Ihr Lieben,
Zitat:Danke für eure Rückmeldungen bezüglich der Honigmondphase. Also bei uns allen recht kurz bis auf Kimberly richtig? Und bei Kimberly ists ja- wie sie selbst schreibt- recht klar, warum es länger gedauert haben könnte->Fernbeziehung und Altersvorsorge. Oh Mann klingt das ekelhaft, so über die "Liebe" zu schreiben. Brrrr noch mal. Ich will nicht glauben, dass das wirklich Gründe für einen schönen Lebensabschnitt gewesen sein könnten....
Kimberly, mein Entzug brauchte lange. Schwer, einen genauen Zeitraum zu nennen...Ich tippe so auf 7-8-9? Monate, natürlich am Ende immer abgemilderter.
Na, da kann ich ja noch Hoffnung haben, bei mir sind es jetzt 8 Monate nach Beziehungsende und der 5 Monat der Kontaktsperre (bis auf das Hoovering Ende März, wobei es kein "richtiges" Hoovering, eher der Versuch, die Fassade des good guy wiederherzustellen) und noch habe ich in meinen Auge regelmäßig heftige Einbrüche....
Die Gründe für einen schönen Lebensabschnitt erscheinen uns deswegen so heftig, wir wir romantisiert an die Sache herangegangen sind. Mein Exnarz dagegen hat zumindest einen sehr großen Teil seines Gefühlslebens rationalisiert, um sich unverletzbarer zu machen. Ich glaube auch gar nicht, dass das so bewusst bei ihm abläuft, nur teilbewusst, aber meine alte Mutter hatte nicht unrecht, als sie sagte, er hat keine Emotionen, er hat nur Triebe!
Zitat:Kimberly, Du schriebst über das Ausfallen(?) unseres "Frühwarnsystems"
Ja, das Frühwarnsystem war gestern Thema bei meiner Therapie, gern hätte ich das Handbuch "Wie erkenne ich einen Narzissten oder anderweitig Gestörte möglichst frühzeitig - und das zu 100%".
Nun, ich glaube, wir werden damit leben müssen, dass es da die 100% Sicherheit nicht gibt und geben wird. Denn vieles, was uns heute an merkwürdigen Verhaltensweisen aus der Vergangenheit wie Schuppen vor die Augen fällt, erschließt sich erst aus dem Wissen der Gegenwart, soll heißen, hätte ich bsplw. meinen Exnarz nicht letztes Jahr auf Busenbörsen ertappt, wäre mir sein Flirtverhalten am Anfang der Beziehung gegenüber anderen Frauen nicht in anderem Licht erschienen, sondern eben als normales Flirtverhalten.
Das einzige, was uns bleibt, ist unser Bauchgefühl, unsere berühmte Intuition, aber auch das wird es schwierig, denn es besteht durchaus eine Diskrepanz zwischen Bauchgefühle habe und diese bewerten.
Nehmen wir mal das Beispiel, dass ich irgendwo las: Mann kommt im Himmel, sieht alten Kumpel mit junger Frau auf dem Schoß, sagt zu diesem, "Mann, bist du aber von Gott belohnt worden. Antwortet der Kumpel: "Nicht sie ist meine Belohnung, sondern ich ihre Strafe!"
Also, zwei Menschen erleben das Gleiche, bewerten es aber ganz unterschiedlich. Also werden wir immer auch Gefahr laufen, unsere Bauchgefühle falsch zu interpretieren. Was bleibt, ist für mich, dass Bauchgefühle, ohne jede Wertung, erstmal auf eine Störung hindeuten, und diese werde ich in Zukunft ernst nehmen, weil es für mich heißen wird, im Zweifel eben nicht für den Angeklagten, sondern im Zweifel für mich zu entscheiden, und da geht Selbstschutz vor, auch auf die Gefahr hin, dass ich falsch liege.
@Sahara
Zitat:9 monate Ignoranz nach der Trennung, als hätte es mich und unsere Beziehung nie gegeben, als wäre das alles nicht existent gewesen. Ich war bedeutungslos geworden. Das war sooo krass und tat unendlich weh.
Dann hoovern, nur leider ohne Erfolg.
Ich glaube, darin liegt die ultimative Macht, nämlich dem anderen zu zeigen, sieh her, wie unwichtig du mir eigentlich schon immer gewesen bist, wie sehr du dich auch über das, was war getäuscht hast, wenn ich dich jetzt quasi von heut auf morgen sang- und klanglos völlig unberührt entsorgen kann.
Die Botschaft lautet: "Du bist nicht!" Und wenn wir nicht existieren, so können wir auch nichts wert sein. Die absolute Entwertung!
