Guten Morgen, ihr Lieben!
Hatte die letzten Tage viel zu tun und habe nur mitgelesen. Aber ihr schreibt ja immer für mich mit! Es ist so vieles deckungsgleich!
Gestern hatte ich einen richtigen Glücksabend. Das lag zum einen daran, dass ich meine ausstehenden Finanzstreitigkeiten mit den Ex-Narz mit meinem Anwalt besprochen habe. Dabei wurde festgestellt, dass ich diesmal am längeren Hebel sitze. Wenn...ich nicht wieder ein schlechtes Gewissen bekomme. Das hatte ich schon wieder, als der Narz sich meldete und mir die üblichen Botschaften (Vorwurf, Forderung, Appell an mein Gewissen, Schuldzuweisung) zukommen ließ, dann war Funkstille (meine Angst, erheckt wieder Gemeinheiten aus). Nun kam der Befreiungsschlag: Narz meldete sich wieder, auf einmal zuckersüße Tour mit Vorschlägen und Bitten. Da machte es bei mir klick!
Früher hätte ich es nicht ausgehalten und wäre schon bei der Funkstille zusammengeklappt, spätestens bei der zuckersüßen Tour hätte ich wieder an das Gute im Narzen geglaubt, der nur mein Bestes will.
Nun weiß ich, ja er will mein Bestes, aber das bin nicht ICH, sondern mein GELD! Um mehr geht es ihm nicht. Da ich Geld nicht für sein Bestes halte, sondern eher für etwas ihn verderbendes (er ist gierig und geizig), tu ich ihm jetzt was Gutes! Er bekommt es nicht.
Ist nur zu seinem Besten! Das beruhigt mein schlechtes Gewissen ungemein!
Und so hatte ich einen schönen Abend, entspannte von der Arbeit und gönnte mir mal einen Fernsehabend. Ich bemerkte, dass ich alles so tun konnte, wie ich es gerne hätte. Und keiner, der mich dauernd krititsiert. Früher habe ich aus Langeweile den Fernseher angemacht, weil ich auf den Narzen wartete, der aber nie Zeit für mich hatte. Oder der kurz kam, alles kritisierte, mein Programm mitten im Film umschaltete, um dann nach 10 Minuten maulend wieder zu gehen. Nur weil ich mich beschwerte, dass er einfach grundlos meinen Film zugunsten einer Sendung, die ihn gar nicht interessierte, umschaltete.
Der Film, den ich ansah, war für mich dann auch wieder entlarvend. Da diskutierte und stritt ein Ehepaar. Es war so normal, wie sie das taten. Heftige Auseinandersetzung, gegenseitige Vorwürfe, Standpunkte und unerfüllte Sehnsüchte wurden sich an den Kopf geworfen. Aber es wurde alles offen und klar ausgesprochen, mit viel Emotionen. Und ich hatte das Gefühl, obwohl sich beide nicht immer "politisch korrekt" verhielten: So geht ein normaler Beziehungsstreit. Jeder kann so sein, wie er ist und auf der Stufe streiten, auf der er steht.
Das war bei mir und meinem Narz anders. Es gab keinen offenen Streit. Sobald ich meine Meinung sagte, wurde ich sofort abgeblockt, abgestraft. Narz stritt auf seiner Ebene, nach seinen Regeln, ich musste mich seiner "Streitkultur" unterwerfen, wenn ich Frieden wollte.
Ich wurde sofort kritisiert, meine Argumente wären falsch, er habe keine Lust darauf sich mit mir auseinanderzusetzen, ich verdrehe, habe unrecht, würde ihm keine Chance zum Nachdenken lassen, usw.
Das war clever gemacht, damit musste er auf keines meiner Argumente eingehen, musste nie dazu Stellung beziehen, Verantwortung übernehmen, Gefühle preisgeben.
Denn wie kann man Stellung beziehen, wenn mankeine Zeit hat, sich Argumente zu überlegen, wenn einem das Wort im Mund umgedreht wird. Wenn man in die Enge getrieben wird, wenn der andere rhetorisch geschickter ist?
Da ich das alles glaubte (ich kannte ja die grauenvolle Streikultur meiner Eltern, unter der ich so litt), sah ich die Schuld immer bei mir. Ich versuchte mein Verhalten zu ändern und harmonisch zu streiten, sprich immer nachzugeben und die Wünsche und Bedürfnisse des Narzen zu erfragen, erahnen und ihm zu erklären, was er meinen könnte und ich wohl missverstehe.
Wie subtil! Wie zermürbend und energiefressend! Und zu einem harmonischen Ende kam es ja nicht wirklich. Denn ich war unzufrieden, da ich mich im Recht fühlte und der Narz bewegte sich keinen mm auf mich zu.
Da ich ja nicht ganz veblödet bin, versuchte ich ihn dann mit seinen eigenen Argumente zu überzeugen: Ich gab ihm Zeit um über meine Argumente nachzudenken, wollte bestimmte Streitpunkte dann am nächsten oder übernächsten Tag diskutieren. Ich bat ihn, die Punkte aufzuschreiben, wenn er Angst hätte, was falsches zu sagen, ich hätte ihm schriftlich geantwortet, damit er wieder Zeit zum Nachdenken hätte.
Nicht ein einziges Mal ging er darauf ein. Seine Ausreden zum vereinbarten Zeitpunkt: Ich weiß gar nicht mehr, worum es ging. War doch nicht so wichtig, ist doch lächerlich, darüber zu reden.ich mach, was ich will. Habe jetzt keine Zeit, Lust, was wichtigeres zu tun. Kann mich nicht mehr an Einzelheiten erinnern. Hab ja sowie so keine Chance, da meine Argumente nicht zählen.
Er provozierte mich oft so, dass ich alles versuchte, um ihn zu einer Auseinandersetzung zu zwingen. Dann packte er seine Sachen und lief aus dem Haus und kam erst nach Stunden wieder und schwieg solange bis ich mich entschuldigte.
Oje, wieder weit abgescheift!
Eigentlich wollte ich schreiben, dass es einer schöner Abend war mit Glücksgefühlen und guten Erkenntnissen. Und das, obwohl ich nur einen Abend vor dem Fernseher verbrachte!
Dieses Datum werde ich mir jedenfalls im Kalender notieren. damit ich mich daran erinnere, wenn es mir mal wieder schlecht geht. Gestern abend war ich voll mit mir nd bei mir! So einfach kann die Welt sein!
Schönen Tag euch allen, haltet durch! Es gibt sie, diese Momente des Glücks!