Hallo ihr Lieben,
@Kleines Lied
Auch ich möchte mich für deinen Beitrag bedanken, in dem ich mich über lange Passagen wiederfand.
Ich schrieb bereits, dass "mein" Exnarz auch für mich die Rolle des "Erlösers" einnahm. Natürlich nicht in dem Sinne, dass ich ihn mir bewusst als Erlöser vorstellte, dennoch sollte diese Beziehung "gut" und "gesund" werden, auf Pfeilern wie Ehrlichkeit, Trezue und Loyalität, geimeinsamen Werte uvm. basieren.
Das dahinter aber sehr stark der innere Drang stand, für erlittenes Unrecht iim Leben und der Liebe endlich Entschädigung zu erhalten, ist mir erst in der Verarbeitung der Narzgeschichte bewusst geworden. Und natürlich hast du recht, auch die innere Leere sollte gefüllt werden. Denn allen Beweisen zum Trotz, dass ich eine gestandene Frau bin, konnte -so mein Fühlen- nur ein Partner die Leere füllen. Denn etwas in mir hielt mich für allein lebensunfähig.
Die Sehnsucht, mein altes Drama aufzulösen, endlich den Erlöser zu finden, der mich liebt, wie ich meinte es verdient zu haben, ließ mich zum leichten Opfer werden, wenn Männer sich dieser Schwachstellen bedienten und mir das vermeidliche Niwana der Erlösung versprachen.
Wurde ich wieder mal vom Leben und der Liebe enttäuscht, entwarf ich mir eine Zukunft (der wahre weiße Ritter kommt bestimmt), die nicht jetzt, aber später eine Entschädigung bereit hält. Auch mein Leitsatz war: Die Welt ist mir etwas schuldig...
Dabei vergaß ich aber, dass das Leben eben nicht aufrechnet und ich akzeptieren muss, dass immer ein Gl. in der Kette fehlen wird.
Erst vor kurzem wurde mir klar, dass es nicht nur darum geht, die Narzbeziehung aufzuarbeiten, sondern dieses Selbstkonzept (und er kommt doch, der weiße Ritter!) aufzugeben und zu betrauern, dass die alte Geschichte eben nicht umgeschrieben werden kann. Man leistet also quai doppelte Trauerarbeit, die in Bezug auf eine verloren gegangene Beziehung und die in Bezug auf das verlorene Paradies, das man nie hatte.
Zitat:Wann immer ich in die Krise rutsche, frage ich mich oft, ob ich nicht doch auch vielleicht ne kleine, Spur/Erinnerung bei ihm hinterlassen habe, was mir wiederum zeigt, dass ich noch immer manchmal Hoffnung in mir habe, dass ich für ihn vielleicht doch ne winzig kleine, echte Bedeutung gehabt habe. Und sei es in der Form, wie du schreibst, einen Spiegel auf dem Stuhl zurückgelassen zu haben. Dieses Gefühl, so gar keine Bedeutung gehabt zu haben (Narzissmus ick hör dir trappsen), ist schwer auszuhalten. Ersetzt zu werden. Manchmal habe ich den Eindruck, dass bei ihnen Null Erinnerung zurückbleibt. Als hätte es all das nie gegeben.
Dieses Bedürfnis kenne ich nur zu gut, habe aber mittlerweile davon Abstand genommen, mir dies als Narzissmus vorzuwerfen. Erstens halte ich das Bedürfnis für allzu menschlich, etwas Besonderes für den Partner darzustellen, zweitens ist es eine harte Selbstwertprüfung mit einem Narzissten zusammen gewesen zu sein, der nichts Wichtigeres zu tun hat, als der Expartnerin ständig zu beweisen, was für ein Wegwerfartikel sie doch eigentlich ist, neben den ganzen Abwertungen, Lügen, Manipulationen, die schon während Beziehung passiert sind. So will man das bisschen Selbstwert, das einem nach der Vernichtung bleibt, wenigstens retten, indem man sich sagen kann, ganz umsonst war das ja nicht, ich war wenigstens die einzige, die....
Mittlereile bin ich da allerdings völlig desillusioniert. Ich kann mir sagen, dass ich wohl die einzige war, die ihn durchschaut hat (darauf weisen viele Indizien hin, und der Herr war Meister seines Faches, so dass viele Exen auch nach der Beziehung gekonnt getäuscht wurden) und ich für ihn eine hohe Bedeutung in puncto narzisstischer Zufuhr hatte (aber auch da mache ich mir keine Illusionen, wäre eine vorbeigekommen, die einen höheren Marktwert gehabt hätte, wäre ich wohl auch entsorgt worden.
Auch das Beteuern, ich sei mit die wichtigeste Beziehung gewesen (man achte auf die Verwenung des Wortes "mit") betrachte ich ganz abgeklärt. Wer dahinter starke Gefühle vermutet, liegt falsch. Es geht lediglich darum, dass aufgrund der Länge unserer Beziehung Narz sich und der Umwelt bewiesen hat, dass er doch beziehungsfähig ist.
Wie ich damit umgehe, überkommen mich wieder so selbstwertschwächelnde Momente, liebes kleines Lied, nun ich sage mir immer wieder, ich brauche keinen TÜV Siegel meines Wertes und meiner Schönheit eines selbstwertschwachen Mannes mehr. Ich laufe nicht mehr Herrn Superverklemmt hinter her, der jetzt damit leben muss, dass in erreichbarer Nähe eine Frau lebt, die die "hässliche Fratze" hinter der wohlfwilen Fassade gesehen hat.
Und wenn das alles nichts hilft, denke ich an all die Männer, die ich mal geliebt habe, aber nicht mehr liebe und bei denen mir es heute sowas von egal ist, welche Bedeutung ich für sie hatte, ja, und dann schwöre ich dem Narz "und soweit komme ich bei dir auch noch"
LG
Kimberly