Dann ist es auch verständlich, dass man so, wie du Bella, sich wenigstens eine klitzekleine Hooveringaktion herbeisehnt, weil sie den Anschein erweckt, wenigstens einmal Oberwasser zu haben, aber auch, weil sie die Message: "Du bist nicht!" ein wenig umkehrt in "Ein bisschen bist du doch!". Und damit hat er die Macht, er bestimmt über unseren Wert oder Unwert.
@Freisein
Zitat:Ja & bei der "Aufarbeitung" bin ich folgendermaßen dran gegangen:
-emotional & rational habe ich satte Narz-Erfahrung
Nun schaute ich auf´s Kernproblem. Bei "uns" war es das Zauberwort "Macht".
Ich selbst lehne diese ab - was auch nicht sooooo gut ist, denn Macht ist sehr negativ besetzt,aber hat ihre Berechtigung. Aber eben die missbräuchliche Anwendung dieser macht die Beziehung destruktiv. Von dieser Macht liegt emotionale & rationale Erpressung nicht weit weg & ich glaube, es sind gelernte Muster beim Narz.
Kinder im Alter meiner Tochter hören ganz oft : entweder Du (ziehst dich jetzt an) oder Du (bleibst hier & ich gehe allein). Wie das auf ein Kind wirkt, stelle ich mir schlimm vor. Das heisst, um eigene Interessen durchsetzen zu können, werden Drohungen & Erpressungen bei Kindern ganz selbstverständlich angewandt. Mich wundert da überhaupt nicht, dass der Narz ebenso dies anwendet & somit Druck aufbaut - er hat ja gesehen: SO funktioniert das & WARUM machen das die Eltern? Weil sie die Macht haben
In jeder Beziehung geht es eigentlich auch um Macht. Oft liebt der einige weniger, als der andere und ist insofern machtvoller. In "normalen" ausgeglichenen Beziehungen schwankt das i.d.R., mal ist der eine ungebundener, mal der andere, und so entsteht der Ausgleich. Allerdings ist die Frage, was man mit der Macht macht. Kluge Partner wissen, dass es immer zwei Verlierer und zwei Gewinner gibt, insofern werden sie darauf achten, dass die Beziehung nicht zu sehr ins Ungleichgewicht gerät, indem sie ihr Gegenüber in Unsicherheit wiegen und damit riskieren, dass er in die Bedürfnisfalle gerät.
Was machen aber viele Narzissten? Indem sie stets emotional mit halber Kraft fahren, spricht, sich nicht wirklich einlassen, dort rationalisieren wo du emotionalisierst, bist du schon ins Hintertreffen geraten. Indem sie oft/sehr oft schon Plan B (sprich weibliche Alternativen) in der Tasche haben oder dafür Sorge tragen, wird das Ungleichgewicht noch mehr verstärkt (natürlich ohne, dass du das weißt) und indem ihre Kommunikation allem dient, aber nicht der Klärung, hast du schon verloren.
@Gabi
Zitat:etzt fühle ich mich und vermisse sehr oft die Liebe diese wärmende Liebe die einen innerlich ausfüllt.
Diese Liebe die ich gegeben habe und das Gefühl da ist jemand der mich auch liebt ( auch wenn dies nie der Fall war) hat meinem Leben einen völlig anderen glücklichen Sinn gegeben.
Auch das ist völlig normal, der Mensch ist ein soziales Wesen und strebt nach Zweisamkeit, nach Sicherheit und Trost.
Die Gefahr, die darin aber besteht, ist, dass diese Sehnsucht übergroß wird und wir unachtsam werden und wieder auf den vermeintlichen Prinzen auf dem weißen Pferd reinfallen, nur um diese Sehnsucht zu stillen. Und da es ja so schön ist, wenn die Sehnsucht gestillt wir, werden die Verlustängste ja auch nicht weniger. Das bedeutet, wir werden auch nicht so schnell loslassen, auch wenn der Prinz anfängt, bereits Zacken aus seiner Krone zu verlieren, und ganz schnell sind wir wieder dabei, uns in einer Beziehung wiederzufinden, die nur das Mindestmaß dessen erfüllt, was wir uns stets von Beziehungen gewünscht haben.
Ich weiß, Gabi, es ist schwer, auch ich hätte gern jemanden, der mir dieses ganze Leid von dem Schultern nimmt oder der mein menschliches Bedürfnis nach Nähe stillt, aber ich weiß auch, dass ich noch nicht so weit geerdet oder bei mir angekommen bin, als dass ich im Moment mit 100% Sicherheit den falschen aussuchen würde.
LG
Kimberly