Zitat: Ich weiß nicht mehr genau, wie das mit der Klorolle begonnen hat, aber irgendwie sehe ich es jetzt so, dass sie Menschen wie Solche behandeln. Blatt für Blatt schön perforiert, leicht im Abriß - die/das nächste bitte, wenn das Blatt verbraucht ist, und nochmal auf das alte Blatt geschissen, während der Blick schon freudig das nächste Blatt erhascht.
Ja kaum zu fassen aber so ist es. Ich glaube, je mehr Energie ein Mensch in die Beziehung zu einem Narzissten investiert, desto interessanter bleibt er für den N. War beiuns jedenfalls so. Sie wollen bedingungslos geliebt werden aber das allein genügt nicht, es langweilt sie. Sie lieben das Hü und das Hott, sie ertragen keine Harmonie, brauchen unentwegt Reibung. Das wird in diesem Buch- wie heißt es noch? "hilfe, ich liebe einen Narzissten"? beschrieben. Die Autorin hat bis zu einem gewissen Grad recht mit ihren perversen Tipps, wieman einen N am Ball halten kann aber das ist ein Selbstmord auf Raten: Liebe ihn abgöttisch aber sei selbst immer mal wieder unberechenbar, unverständlich, entziehe Dich ihm, sei dann wieder ganz nah, ignoriere seine Abwesenheit, mach keine Vorwürfe usw. Ist das eigentlich eine Anleitung für eine Ausbildung zum Kriminologen? Man soll sich komplett verausgaben, damit man ein Stück Klopapier bleibt, dass immer mal wieder hervorgekramt wird. Was für ein Glücksversprechen!

Genauso könnte man eine Anleitung schreiben, wie man auf einer hauchdünnen Eisdecke auf einem See tanzt und dennoch anmutig aussieht.
Zitat: Weißt Du, ich sehe das so, dass diese "Krankheit" mich und ihn gar nicht auseinandergerissen hat, sondern mir MEINEN verlorenen Teil zurückgegeben hat, bzw. mich auf die Suche zu mir geführt hat.
Ja, das sehe ich heute genauso aber hast Du es auch schon so gesehen, als Du ihn noch geliebt hast?
Zitat: Ich DACHTE damals, ich liebe ihn. Aber das habe ich nie getan, denn mitten in meiner Verliebtheitsphase wurde ich ja bereits mit diversen Abwertungen unterbrochen. Da konnte sich nichts weiter entwickeln. Was blieb war Hoffnung und der Sog in die Abhängigkeit. Ich war abhängig von seinen Launen und vom "warten" auf wieder schöne Zeiten. Es ist nicht so, dass wir zwischen den Abwertungsphasen keine schönen intensiven Zeiten hatten, aber die waren immer von der Hoffnung begleitet "hoffentlich bleibt´s jetzt mal ne Weile schön".
Du meinst, es war von Deiner seite keine Liebe, sondern ein Hoffen/Warten? Du warst in die Hoffnung auf eine bessere Zeit verliebt?
Genau, es kann sich nichts entwickeln. Es bleibt ein Tanz auf hauchdünnem Eis. Im Grunde bleibt man miteinander immer an der gleichen Stelle, man jongliert mit den fragilen Beziehungsbällen, dass sie ja nicht fallen. Der N wirft immer mal wieder einen Ball hoch und man selbst tut alles, damit er nicht zu Boden fällt.
quote] Ich glaube schon, dass ich die Töne hörte und auch wahrnahm, sie aber nicht kannte, sie folglich nicht zuordnen konnte und deshalb nicht damit umzugehen wußte. Also kümmerte ich mich erstmal nur um die mir bekannten Töne und versuchte permanent sie zu intensivieren. [/quote]
Schwieriges Thema. Natürlich hörte auch ich die Töne, es tat ja weh aber dennoch war da ja offenbar eine Akzeptanz/eine Taubheit/ein blinder Fleck in mir, ich nahm die Auswirkungen (meinen Schmez) wahr, rational wusste ich auch, dass er mir Unrecht tut aber emotional konnte ich die Bosheit nicht erkennen. Vielleicht ist das das gleiche, wie es nicht zuordnen zu können. Ich frage mich aber, wieso ich es überhaupt zuordnen wollte. Denn wenn mir jemand auf der Straße einen überzieht, dann versuche ich das auch nicht zuzuordnen, sondern bringe mich in Sicherheit oder schlage zurück

