, haben gefragt, wie ich das mache und wie ich so gut drauf sein kann. Und in mir drinnen? Ein Loch, tot, ich habe meine Beerdigung geplant.

Wenn ich in seinem Alter wäre und meine Kinder erwachsen, ich würde mich genau so entscheiden, wie er!

Du solltest jetzt einfach für ihn da sein und ihn unterstützen. Ihn fragen, wie es für ihn am besten ist.

Ich war der Typ "alles ist gut und über Krankheit wird nicht geredet'. Meine Freunde haben mich besucht und mich so behandelt, wie vorher auch. So, als wäre nichts. Und genau das, war richtig für mich.

Ich bin ihnen sehr dankbar.

30.01.2021 19:42 • x 3 #22


Landlady_bb

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Zitat von Prinzessin28:
Wenn ich in seinem Alter wäre und meine Kinder erwachsen, ich würde mich genau so entscheiden, wie er!
So, wie die Dinge liegen, hat er beschlossen, die Behandlung zu machen. Genau darauf habe ich von Anfang an gehofft!

30.01.2021 22:32 • #23


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Zitat von Wulf:
Vielleicht sieht er dich auch einfach als Vertrauensperson an, mit der Bitte ihm in dieser Lage beizustehen.
Das er da einfach mentalen Rückhalt benötigt.
So in der Richtung etwa ist es. Ich bin die, die er anruft, wenn er z. B. Arztbriefe in der Hand hat und mit irgendwelchen Kürzeln und Fachbegriffen nicht klarkommt. Da konnte ich ihm schon helfen und bekam gleichzeitig einen Überblick über seinen Befund.
Vorhin haben wir telefoniert. Sein Sohn besucht ihn gerade, und es klang eigentlich gar nicht nach Krankenbesuch, sondern eher wie "Jungs-Wochenende". Wir haben auch so'n bisschen herumgeblödelt.
Als wir noch ein Paar waren, sagte K. über mich immer, dass ich bei uns "die Grinsemaus" sei, die für gute Laune sorgt. "Wenn Maus lacht, ist die Welt in Ordnung."
Also könnte mein Beitrag zum
Zitat von Wulf:
mentalen Rückhalt
für K. tatsächlich auch darin liegen, mit ihm - zu lachen.

30.01.2021 23:35 • x 2 #24


Lebensfreude

Lebensfreude


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Humor und Lachen sind ganz wichtig!
Gemeinsam lachen verbindet und setzt Glückshormone frei.

30.01.2021 23:38 • x 2 #25


Prinzessin28


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Zitat von Landlady_bb:
So, wie die Dinge liegen, hat er beschlossen, die Behandlung zu machen. Genau darauf habe ich von Anfang an gehofft!


Entschuldige, dann habe ich mich verlesen. Oder ist die Info neu?

Super, wenn er es für sich so entschiedenen hat.

Versucht positiv zu sein. Meine Onkologin sagte damals, dass sei das aller Wichtigste

31.01.2021 17:36 • x 1 #26


Landlady_bb

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Zitat von Prinzessin28:
Entschuldige, dann habe ich mich verlesen. Oder ist die Info neu?

Kein Problem.
Die Info in dieser Form ist tatsächlich eher neu, denn anfangs hatte er noch angedeutet, es möglicherweise nicht zu wollen.

