Zitat von Carmelita:Liebe Phönix,
Doch ich weiß alles. Ich weiß auch, dass er immer noch nicht losgelassen hat, denn wir sind ja "Seins".
Jeder von uns führt sein eigenes Leben.
Mit der Annahme bei mir ist das immer wieder so eine Sache. Es gibt kein zurück. Dennoch war es für mich so sehr WIR, dass es für mich immer wieder schwer ist, den Zustand mit dem Herzen zu verstehen.
Ja, die Kontrolle, die Abhängigkeit hat ihre Spuren hinterlassen.
Oft fühle ich mich immer noch wie auf Entzug. Ich finde mich in einer Lebenssituation wieder, die ich nicht wollte.
Versteht mich nicht falsch, ich will ihn nicht wieder, aber ich vermisse das Leben, das ich hatte, als ich noch nicht wusste, dass es nur aus Lügen besteht.
Lg carmelita
Liebe Carmelita,
weißt Du, ich kann mich gut erinnern. Man denkt, ER ist ist es. Der, mit dem man sein Leben teilen wollte, seine Liebe, seine Gedanken, seine Gefühle, einfach alles. Vor dem N. war ich mit einem anderen N verheiratet. Habe hier nie viel darüber geschrieben. Doch letztens habe ich mich an meinen "Noch-Mann" erinnert. Noch Mann, weil er nicht auffindbar ist, und die Scheidung sich mittlerweile Jahre hinzieht.
Man heiratet nicht ohne Grund und Hoffnung. Sehr gut kann ich Dich verstehen! Damals habe ich
sehr unter seinem "Abhauen" an meinem Geburtstag gelitten. Ich kam von der Arbeit nach Hause, und weg war er, mit all seinen Sachen. Und 7 Wochen später kam dann kam N2...
Es hinterläßt Spuren,
sehr tiefe Rillen. Spurrillen, wie auf einer Autobahn. Man versucht nach rechts und links zu fahren, doch die Rillen halten einen fest. Um das "Ruder" herumzureißen braucht es enorme Kraft. Nein, man will sie nicht zurück. Einfach, weil es nicht geht. Wir haben es probiert, und irgendwann kam mal die Zeit, wo wir einfach nicht mehr konnten. Doch das Herz, das Herz spielt(e) nicht mit. Egal wieviel Bücher wir lesen, Telefonate führen und Therapeuten aufsuchten. Carmelita, die Zeit wird es bringen. Es wird niemals so, wie es mal war. Es wird anders!
Der Entzug ist schwer. Das Leben, welches Du mal hattest wird zurück kommen. ABER anders! Ich finde meins heute schöner. Intensiver. Ich genieße anders; besser. Vielleicht liegt es bei mir auch am Alter, ich weiß es nicht.
Jede Veränderung, und gerade so extreme verdoppeln das Gefühl des Entzugs. Jetzt sind wir auf uns alleine gestellt. Wir müssen uns das geben, was wir von ihnen bekommen haben - das, was uns fehlt(e).
Es ist schwer zu glauben, dass es Wesen wie diese gibt, die ihren Lebtag damit verbringen nach Sinn und Zweck zu leben, Gefühle nicht verstehen, die ihr Selbstwertdefizit im Rahmen ihrer Abwertungen kompensieren.
Manchmal stimmt es mich noch traurig. Nicht, weil ich traurig seinetwegen bin, sondern weil ich das Gefühl von Wärme nicht vermitteln konnte. Weil sie es nie kennenlernen werden. Eben, weil sie es nicht KÖNNEN. Das ist schade. Für sie. Nicht für mich!
Trauer, Wut und sämtliche Emotionen und Außmaße, die eine Trennung von einem dieser Hüllen mit sich bringen ist wichtig. Damit wir nicht abspalten, damit wir nicht so ein jämmerliches Dasein führen wie sie. Und ja, ich finde es jämmerlich. Ewig mit dem Gummischnuller rumzurennen und um Bewunderung und Anerkennung zu betteln, finde ich grauenhaft! Auch, wenn Gefühle und Liebeskummer sich schrecklich anfühlen, das ist mir allemal lieber, als so wie die durch das Leben zu "rennen" und immer wieder an Punkt 3 Periode ohne jemals anzukommen zu beginnen...
Ich hoffe, es geht Dir besser, Carmelita.
Liebe Grüße,
Phoenix