Ihr Lieben,
nur ruhig Blut! Mehrfach wurde hier richtigerweise angemerkt, dass
jede Narzbeziehung individuell ist, so wie jeder Narz (bei allen Gemeinsamkeiten) und jeder/jede Narzpartner/-in individuell sind.
Allen Partnern in einer narzisstischen Beziehung Komplementärnarzissmus vorzuwerfen, ist in meinen Augen Humbug. Aber es passiert nun mal eben auch, dass Partner mit eigenen abhängigen Strukturen eher in eine solche Partnerschaft rutschen als andere. Ich zähle mich beispielsweise dazu, ob ich jetzt nun Komplementärnarzisstin bin oder eine dependente Struktur oder ganz einfach nur Frau bin, habe, sei mal völlig dahingestellt, ist mir ehrlich gesagt auch egal. (Es stellt sich für mich auch bsplw. die Frage, ob Komplementärnarzissmus nur eine Funktion ist und nicht eine psychische Disposition, ähnlich, wie es manche Wissenschaftler bei der Coabhängigkeit sehen und meinen Coabhängigkeit sei lediglich die gesunde Reaktion eines Gesunden auf die Krankheit eines anderen, womit jeder coabhängig werden kann).
Für mich gilt hier auch gar nicht zu klären, inwieweit ich eine "Mitschuld" an dem Schlüssel/Schloss-Prinzip habe, für mich gilt nur zu klären, warum ich da reinrutschte, warum ich blieb, warum ich wegschaute, kurz und gut, und das nur aus einem einfachen Grunde, weil ich mich in Zukunft schützen will. Die Frage, warum ich mich nur auf einen Teil des Menschen focussierte, den anderen ausblendete, aber ahnte, diesbezüglich aber auch kräftigst in die Richtung von ihm manipuliert wurde und wer da welche Anteile am Aufbau der großen Beziehungslüge hatte, bis sie schließlich aufflog, weil der andere Teil seiner von mir ausgeblendeten Persönlichkeit ein Dopplelleben führte hat mich auch viel Zeit meines Lebens gekostet.
Ich bin letztendlich auch zu dem Schluss gelangt, dass mir keiner das "Auge Gottes" schenken wir, um zu einer letztendlich gültigen und wahrhaftigen Analyse dieser narzisstischen Beziehung zu kommen. Zu komplex sind er, ich und auch die Beziehung und überhaupt das ganze Leben. Und mein Bedürfnis nach der letztendgültigen Wahrheit, ist nur das Bedürfnis, eine außer Kontrolle geratene Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Wir hatten die Diskussion hier schon mehrfach, ob wir Opfer waren oder nicht. Ich denke, dass es erstmal auch ganz wichtig ist, sich als Opfer eines Missbrauchs zu betrachten. Dies ist in meinen Augen wichtig, um für sich selber anzuerkennen, dass man am Abgrund stand. Es gilt erstmal Verständnis für sich selbst zu haben. Später dann, wenn man gefestigt ist, kann man sich die Frage stellen, warum ist mir das passiert.
Aber ich sehe das genauso wie Kleines Lied, dass ich mit ehrenhaften Motiven in diese Beziehung gegangen bin. Meine psychischen Handicaps, die die Beziehung u. U. belasteten, hätten in aufrichtigen Gesprächen geklärt werden können, hätten aber Arbeit am jeweiligen Ich bedeutet. Ein Spiel aber, das unterhalb der Tischfläche gespielt wird, während ich glaube, das Spiel auf der Tischoberfläche sei das einzige, das gespielt wird, macht Beziehung unmöglich.
Zitat:Stellen wir uns damit nicht schon wieder die Frage, wie wir für einen Partner zu sein haben, damit ja die Beziehung funktioniert?! Bloß keine Verlustangst haben! Um Gottes Willen nie die emotionale Kontrolle verlieren, es ja nieee zu einem emotionalen Kontrollverlust kommen lassen! Denn dann wird der andere ja unsicher und das wiederum führt zu unschönen Interaktionen und Agieren.
Ganz ehrlich: Eine gesunde Beziehung (wie ich in meinem Umfeld beobachten kann), beinhaltet auch solche Situationen und kann diese auch aushalten - Voraussetzung ist dafür aber auch, dass es eine BEIDER-seitige Bereitschaft gibt, den Anderen, der nen schwachen Moment hat, abzuholen und ihn nicht noch dafür abzustrafen, die Voraussetzung, verzeihen zu können und v.a. die Voraussetzung von Empathie beider Partner. Bedürftigkeit, und sei sie ungesund groß, hat in einer gesunden Beziehung Platz - indem sie offen thematisiert, an- und ausgesprochen werden kann. In ner gesunden Beziehung signalisieren sich Partner offen, wenn sie mit dieser Bedürftigkeit überfordert sind oder dieser nicht begegnen können.
So sehe ich das auch! Meine/seine Bedürftigkeit hätte thematisiert werden können, man hätte an ihr arbeiten können im Sinne eines gemeinsamen Voranschreitens. Seine Geheimnisse, Triebhaftigkeit, Manipulationen, Lügen und Abwertungen haben Beziehung per se unmöglich gemacht.
LG
Kimberly