Zitat von Jordis:Mir fällt es seit gestern wieder schwerer. Warum? Weiß ich doch was los ist.
Manchmal frage ich mich, ob dieses Vermissen und Trauern Gefühle sind, die mich vor dem Gefühl, betrogen worden zu sein, schützen. Weil dieser Betrug auch immer einhergeht mit der Tatsache nicht geliebt worden zu sein. Nicht liebenswert zu sein. Nicht auszureichen, ungenügend. Und das macht wiederum ein Schuldgefühl, weil man ja fehlerhaft ist und dieses Schuldgefühl will ich nicht, weil ich weiß, ich habe keine Schuld und es ist falsch
Liebe Jordis, liebe alle,
wir sind
nicht nicht geliebt worden, weil wir nicht liebenswert sind, sondern weil der N keine Liebe empfinden kann. Weder sich selbst noch anderen gegenüber. Das hat mit uns absolut
gar nichts zu tun. Der N kann einfach niemanden lieben, da könnte kommen wer will. Es liegt an ihm und nicht an uns! Jede von uns ist liebenswert, völlig unabhängig davon, ob diese armseligen leeren Hüllen uns dieses Gefühl entgegenbringen.
@Jordis: Ich würde mir eine andere Therapeutin suchen. Ich weiß, dass es echt schwer ist jemanden zu finden, aber wenn sie die Abhängigkeitsdynamik nicht versteht, dann wird sie dir eh nicht helfen können. Ich war kurz nach der Trennung bei einem Therapeuten, dem ich erzählte, wie schlecht es mir in der Beziehung ging und dass ich selbst schon oft an Trennung gedacht hätte. Dass ich daher nicht verstehen könne, warum ich jetzt so leide. Darauf meinte er, dass es mein gekränktes Ego sei, weil ich verlassen wurde und nicht diejenige, die die Beziehung beendet hat. Das war dann auch mein letztes Gespräch bei ihm…
Zitat von Herbstfee2014:…und fing an, mir wieder "hätte"-Fragen zu stellen. Hätte ich doch nur....
Liebe Herbstfee, was sind denn die Antworten auf diese „hätte“-Fragen. Was wäre denn dann anders gelaufen? Ich habe es nicht auf dem Schirm, hast du dich getrennt oder er?
Ich stelle mir natürlich auch ab und an diese „hätte“-Fragen. Ich versuche die dann aber ganz ganz schnell wegzuschieben. Zum einen hat es eh keinen Sinn. Es ist wie es ist, wir sind getrennt. Und dann frage ich mich auch immer, was das Ergebnis meines „Hätte“ gewesen wäre. Hätte ich nicht aufgemuckt, hätte ich mich noch mehr verbogen, hätte ich noch mehr Verständnis gehabt, dann wäre ich jetzt höchstens immer noch in einer völlig destruktiven, mich auslaugenden, niemals glücklich machenden Beziehung. Mein „hätte“ hätte niemals dazu geführt, dass er sich ändert und wir eine Beziehung auf Augenhöhe führen, in der nicht
nur seine, sondern
auch meine Bedürfnisse geachtet werden. Egal, was ich getan „hätte“,
ich kann ihn nicht ändern, das kann nur er selbst!
Meiner hat sich von mir getrennt und mein Kopf weiß bereits, dass ich ihm irgendwann dafür dankbar sein werde. Ich wäre wahrscheinlich noch eine sehr lange Zeit nicht in der Lage gewesen, mich aus dieser abhängigen Beziehung zu befreien. So schmerzhaft es im Moment ist und so traurig ich auch bin, er hat mir die Chance gegeben, zu heilen, zu mir selbst zu finden und mir die Chance gegeben, früher jemanden zu finden, der mich wirklich als ganzen Menschen sieht und mich so liebt wie ich bin.
Ich schicke euch allen liebevolle Gedanken
Eure elim