Liebe Gipsy,
vielen Dank für Deinen wertvollen Beitrag. Du hast sehr viel in Worte gefaßt, wie ich heute überwiegend empfinde.
Ich weiß nicht mehr genau, wie das mit der Klorolle begonnen hat, aber irgendwie sehe ich es jetzt so, dass sie Menschen wie Solche behandeln. Blatt für Blatt schön perforiert, leicht im Abriß - die/das nächste bitte, wenn das Blatt verbraucht ist, und nochmal auf das alte Blatt geschissen, während der Blick schon freudig das nächste Blatt erhascht.
Zitat von Gipsy:Ich nahm manchmal an, es läge daran, dass es eben DIE wahre Liebe war- trotz allem schrecklichem, wir also 2 Seelenverwandte, die nur durch seine Krankheit entzwei gerissen werden....
Weißt Du, ich sehe das so, dass diese "Krankheit" mich und ihn gar nicht auseinandergerissen hat, sondern mir MEINEN verlorenen Teil zurückgegeben hat, bzw. mich auf die Suche zu mir geführt hat. Ich DACHTE damals, ich liebe ihn. Aber das habe ich nie getan, denn mitten in meiner Verliebtheitsphase wurde ich ja bereits mit diversen Abwertungen unterbrochen. Da konnte sich nichts
weiter entwickeln. Was blieb war Hoffnung und der Sog in die Abhängigkeit. Ich war abhängig von seinen Launen und vom "warten" auf wieder schöne Zeiten. Es ist nicht so, dass wir zwischen den Abwertungsphasen keine schönen intensiven Zeiten hatten, aber die waren immer von der Hoffnung begleitet "hoffentlich bleibt´s jetzt mal ne Weile schön".
Zitat von Gipsy: dass sie aber einen blinden Punkt in meiner Seele trafen, meine Seele schien nicht die Strukturen zu haben, diese als das wahrzunehmen, was sie sind: nicht Liebe. Eine Art Wahrnehmungsbehinderung, die man so erklären könnte: manche Tiere z.B. können höhere Töne als wir Menschen hören, diese Töne sollen jetzt mal für die destruktive Seite des Narzissten stehen. Ich weiß rational dass es sie gibt, aber mir fehlt das Instrumentarium, sie wirklich wahrzunehmen, ich kann die bösen Töne nicht hören aber werde ihrer Auswirkungen gewahr
Ich glaube schon, dass ich die Töne hörte und auch wahrnahm, sie aber nicht kannte, sie folglich nicht zuordnen konnte und deshalb nicht damit umzugehen wußte. Also kümmerte ich mich erstmal nur um die mir bekannten Töne und versuchte permanent sie zu intensivieren.
Zitat von Gipsy: (wobei in meinem Fall von Anfang an deutlich war, dass dieser Mann mich nicht glücklich macht).
Schon merkwürdig, ich spürte das nach sehr kurzer Zeit, gab jedoch dem "Rausch" Vorrang, der dieses anfängliche Gefühl ganz schnell zunichte machte.
Zitat von Gipsy: Ich wundere mich manchmal über mich selbst, über meine beharrliche Liebe, die zu viel erduldete. Heute ist mir klar, heißt, ich fühle es: er war nie wirklich für mich da, er war unzuverlässig, er ging fremd, er demütigte mich
Ich bin froh, mich jetzt so über mich wundern zu können. Zeigt es mir den riesen Schritt, den ich bereits geschafft habe. Nicht nur den, mich wundern zu
können, sondern auch den Schritt, mich für meine Geduld nicht mehr zu verurteilen. Erkenne ich heute ganz klar, dass ich bei oder mit vielen Menschen zu geduldig war, oder wie ein Flummi umhergehüpft bin, mit dem Ziel aufgefangen zu werden. Aber ich bin immer wieder zurück zum Ausgangswurf "flummiert". Nun "fing" Narz den Flummi, und begann ihn langsam auf ein Nagelbrett zu werfen, große Einkerbungen entstanden. Wie "repariert" man diesen Schaden? Da ich nicht mehr "wie gewohnt" hüpfen konnte, war ich gezwungen zu lernen mich anders durch´s Leben zu bewegen. Nämlich ohne
glatte Oberfläche.
