@Phoenix
Hi Sweetheart,
Zitat:Guten Morgen, liebe Kimberly,
Ich schätze diese Vermutungen sind Dein Bauchgefühl. Deine Kombination aus dem, was Dir von ihm präsentiert wurde und dem Weiterdenken. Da Du nur Antworten von ihm bekommen hast, die er Dir geben wollte, mußTest Du Dir alles Weitere selbst zusammendenken oder ausmalen. Aus seinem absichtlich "offen gelassenen" die Antworten selber geben. Das lenkt wunderbar vom eigentlichen Silbertablett ab. Die Antworten wirst Du nie bekommen, weil er es nicht will. Die Frage ist, was wäre wenn, wir Antworten hätten.
"ich habe dich nicht geliebt, dich nur benutzt"
"ich bin dir mehrmals fremdgegangen"
"ich habe dich auf meine Art geliebt"
"ich habe dir was vorgemacht, weil ich dich brauchte"
"ich habe dich angelogen, weil ..."
Was würdest Du mit diesen Antworten anfangen?
Könntest Du dann abschließen?
Oder würde aus jeder Antwort eine neue Fassungslosigkeit und Grübelei entstehen?
Würde sich der Haß auf ihn verstärken? Was machst Du dann mit der Erkenntnis, die Deine Vermutungen bestätigen? Im Grunde genommen HAST DU DOCH BEREITS ALLE ANTWORTEN, DIE DU BRAUCHST. Warum brauchen wir Beweise für etwas, was wir eigentlich längst wissen? Unserem Wissen, bzw. Bauchgefühl aber nicht vertrauen, weil wir denken, es kann nicht sein, was wir vermuten? Weil wir uns in unseren Vermutungen durch ein Geständnis bestätigt fühlen würden?
Wenn ein Mann eine tolle Frau an seiner Seite hat, sich aber trotzdem in S.Börsen herumtreiben muß, dann, weil er einen Trieb hat. Den Trieb der Suche nach Anerkennung, probieren was nebenbei noch geht, oder die Sucht nach S.. Beides ist die Antwort; er hat Dich beiseite gelegt und ist seinen Trieben, mit dem Wissen Dich damit zu verletzen, gefolgt.
Kimberly schrieb:
Das mit den tausend Fragen, das macht mich manchmal irre, deswegen auch das Gedankenkreisen....Auch das mit der Hoffnung kenne ich, da ist noch irgendwo in mir so ein ganz kleines Stückchen Hoffnung, dass der jekyll nicht ganz gelogen sein möge...
Warum, ist Dir dieser Mini-Jekyll so wichtig, Kimberly?!
Und was wäre denn, wenn es 20 % Jekyll gegeben hätte?
Trotzdem noch 80 % Hyde!
Natürlich weiß ich, dass mein Bauchgefühl entscheidend ist, denn das ist es, was zählt, wenn man es mit einem Menschen zu tun hat, der die Lüge unendlich kultiviert hat. Aber es ist so, als wenn ich nochmal ein Geständnis bräuchte, vielleicht aber auch nicht um des Geständnisses willen, sondern in der Hoffnung, es käme zumindest so etwas dabei raus:
Zitat:"ich habe dich auf meine Art geliebt"
Das hinter dieser meiner Haltung diese noch immer verzweifelte Gefühl des Liebengewolltwerdens steht (Mama lässt grüßen!), liegt für mich auf der Hand. Und dieses Gefühl ist nach wie vor noch so stark, dass jede Verstandesbemühung dagegen nur schwer ankommt. Denn an sich ist es unverständlich, dass man von diesem einem Menschen auf der Welt, der sich wie ein Obera...verhalten hat und zudem mit höchster Wahrscheinlichkeit sehr emotional und psychisch gestört ist, unbedingt geliebt werden will. Tagtäglich bete ich mir nun vor, "ich muss nicht von jedem geliebt werden/ich muss auch nicht jeden lieben" und "ich muss nicht jedem gefallen/mir muss nicht jeder gefallen", aber die alten Kindheitsmuster sitzen tief!
Aber so erklärt sich auch mein Wunsch, wenigstens ein Fitzelchen möge an dem Jekyll wahr gewesen sein, damit ich nicht das Gefühl habe, 5 1/2 Jahre in einer völligen Scheinwelt gelebt zu haben.
Ich vermute auch, dass die Wahl auf ihn u. a. fiel, eben weil er gewisse Charakterzüge meiner Mutter besitzt.
Nun, wie du und Sahara schon schriebt, es ist unsere Aufgabe, aus der Narzbeziehung zu lernen, dann kann eine Metamorphose stattfinden, oder man kann wie "Phoenix aus der Asche steigen"
Denn natürlich hast du völlig Recht und ich habe mir auch schon meine Gedanken darüber gemacht, dass die Frage:
Zitat:Oder würde aus jeder Antwort eine neue Fassungslosigkeit und Grübelei entstehen?
auftauchen würde.
Nämlich das würde genau passieren, zum einen, weil ich diesem Menschen aber auch gar nichts mehr glauben kann, hinter jeder Aussage eine weitere Manipulation vermuten würde, zum anderen aber auch, weil die Antworten neue Verletzungen, eine neue Atemlosigkeit und Fassungslosigkeit hervorrufen könnten.
Und komischer Weise habe ich genau in den von dir genannten Zahlen gedacht: Vorher war er zu 80% der Jekyll und nur 20% ließen mich zweifeln und misstrauisch sein (aber das wahre Ausmaß seines Betruges und Verrats hätte ich mir zu dem Zeitpunkt auch in den schlimmsten Träumen nicht ausmalen können), und jetzt hat sich das Verhältnis umgedreht mit zunehmender Tendenz, dass der Jekyll immer kleinere Ausmaße einnimmt.
Natürlich bin auch ich nicht perfekt, natürlich habe auch ich mal gelogen in der Beziehung, natürlich habe auch ich mich nicht immer fein benommen und habe beziehungsferne Gedanken gehabt, aber für mich besteht immer noch ein Unterschied in der Quantität und Qualität der Lügen und des Betrugs. Meine "Verfehlungen" würde ich nämlich nicht als beziehungefährdent bezeichen, seine dagegen doch!
LG
Kimberly