Zitat von Polaris:Kimberly und Sonnenkind
Zitat:ìNein, du bist keine schlechte Mutter! Du bist zwar deinem Kind verpflichtet, aber auch dir! Du leistest im Moment Schwerstarbeit wie alle anderen auch hier. Mache nicht den Fehler, überall perfekt sein zu wollen, ich tat das jahrelang: Gut als Mutter, im Job, Haushalt, Aussehen etc. Dass ich mich dabei völlig überforderte und das Gegenteil dessen erreichte, was ich erreichen wollte, ich war ausgebrannt, sah ich nicht!
Ich denke genau das passiert bei mir gerade. Vier Jahre mich total vergessen. Immer alles "gut" machen wollen,für alle da sein,nur nicht für sich selbst. Vier Jahre durch weg und keinen Tag frei.
Die kleine war bisher insgesamt vllt 4 tage mal bei Oma, in den Tagen hab ich geackert, Wohnung,Ämter etc.
Jetzt wo X nicht mehr vorhanden ist und ich ein wenig zur ruhe komme, merke ich,wie kaputt ich bin.
Vorher fiel das einem gar nicht auf.
Morgen Abend ist mein Abend und Samstag. Ich werde nur den nötigsten Haushaltskram machen. Mein lieblingsessen Kochen (wo ich schon ewig nicht mehr dazu gekommen bin), selbstgemachte Kartoffelpuffer

und ein Bad nehmen.
Ich glaube manchmal das dass "perfekt" sein wollen einem schon mit gegeben wird. Bist du nicht perfekt wirst du ausgetauscht in der Gesellschaft. Alles ist heutzutage austauschbar. Ist ein Gegenstand nicht perfekt,wird er weggeworfen.Bist du im Job nicht produktiv genug oder schwächelst wirst du ersetzt. Wegwerfgesellschaft,leider.
Letztens fiel mir ein Joghurt Becher aus der Hand, die verkäuferin schnauzte mich an, ich sagte nur "entschuldigung,ich bin auch nur ein Mensch,solche dinge passieren". Wie die mich anschaute ....
Die Gesellschaft vergisst immer mehr das "Mensch" sein und ist auf produktivität gepohlt.
Es tut gut verstanden zu werden und es hilft unheimlich. Danke
Hallo Polaris,
ich denke, ich kann mir vorstellen, wie es Dir geht.
Die letzten Jahre hast Du Dich in Deiner Haupt-Lebenszeit um Dein Kind gekümmert - Du hattest eine wertvolle Aufgabe, es wurde auch erwartet & ja, schnapp sitzt man in der Rolle der Mutter & NUR noch in dieser. Das Gefühl hatte ich auch eine Weile, dass ich nur noch als Hausfrau & Mutter von meinem EX wahrgenommen wurde. Er degradierte mich förmlich dazu - so lebte man ihm das im Elternhaus auch vor, aber freisein tickte da völlig anders!
Ich zog mir Omas Kittelschürze an, stellte dem Herrn ein Tellergericht (ich glaube, es waren Rouladen) Sonntagmittag auf den Tisch & kassierte dann 13,80€ bei ihm ab - das gab zwar irre Streit, aber SO zeigte ich ihm, dass ich NICHT seine kostenneutrale Putze & Köchin bin. Der Sonntag war gelaufen & er haute ab...
Zum Schluss der Beziehung setzte ich ihm die Pistole auf die Brust: entweder wir holen uns von aussen professionelle Hilfe oder es läuft auf Trennung hinaus, denn die Schieflage in der jahrzehntelangen Ehe war für mich unerträglich - soll heißen, ich fühlte mich von ihm in eine Ecke gedrängt: DU Mutter / ICH kann machen was ich will. Er entschied sich für den scheinbar leichteren Weg & zog direkt ins Elternhaus der Next.
So Polaris & WAS passierte JETZT? Natürlich war ich enttäuscht & auch geschockt, aber eher, dass er NICHT den gemeinsamen Weg mit mir gehen wollte & meinen Vorschlag, der Hilfe suchen somit verwarf - soll heißen, ich hatte mich mit meiner Rolle, die er mir zudachte nicht abgefunden & mich "gewehrt". Ich spreche jetzt aber nur für mich: mir war wichtig, dass ICH & natürlich meine geliebte Tochter WEITERleben & so setzten wir einen Schritt nach dem anderen. Es gehörte eine große Portion Mut dazu, die Dinge anzugehen. Mir ist fast das Herz in die Hose gerutscht, als ich bei der Bank vorsprach & denen erklären wollte, dass ICH Mitvierzigerin alleinerziehend den Kredit vom Haus übernehmen möchte (ich hatte gerade seit 6 Wochen eine neue Arbeitsstelle angetreten) - wenn die NEIN gesagt hätten, hätte ich auch die Absage akzeptieren müssen, aber der Banker fragte nur: "Fr.XY, WANN machen wirs"

- soll heißen, ich hatte überzeugt, WEIL ich das bin, was ich bin & dazu gehört AUCH Mutter, aber ich bin noch viel mehr & ja, auch ich bin ganz gern mal für mich, bin ein Kopfmensch & denke gern mal nach.
Auch ich habe sehr viele aus meinem Umfeld verloren (wohl aus Konkurrenzdenken, Neid,Mitleid) - aber das ist mir HUPE - ich werde ganz sicher Menschen um mich wieder haben, die mir gut tun & mich nicht stigmatisieren.
Polaris, vielleicht kannst Du kurzfristige, mittelfristige & langfristige Ziele für Dich benennen & dann überleg mal, wie Du da hin kommst - so hatte das bei mir funktioniert & eine meiner Stärken ist Weitblick & so konnte ich im Vorfeld schon viele Weichen stellen.
Es ist auch der Selbstwert, der in all den Jahren gelitten hat & wenn Du Dinge angehst & auch mit Erfolg erreichst, dann steigert das Dein Selbstwert & Deine Selbstachtung - & ja, es macht glücklich & ich kann von mir schreiben, dass ich glücklich bin - mit mir & ich mache es nicht von andren abhängig!
Mein Kind hat mir das gezeigt - sie ist mit sich glücklich & so haben wir ein doppeltes Glück!
LG freisein