Zitat von Gipsy: Da ist kein Aber mehr in mir, kein aber, er kann ja auch anders, kein aber, er wird sich irgendwann öffnen...
Dieses "Aber" habe ich oft für mich (und andere) benutzt, um zu rechtfertigen, warum ich bei ihm blieb. Und nun sitze ich, ebenso wie Du, kopfschüttelnd da und denke, dass dieses "er kann ja auch anders" so was von uninterssant und unbedeutend für mich geworden ist, da es nicht mir, sondern seinen Zwecken galt, und nur die Vorboten zur nächsten Demaskierung waren. Ob er sich zukünftig öffnet oder verschlossen bleibt, sei ihm überlassen, damit habe ich nichts mehr zu tun.
Zitat von Gipsy: Ich lerne, es als Liebe zu empfinden, ich wusste nicht, dass diese Beziehung Ausdruck dafür war, dass ich mich im Grunde genommen damals noch nicht lieben lassen konnte, aber das wusste ich natürlich nicht.
Trifft zu 100% auch auf mich zu. Sehr schön beschrieben!
Zitat von Gipsy:
Ich habe (vielleicht auch durch das Unglück mit ihm) geschnallt, dass ich keine Liebesleistungssportlerin sein muss, um mir die Liebe zu erkämpfen, zu verdienen.
Das ist bei mir ein Thema und rührt aus der Kindheit. Mittlerweile "begegne" ich meinen Eltern anders. Das war nicht einfach, und ich habe es langsam angehen lassen. Sie wissen, dass sie in mir mit versteckten Vorwürfen keine Schuldgefühle oder "hab mich wieder lieb" Reaktionen mehr auslösen können. Meine Eltern haben mich lieb, dass weiß ich, aber ich kämpfe nicht mehr darum, DASS sie mich lieben. Und siehe da, es funktioniert. Ich tue das nicht, um meine Eltern zu "bestrafen" ; ich tue es für mich. Angefangen habe ich damit in sehr kleinen Schritte, wie z.B. mit der Gegenfrage "was willst du mit deinem Vorwurf bei mir auslösen oder damit bezwecken?" oder "tut mir leid, ich kann mit deinem Vorwurf nichts anfangen". Es war interessant die Reaktionen zu hören wie z.B. "naja, aber....." bis "ich mein ja nur mal". Ja, ich meine auch "nur mal". Keine Rechtfertigungen von meiner Seite, kein entschuldigen. Denn ich habe nichts Böses oder Unentschuldbares getan, ich habe lediglich nicht nach ihren Vorstellungen und Erwartungen gehandelt.
Zitat von Gipsy: Seine stets im Frühling einsetzende "Liebe" (wie im Tierreich), die er immer mal wieder ganz vergaß (Hups! Ich bin ja gar kein single, hatte es ganz vergessen!), hat auf mich keine Wirkmacht mehr, sie betört mich nicht mehr wie früher wie auf Knopfdruck, sie langweilt mich nur noch denn ich FÜHLE, was fehlt. Im Grunde alles, was eine Beziehung ausmacht.
Ich muß schmunzeln, denn irgendwann sagte er mal zu mir (in einem super gute Phase Telefonat) "manchmal vergesse ich, dass ich dich liebe". Ich fand das saukomisch, und hab mich fast gekringelt vor lachen und schob noch hinterher, wie sehr ich seinen Humor liebe. Seine Absicht dahinter ist klar, aber da ich SEINEN Humor in diesem Moment ganz unbewußt "bewunderte", blieben weitere Verunsicherungspläne aus.
Mich langweilt nicht nur diese "wenn´s ihm mal gerade paßte Liebe", sondern mittlerweile auch sämtliche Programme, die er abgespielt hat.
Liebe Grüße,
Phoenix