Allen Ausuferungen

vorweg, möchte ich euch einen schönen Satz mitgeben, der mir dabei geholfen hat, mich von meinem Narzissten zu trennen
"Es ist schön wenn Männer kämpfen, aber lass ihn für Dich kämpfen."
Hallo Kimberly,
Zitat: Am Anfang des Narzdesasters sagte eine Therapeutin mal zu mir: "Sie sind seit ihrer Kindheit auf schmerzhafte Beziehungen programmiert worden, bemühen Sie sich, diese umzuprogrammmieren."
Das trifft auch auf mich zu und ich habe nicht eine gesunde Beziehung geführt, sondern einen zutiefst kranken Menschen versucht, zu überreden, dazu zu bringen, dass wir eine gesunde Beziehung führen können. Das ist aber der falsche Weg gewesen! Vor mir standen 2 Vasen: eine wunderschön und heil, bereit, die schönsten Blumen zu fassen, eine andere war ein Scherbenhaufen und ich machte mich an die Arbeit, ihn zusammen zu flicken. Heute habe ich nicht mehr das geringste Interesse daran, einen Scherbenhaufen mit all meiner Kraft zusammen zu flicken und mich daran noch blutig zu schneiden.
Ich glaube, dass bei mir das Thema Abgrenzung ganz wichtig ist. Ich verschmelze oft empathisch mit anderen Menschen und verliere mich dabei selbst. Ich muss mich selbst immer wieder zureckruckeln

, eine Grenze im Geiste und eine Grenze der Emotionen ziehen und frage mich dann "Was hat das mit mir und meiner Zufriedenheit zu tun?!" Ein Narzisst verführt dazu geradezu da er sehr viel verlangt, sehr bedürftig ist. Ehe man sich versieht, ist man ganz "bei ihm (bei ihr)" und schwups, hat man sich mal wieder selbst vergessen. Es ist ein kleiner Selbstverlust und ohne sich selbst fühlt man sich schwach und bedürftig...und was tut man? Man sucht im Gegenüber....bekommt aber beim N nichts...Und so verschlingt einen der Abwärtsstrudel. Darum halte ich die KS zum N für so wichtig.
Zitat: Dies würde ja in etwa dem entsprechen, was du beschreibst... Kannst du eventuell beschreiben, wie deine Metamorphose von schmerzhafter zur liebevoller Beziehungsprägung von statten ging? Hast du in irgendeiner Form an dir "gearbeitet" oder passierte der Erkenntnisprozess wie von selbst, quasi durch den Schmerz der Narzbeziehung bedingt?
Ich habe leider mein halbes Leben lang an mir arbeiten müssen

Als ich meinen Ex kennenlernte, meinte ich bereits "angekommen" zu sein

(Hatte schon Therapie gemacht...) und ich habe Jahre gebraucht um mich von ihm zu trenen! Erst äußerlich dann innerlich! An die 4 Jahre! Es ist schwer zu sagen, wie das von statten ging. Natürlich ganz viel Therapie (in meinem Fall notwenig) aber das allein wars nicht. Ich habe trotz krankester Prägungen immer den Wunsch in mir gehabt, mich selbst zu entwickeln und zu verwirklichen, ich habe immer gesucht, geforscht, habe mich nie mit dem Unglück abfinden wollen. Ich denke, wesentlich war und ist immer eine ungeheure Offenheit gewesen, eine Offenheit, meine Glaubensmuster, meine tiefen tiefen Überzeugungen in Frage zu stellen. Mich also quasi völlig ins Ungewisse zu begeben und in das Gute zu vertrauen. Das heißt z.B. für meine N-Beziehung: ich liebte ihn so sehr! Ich fühlte mich irgendwann existentiell abhängig von ihm! (ganz schlimm), so dass ein Rückzug von ihm, bei mir Magenkrämpfe, Verzweiflung und Angst Angst Angst auslöste. Dennoch sagte ich mir: ich weiß im Grunde nichts, ich weiß nur, dass ich damit nicht glücklich bin und dass es ganz viel gibt, dass ich noch nicht weiß, dass ich noch nicht erfahren habe. Dieses Etwas war aber noch nicht einmal zu erahnen. Es war das blinde Vertrauen ins Gute, darin, dass sich alles zum guten wendet, wenn ich meinem Gefühl vertraue, dass mich hat gehen lassen. Mein Credo ist "Dem Gehenden eröffnet sich der Weg" Ab ins Ungewisse. Und die Türen öffenen sich dann tatsächlich- wenn auch langsam und das gibt Sicherheit! Hmmm, jetzt bin ich etwas ab von Deiner Frage oder?

Aber im Grunde kann man das auf die Liebe beziehen. Ich habe trotz größter Liebe losgelassen, aufgehört, zu grübeln, verstehen zu wollen, habe mich auf mich konzentriert...Hab mir immer wieder gesagt: ja, JETZT noch ist es alles so, ich liebe ihn aber wer weiß, was sich in meinem Inneren entwickelt. Ich habe den Fokus Stück für Stück von ihm auf mich verlagert und das war eine Abenteuerreise! Und je näher man sich selbst kommt, desto weiter weg ist man vom N denn Selbstliebe, Selbstfürsorge und N geht einfach nicht zusammen. Irgendwann spürt man es und ein N fühlt sich dann echt an wie ein störendes etwas, ein Parasit der an einem saugt und den man nur noch abschütteln will.
Entschuldige wenn ich Dich mit dieser Antwort enttäusche, ich kann es momentan nicht besser in Worte fassen.
Ach so, fast vergessen, ich habe jahrelang diese Vergegenwärtigungsklorolle behilfsmäßig über meinem Bett hängen gehabt. Herz sagte: ich liebe ihn, Kopf las Klorolle. Ich habe damals richtig auswendig gelernt, was er mir antat, warum er mir nicht gut tat, wirklich auswendig gelernt! Wahnsinn! Heute fühle ich einfach nichts mehr für diesen Parasiten und mein Kopf ist in Bezug auf ihn leer. Ich bin schon fast genervt wenn jemand fragt, warum es mit uns nicht klappte denn dann könnte ich sagen: weil er mich belogen, betrogen, manipuliert...hat aber dazu müsste ich das Auswendiggelernte hervorkramen, stattdessen ist da nur ein Gefühl, nur eine Aussage "Er hat mich nicht glücklich gemacht. Er gibt mir nichts. Schei.ß drauf, warum das so ist, ich frage mich ja auch nicht, warum mir jeder x-beliebige Mann auf der Straße nichts gibt."
So siehts ungefähr bei mir aus. Wie ist es bei Dir Kimberly? Hast Du noch intensive Gefühle für ihn?
Hallo Phoenix,
danke Dir sehr für Deinen Beitrag! Ich werde noch drauf eingehen, sobald ich Zeit habe.
Wünsche euch allen einen sonnigen Tag voller Selbst-Bewusstsein

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