31.01.2021 17:57 • #27


Landlady_bb

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Wieder mal ein Update.
K. geht am kommenden Sonntag auf Station und am Montag unters Messer, und ich werde von Tag zu Tag nervöser, dünnhäutiger, und die Tränen sitzen locker.
Es fällt mir schwer, einzuschätzen, wie weit ich ihm helfen kann oder soll, ohne ihm zu sehr auf die Pelle zu rücken oder mich zu sehr abzuschotten.
In den letzten Tagen haben wir ein paarmal telefoniert, denn es gibt da ein Detail, bei dem tatsächlich ich K.s bester Helfer bin.
Auch K.s Sohn R. hat mich öfter mal angerufen, einfach um ein bisschen zu klönen. Mir scheint es fast, als sähe R. in mir inzwischen so was wie eine ältere Schwester, mit der er sowohl die Angst und Sorge um "Vatern" teilen als auch lachen und quatschen kann, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Als ich K. das erzählte, kriegte der einen Lachanfall. Na ja, vom Alter her könnte ich ja tatsächlich ohne weiteres seine Tochter und somit die ältere Schwester seiner beiden Söhne sein.
Aber diese Angst um ihn ... Ich habe überlegt, ob es richtig ist, K. vor seiner OP zu besuchen. Es könnte das letzte Mal sein, dass ich ihn noch mal sehe.
Andererseits frage ich mich, ob dieser Gedanke nicht vielleicht makaber ist ...
Rückblick: 2001, K. und ich gingen gerade ein Vierteljahr miteinander und verbrachten jedes Wochenende zusammen. Die Wochenenden waren uns heilig, die gehörten uns. Da feierte eine Großtante, die ich sehr lieb hatte, ihren Geburtstag. Jeder einschließlich ihr selbst wusste, dass sie Krebs hatte. Ich bat K. damals, ein Wochenende ohne mich zu verbringen, weil ich meine Großtante noch mal sehen wollte, denn es könnte das letzte Mal sein. Er hatte Verständnis, ich feierte Großtantes Geburtstag noch mit - und sie nahm dabei tatsächlich Abschied von mir.
Jetzt habe ich Angst: Fahre ich zu K., dann könnte auch das ein Abschied für immer sein. Fahre ich nicht, dann ... ?
Und was, wenn alles gut geht, er sich aber womöglich Hoffnungen macht, dass wir wieder zusammenkommen? Auch das kann ich nicht verantworten, denn das wäre für mich falsch.
Heute habe ich K. ganz vorsichtig gefragt, ob ihm ein Besuch von mir recht wäre. Er antwortete wie aus der Pistole geschossen: "Na klar, das weißt du doch!" und bat mich, ihm bei dieser Gelegenheit ganz bestimmte Formulare mitzubringen, die er für die Abrechnung seiner Behandlung braucht.
Ich werde also am Wochenende zu ihm fahren - und es hoffentlich schaffen, mir nicht anmerken zu lassen, wie es in mir aussieht.

17.02.2021 00:55 • x 1 #28


tlell

tlell


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Ich wünsche dir und ihm eine gute Zeit die du nutzen kannst. 2019 starb meine Mutter an Krebs. Ich kann dir nur einen Rat geben, nutze die Zeit. Sag was du zu sagen hast, auch wenn du denkst und gesagt wird, du hast noch alle Zeit der Welt! Nichts ist wichtiger als gute Erinnerungen und das Gefühl da gewesen zu sein. Für euch beide übrigens. Gute Erinnerungen helfen unheimlich beim Kampf gegen Krebs. Deinem Freund von Herzen alles Gute. Ich hoffe er wird wieder gesund.


Noch ein kleiner Rat am Rande. Ich les dich eigentlich gerne, aber du bist im Forum oft sehr aggro und unter der Gürtellinie. Aber der auf der anderen Seite, also dem du da schreibst ist auch ein Mensch. Auch er hat Gefühle! Bitte drisch doch nicht mehr so auf andere ein. Beleidige sie nicht. Selbst wenn du Recht haben solltest mit dem was du sagst, kommt es immer noch drauf an, wie du es sagst. Dir alles Gute!

17.02.2021 01:28 • x 2 #29


Sliderman

Sliderman


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Zitat von Landlady_bb:
Ich werde also am Wochenende zu ihm fahren - und es hoffentlich schaffen, mir nicht anmerken zu lassen, wie es in mir aussieht.


Das ist absolut richtig, was du tust. im schlimmsten Fall , würdest du es dir nicht verzeihen, das du ihn nicht besucht hast!
Ich kann mir auch sehr gut vorstellen , wie schwer dieser Weg für dich ist!

17.02.2021 10:29 • x 1 #30



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