Blossom
Gast
Zunächst einmal liebe(r) Verwundert: ich habe einen Bekannten jüdischer Herkunft, dessen Großvater Opfer der nationalsozialistischen Diktatur gewesen ist (überlebte das KZ). Dieser Bekannte erzählte mir, dass kein Humor so zum Himmelschreiend sei, wie der "Jüdische" Die sarkastischsten Witze seien damals im KZ entstanden. Dennoch blieben es Witze von Opfern, wärend die Täter sich nicht darauf beschränkten, böse Witze zu machen.
Desweiteren gibt es etliche "Anthologien" bekannter Psychologenwitze. Wer sich einmal intensiver mit dem Thema Missbrauch beschäftigt hat (in der Kindheit oder im erwachsenenalter), der weiß um die Wichtigkeit darum, das Schweigen zu brechen, sein Leid zu teilen, aufzuhören, die Täter zu decken. Sich mitzuteilen, ist eine Chance, zu genesen und dem Geschehenem einen Namen zu geben. Es sei also jedem gestattet, seinem Herzen Erleichterung zu verschaffen und niemandem damit zu schaden, denn alle Täter bleiben hier anonym. Wenn es hier aber lediglich darum ginge, unsere Ex anzuprangern, dann hätte diese online-Selbsthilfegruppe (als solche empfinde ich diesen Thread) ihren Zweck verfehlt, aber dem ist nicht so. Ich bin immer wieder aufs neue erstaunt, was für einfühlsame, intelligente, reflektierte und liebevolle Menschen hier schreiben. Menschen, die glücklich mit sich selbst werden möchten und ihr Glück nicht darauf bauen, anderen zu schaden. Wer richtig liest, erkennt das.
Zu meiner Geschichte: meine bisherigen Beziehungen verliefen recht normal, bzw. "gesund". Ich hatte Beziehungen zu verantwortungsvollen, liebevollen Männern. Meine letzte Beziehung lief etwa 6 Jahre. Als mein Freund sich von mir trennte weil er sich in eine andere Frau verliebte, brach für mich eine Welt zusammen. Ich verlor meinen inneren Halt, wofür Narzissten feine Sensoren haben. Ich brauchte ca. 2 Jahre um mich von dieser Trennung zu erholen, begab mich in Therapie und verbrachte die nächsten 2 Jahre weinend. Nach diesen 2 Jahren begegnete ich einem Mann, in den ich mich schlagartig verliebte. Diese Liason war der blanke Horror, er entpuppte sich als ein Narzisst im Reinformat, ein schwer destruktiver Mensch. Nach 1,5 Jahren schaffte ich den Absprung. Die Aufarbeitung dauerte wieder sehr lange. Danach war ich wieder lange Zeit single und lernte schließlich einen Mann kennen, mit dem ich nun in einer Beziehung bin. Nach etwa 6 Monaten stellte ich fest, dass ich wieder an einen Narzissten geraten bin- er erzählte mir selbst von seiner Diagnose- NPS. Dass er es so offen aussprach, war für mich ein gutes Zeichen...Jedoch musste ich feststellen, dass er selbst diese Diagnose überhaupt nicht ernst nimmt, gerade deswegen spricht er so offen darüber.
Gerade gestern stand hier wieder die Frage im Raum, inwieweit eine NPS eine Krankheit sei. Ja, es ist eine Krankheit aber Narzissten fühlen sich nicht krank (zumindest nicht, solange sie ihr Spiel erfolgreich spielen), sie sind oft beruflich erfolgreiche Menschen, die Familie haben, die ihr Leben mit Genuss leben usw. Ihre Krankheit zeigt sich nicht im Leiden an sich selbst, sondern darin, anderen Leid zuzufügen. Also sollte mit der Schonung (durch Schweigen) ihnen gegenüber weil sie ja ach so krank sind, etwas vorsichtig sein.
Ich mache an dieser Stelle einen Punkt da mein Text doch sehr lang geworden ist.
Danke, dass es euch gibt. Ihr habt mir sehr oft mit euren Erkenntnissen weiter geholfen, mit eurem Humor zum Lachen gebracht, mit euren Geschichten gerührt.
liebe Grüße von einer stillen Mitleserin