Phoenix07
Gast
Zitat von Blossom:.... aber wie bleibe ich bloß im Konatkt mit meiner Wut? Trauer etc. kann ich gut aushalten denn Traurigsein durfte ich als Kind, schwach sein auch....Aber wütend?
Liebe Blossom,
ich erinnere mich, diese Wut, nie WIRKLICH länger als mal einen Tag gehabt zu haben. Anfangs gar nicht. Allerdings als sie dann mal da war, hab ich sie doppelt und dreifach gespürt und dementsprechend auch heftigst rausgelassen. Bin schimpfend wie´n Rohrspatz in meiner Wohnung von links nach quer gelaufen, übelste Beschimpfungen entglitten meinem Mund, habe Ausdrücke angewandt, die man noch nicht mal bei Google findet, habe Kissen zertrümmert und auf meiner Couch rumgekloppt. Aber diese Wut hat nie lange angehalten. Und kam ungefähr wenn´s hochkommt, alle 3 Wochen mal. Ich habe mehr geheult.
Weißt Du, und jeder im meinem Umfeld sagte mir, dass die Wut länger anhalten müsse, dass sie nicht verstehen, warum ich immer wieder in den Trauermodus zurückfalle. Heute weiß ich für mich, dass meine Wut Dosis genau auf mich und für meine Verarbeitung zugeschnitten war. Natürlich ist Wut gut und dient der Entladung. Aber wer bestimmt denn darüber wie lange sie anzuhalten oder wann sie zu kommen hat? Richtig: Nicht andere Menschen und schon gar keine Vorgaben in Sachbüchern.
Wut drückt sich bei jedem Menschen anders aus, und wird anders wahrgenommen. Der eine ist laut, der andere leise wütend. Wütend sein heißt ja nicht unbedingt, Kissen zerkloppen oder alle Teller aus dem Schrank zu schmeißen. Sie kann auch ganz anders stattfinden. Manchmal erkennen wir die stille Wut gar nicht als solche.
Sie kommt und geht, wie und vorallem WANN es ihr gerade paßt, und nicht wenn wir es wollen oder sagen "ich muß doch irgendwann mal wütend sein". Ja, werden wir vielleicht, und wenn, dann immer zum genau richtigen Zeitpunkt, nämlich dann, wenn´s soweit ist.


Ja, Phoenix, ich sehe mich auch noch in meiner Wohnung rumrennen und die ganze Ungerechtigkeit, nein nicht zum Himmel, sondern in die Himmelsrichtung wo er wohnt, aus mir heraus zu 'schreien'. DAS hat mir sehr geholfen, meine Schuldgefühle abzutragen! die Wut hat mich im wahrsten Sinne des Wortes ent-lastet.
Da steckt doch wieder etwas widerliches dahinter: ich (also der Narzisst) weigert sich, Dich zu speigeln, etwas schönes zu spiegeln. Und eine Weigerung, selbst Eingeständnisse zu machen, Dir zu danken, dankbar zu sein usw. Ein wahnsinniges Geizen mit Gefühlen. Einfach nur schrecklich. Wie fühlt man sich danach? So, wie der Narzisst es sich wünscht. Schrecklich, wertlos und wie vor den Kopf gestoßen.
Macht sich gut, die Kombination Windstopperjacke mit Pailttenkleid