Aber auch ich konzentrierte mich wie Du auf die angenehmen Töne. Alles Böse musste sich doch durch Geduld und viel Liebe lösen lassen

Sorry, ich bin heute emotional nicht genug dran, um es in Worte zu fassen.
Zitat: Schon merkwürdig, ich spürte das nach sehr kurzer Zeit, gab jedoch dem "Rausch" Vorrang, der dieses anfängliche Gefühl ganz schnell zunichte machte.
Ja, so geht es uns wohl allen. Es gab derartig rauschhafte, schöne Anfangsmomente mit ihm, dass ich annahm, dass sich alles Negative durch Vertrauenschaffen, durch Liebe etc. mit der Zeit auflösen lassen.
Gehts Dir heute auch so, dass Du gar keine Lust mehr auf eine rauschhafte Liebe hast? Ich war lange abhängig von diesem Wolke-7-Rauschgefühl aber heute empfinde ich nur noch Anstrengung wenn ich es mir nur vorstelle. Man kann auch sagen, ich bin bedient
Zitat: Ich bin froh, mich jetzt so über mich wundern zu können. Zeigt es mir den riesen Schritt, den ich bereits geschafft habe. Nicht nur den, mich wundern zu können, sondern auch den Schritt, mich für meine Geduld nicht mehr zu verurteilen. Erkenne ich heute ganz klar, dass ich bei oder mit vielen Menschen zu geduldig war, oder wie ein Flummi umhergehüpft bin, mit dem Ziel aufgefangen zu werden. Aber ich bin immer wieder zurück zum Ausgangswurf "flummiert". Nun "fing" Narz den Flummi, und begann ihn langsam auf ein Nagelbrett zu werfen, große Einkerbungen entstanden. Wie "repariert" man diesen Schaden? Da ich nicht mehr "wie gewohnt" hüpfen konnte, war ich gezwungen zu lernen mich anders durch´s Leben zu bewegen. Nämlich ohne glatte Oberfläche.
Interessant, auch ich benutzte mal diese Flummi-Metapher. Ich fühlte mich vor der Beziehung zu ihm wie ein fröhlich umherhüpfenden Flummi...das bin ich heute nicht mehr. Aber warum schreibst Du, Du hättest das Ziel gehabt, aufgefangen zu werden? Und wie genau meinst Du das, dass Du lernen musstest, nicht mehr mit glatter (gefügiger? Es allen recht machen?) Oberfläche durchs Leben zu hüpfen?
Mein Ex sagte mir sogar mal triumphierend, dass es ihm Freude bereite, mich zu beschmutzen

Wohl bemerkt, erst als er wusste, dass er mich verloren hatte. All die Jahre zuvor, sagte er oft, dass er meine "Ehrlichkeit", meine "Gutgläubigkeit", meine "Unverdorbenheit" liebe und mich schützen wolle! Das war schon verrückt! Erst checkte er Jahre, ob ich wirklich ehrlich bin...Dann, als er mir vertraute, als er dessen gewiss war ("Jetzt weiß ich, dass Du ein lieber Mensch bist."), ging sein Zerstörungswerk los. Ist ihm misslungen.
Zitat: Dieses "Aber" habe ich oft für mich (und andere) benutzt, um zu rechtfertigen, warum ich bei ihm blieb. Und nun sitze ich, ebenso wie Du, kopfschüttelnd da und denke, dass dieses "er kann ja auch anders" so was von uninterssant und unbedeutend für mich geworden ist, da es nicht mir, sondern seinen Zwecken galt, und nur die Vorboten zur nächsten Demaskierung waren.
Genau, es geht ihnen nie um den anderen Mensch! Die Egozentrik muss man erlebt haben um dran zu glauben, dass es so etwas gibt. Ich würde es obligatorisch in die Ausbildungsordnung einer jeden Therapieausbildungsstätte aufnehmen, dass die Auszubildenden mal eine Weile ein paar Narzissten (in Gummizellen

