Guten Morgen @ all,
Groupie
Zitat: Ich hatte sehr viel Wut im letzten Jahr.
Konnte kaum mal traurig sein.
Wenn ich heute traurig bin,
dann nicht, weil ich ihn verlor,
sondern wegen mir.
Weil ich so bin
und sowas mitmache.
Und das ist das, was mich am meisten fassungslos
Danke Groupie, Du hast es auf den Punkt getroffen. So geht es mir auch. Dennoch ist da auch die Fassungslosigkeit darüber, dass es so etwas wie einen Narzissten gibt. An meinem Ex hänge ich ja gar nicht mehr, dennoch graust es mich, bleibt da immer etwas ungeheuerliches in mir zurück.
Sahara
Zitat: da ist sie endlich, deine Wut!
Das ist das beste, was dir passieren kann. Sie ist erstmal gewaltig und man fragt sich, was da aus einem rauskommt!?
Das ist eine enorme Energie, die sich da in dir versteckt hat und sie hat nur nach dem richtigen Auslöser gewartet.
Die Gefühle, die man über einen viel zu langen Zeitraum verdrängt hat, kommen mit einem Mal hoch.
So negativ sich die Wut auch erstmal anfühlt, lass sie raus, sie ist gut für dich, weil sie dich entstaut und reinigt, dich befreit von zuviel Ballast, der deiner Seele zu schwer geworden ist
Danke auch Dir! Das ist so eine Sache mit der Wut bei mir. Plötzlich überkommt sie mich und viele kluge Einsichten und genauso schnell wie sie gekommen ist, verschwindet sie wieder. Ich sitze hier gerade sehr wutlos

Darum habe ich das Gefühl, sie bringt mich nicht wirklich weiter. In mir ist ein Mechanismus, der diese Wut ganz schnell wieder in weiche Tücher hüllt, es folgt eine Art Verstummung in mir. Darum fällt es mir auch gerade schwer, hier zu schreiben. Wut-Explosion-weiche Tücher-Sprachlosigkeit. Wie bleibt man im Kontakt mit seiner Wut?
Phoenix
Zitat:
Internet, Se*x- und Singlebörsen Börsen, Hummeln im Arsc*, andere von sich überzeugen wollen, Reaktionen einfordern, und und und. Damit stopfen sie doch die Löcher der (inneren) Einsamkeit.
Ein Mensch, der ewig auf der Suche ist, weil ihm nie reicht, was oder wen er hat, IST EINSAM.
Sehr schön auf den Punkt gebracht!
Liebe Krümel,
wie geht es Dir heute? Hattest Du schon vor Deiner Beziehung zu Deinem Ex wenig/keine sozialen Konatakte als die bei der Arbeit? Ich denke, diese Wochenenden sind weniger belastend für Dich wenn Du ein paar liebe Menschen um Dich hast. Die Energie, die man sich gibt, ist nicht zu unterschätzen. Die Dinge, die uns das Herz schwer machen, bleiben ersteinmal die gleichen aber durch die Energie anderer Menschen können wir wenigstens zeitweilig eine Art Zugang zu dem bekommen, was manchen von uns momentan verloren gegangen ist; es ist quasi eine Art Erinnerung an das Schöne im Leben und in uns. Nach der Beziehung zu meinem Ex war auch ich recht einsam, hatte meine Kontakte vernachlässigt, war so eingenommen durch diese Themen, dass ich mich unfähig fühlte, mich mit Freunden zu treffen und über ganz "normale" Dinge zu sprechen...Ich hatte nur diese Thematik im Kopf. Geht es Dir genau so? Eine Beziehung mit einem Narzissten kann einen echt in die (innerliche) Isolation treiben. Zum einen sind viele Narzissten vereinnahmend, arbeiten an der Isolation (tat mein Ex massiv und ich meine, auch mein jetziger Freund will mich ganz für sich, wirft mir immer vor, ich würde meine Freunde ihm bevorzugen. Aber nie wieder werde ich meine Freunde wegen eines Mannes vernachlässigen! Soweiso komisch, wenn ein Partner so etwas von einem verlangt....), zum anderen können einen diese Erlebnisse so vereinnahmen, dass einem der Zugang zum "normalen" Leben eine zeitlang verwehrt bleibt. Aber das belibt nicht so Krümel. Je mehr Du Dich selbst zurück gewinnst, desto eher werden sich neue Kontakte auftun- ganz von alleine. Ich vergleiche es immer gerne mit einem Kind, das zuhause sehr belastende Verhältnisse hat- z.B. beide Eltern Alk.. Oft werden diese Kinder sehr früh zu Einzelgängern, Außenseitern und meinen dann, es läge an ihnen, meinen, irgend etwas stimme nicht mit ihnen aber dem ist nicht so. Sie sind wie eingesponnen in die Problematiken der Familie, so das wenig Raum bleibt für anderes.
Vielleicht hat all das mit Deiner Situation gar nichts zu tun, aber das ist es, was mir dazu einfällt.
Kimberly
Zitat: Die Fragen, die sich dir aktuell stellen, kann ich angesichts der Diagnose sehr gut verstehen. Schon in einer "normalen" Partnerschaft würde mich die Frage verfolgen, ist es denn nun Instinkt oder Verfolgungswahn?
Liebe Kimberly,
das und was Du gestern zu den Zwangsgedanken schriebst, lässt mich nicht los. Auch ich frage mich immer wieder: Zwangsgedanken, Verfolgungswahn oder gesunde Reaktion? Ich tippe auf letzteres und handel dennoch nicht danach. Es ist sehr sehr schwer, da durchzublicken. Ich bin ja in Therapie und meine Therapeutin ging davon aus, dass ich meine "Zwangsgedanken" loswerden müsse und wir arbeiteten daran...Ich denke, dass das ein großer Fehler war denn das, was in mir schreit, ist wohl eine gesunde Reaktion auf meinen Freund und keine Projektion eines vergangenen Erlebnisses auf ihn. Darum hat es mich so tief bewegt, als Du schriebst, wenn Du dich umgebracht hättest, dann hätten alle angenommen, Du habest unter Deinen traumatischen Kindheitserlebnissen gelitten- dabei littst Du unter Deinem Ex. Hoffe, ich habe es richtig verstanden und lege Dir hier nichts falsches in den Mund. Und sorry für meine heute etwas hölzerne Art zu schreiben, ich bin im Verstummungsmodus.
Ich schicke das jetzt einmal ab, damit es nicht verloren geht.