) beobachten müssen, quai Feldstudie
Zitat: Ob er sich zukünftig öffnet oder verschlossen bleibt, sei ihm überlassen, damit habe ich nichts mehr zu tun.
Mir ist es auch einerlei, sowas von gleichgültig! Er könnte ein 5 jähriges Anti-Narzissten-Trainingslager besuchen, ich würde dankend ablehnen einfach weil mir der tanz auf dem Eis nichts mehr gibt. Auch seine Zuckerwattemärchenwelten üben keinen Reiz mehr auf mich aus. Der beste Schutz gegen einen N ist wohl, ihn nicht mehr zu brauchen. Auch nicht seine Zuckerwatteseiten.
Zitat: Das ist bei mir ein Thema (Liebesleistungssport) und rührt aus der Kindheit. Mittlerweile "begegne" ich meinen Eltern anders. Das war nicht einfach, und ich habe es langsam angehen lassen. Sie wissen, dass sie in mir mit versteckten Vorwürfen keine Schuldgefühle oder "hab mich wieder lieb" Reaktionen mehr auslösen können. Meine Eltern haben mich lieb, dass weiß ich, aber ich kämpfe nicht mehr darum, DASS sie mich lieben. Und siehe da, es funktioniert. Ich tue das nicht, um meine Eltern zu "bestrafen" ; ich tue es für mich. Angefangen habe ich damit in sehr kleinen Schritte, wie z.B. mit der Gegenfrage "was willst du mit deinem Vorwurf bei mir auslösen oder damit bezwecken?" oder "tut mir leid, ich kann mit deinem Vorwurf nichts anfangen". Es war interessant die Reaktionen zu hören wie z.B. "naja, aber....." bis "ich mein ja nur mal". Ja, ich meine auch "nur mal". Keine Rechtfertigungen von meiner Seite, kein entschuldigen. Denn ich habe nichts Böses oder Unentschuldbares getan, ich habe lediglich nicht nach ihren Vorstellungen und Erwartungen gehandelt.
Sehr gut beschrieben! Hab diesen Prozess auch mit meinen Eltern durch. Früher erklärte, rechtfertigte, entschudligte ich mich- aussichtslos. Dann distanzierte ich mich von diesem Verhalten und siehe da, es funktionierte. Frei nach dem Motto: Wo kein Verteidiger ist, ist kein Ankläger. Das zeigt sehr schön, dass man Konflikte immer am besten löst, indem man sich selbst anders verhält/verändert statt das Gegenüber mit Argumenten überzeugen zu wollen. Kennt ja jeder aus Liebesbeziehungen...Reden hilft selten, aber sich anders zu verhalten, wirkt immer. So wird man denn also gezwungen, sich zu verändern und ich empfinde das als sehr befreiend.
Zitat: Ich muß schmunzeln, denn irgendwann sagte er mal zu mir (in einem super gute Phase Telefonat) "manchmal vergesse ich, dass ich dich liebe". Ich fand das saukomisch, und hab mich fast gekringelt vor lachen und schob noch hinterher, wie sehr ich seinen Humor liebe. Seine Absicht dahinter ist klar, aber da ich SEINEN Humor in diesem Moment ganz unbewußt "bewunderte", blieben weitere Verunsicherungspläne aus.
Ich verstehe. Auch ich hab oft über so ein krankes Verhalten gelacht, fand es manchmal sogar originell und wie Du richtig schreibst, genoss er meine Bewunderung und ließ mal einen Tag von weiteren Verunsicherungen ab. Wie gütig!

Heute brauche ich diese "Originalität" nicht mehr. Denn diese Originalität ist nichts anderes als absolute Emotionslosigkeit gewesen und die bewundere ich gewiss nicht mehr.
Zitat: Mich langweilt nicht nur diese "wenn´s ihm mal gerade paßte Liebe", sondern mittlerweile auch sämtliche Programme, die er abgespielt hat.
Ja wahnsinn oder? Ich meine, dass es einen aufeinmal nur noch langweilt.
ich frage mich auch, ob ich abhängig von einem gewissen Aufregungspegel war?

Wie dem auch sei, diese Sucht ist beigelegt
liebste Grüße an euch alle!