Resonare
Gast
ich finde es ungeheuerlich, was Deine Psychologin da von sich gibt.
Zitat:Mir fällt es schwer, das aufzugeben, weil sie mir sagte, sie rechne eh mit einem Therapieabbruch meinerseits. Irgendwie ist das auch der Gipfel. Sie unterstellt mir etwas, im ersten Gespräch, nur aufgrund dessen, dass ich in dieser Beziehung war.
Ja, eine negative Suggestion ihrerseits. Darin liegt womöglich die Aussage: ich (also die Psychologin) nehme an, dass Sie nicht bereit sind, sich mit der "Wahrheit" zu konfrontieren. Also werden Sie nicht wieder kommen. Darin steckt schon ein Urteil.
Es ist eine Anmaßung ohne gleichen, denn sie beansprucht nach einer einzigen Threpiestunde für sich, die "Wahrheit"- womit sie wohl Deine Verantwortung an dem Beziehungsdisaster meint- (über Dich) zu kennen. Ich glaube, Du hast es schon ganz richtig empfunden: es ist eine Schuldzuweisung.
Eine gute Psychologin würde Dich sogar darin bestärken, nach Deinem Empfinden, nach Deinen Bedürfnissen und auch entsprechend Deinen Grenzen zu entscheiden, ob Du eine weitere Stunde bei ihr in Anspruch nehmen möchtest, OHNE Dir zu suggerieren, dass mit Dir irgend etwas nicht stimmt, solltest Du Dich gegen eine Therapie bei ihr entscheiden.
Und eine feinfühlige Psychologin würde sogar im Falle, dass man eine Therapie abbricht weil man einer Erkenntnis aus dem Weg geht, mit vollstem Respekt vor den Grenzen eines jeden Menschen reagieren.
Sie würde immer offen lassen, ob ihre Version, ihr Bild, das sich ihr von einem Menschen und seinen Problematiken zeigt, so stimmt oder eben nicht und genauso immer offen dafür bleiben, von einem Patienten überrascht zu werden weil er sich dann vielleicht doch nicht nach Muster A oder Schema B verhält.
Zitat:Sie meinte weiter, sie könne sich vorstellen, ich sei gestörter als sie momentan denke. Was soll das denn heißen?
Negative Suggestion Nummer 2! Eher sollte sie sagen "Ich kann mir vorstellen, dass Sie eigentlich gesünder sind, als es im Moment aussieht (Beziehung zu Narz)"
Dadurch würde sie Deine Probleme nicht wegspekulieren, sondern nur deulich machen, dass die Verhältnisse (ob nun Kindheit oder gegenwärtige Beziehungen) uns gestört machen und dass alles Potential in Dir steckt, um wieder heil, ganz und ungestört zu sein.
Generell würde ich jedem Menschen dazu raten, sich einen Psychologen zu suchen, der nicht so sehr die pathologischen Punkte sucht, sondern die Stärken fördern möchte. Ein Mensch der Freude hat, das positive in einem Patientin mit hervorzuzaubern und nicht davor zurück schreckt, auch die tiefen Täler einer Seele mit zu durchwandern, ohne gleich aufzuschreien "Achtung! Gestört!".
Als ich mich damals in therapeutische Behandlung begab, mich selbst geißelte und mich selbst als "gestört" bezeichnete, da suchte meine Psychologin gemeinsam mit mir nach dem Heilen in mir. Das gestörte umschifften wir nicht aber ihre frage war "Wo, wann...wurden Sie so in Ihrem Wesen gestört?" "Was ist geschehen, dass Sie sich wieder haben derartig stören lassen?" Verstehst Du was ich damit sagen will? Es gibt eine liebevolle, wohlwollende Art, sich Problemen anzunähern und eine negative, verurteilende.
Zitat:Und ich... Merke da kommt jemand, der mir ein Schuldpaket in die Hand drückt und anstatt sofort aufzustehen und zu gehen denke ich, ach, die wird schon merken, dass sie sich irrt.
Ich kann mir vorstellen, dass Du nicht sofort aufgestanden bist weil Du in einem- Hier wird mir geholfen, hier werde ich verstanden Modus- warst, einfach weil Du zu einer Psychologin gingst. Man erwartet doch bei einem Psychologen ersteinmal Offenheit und Unvoreingenommenheit und wohl auch Wohlwollen. Das kann zu einer inneren Ambivalenz führen, dieman nicht mal so eben löst. Man erwartet Hilfe und bekommt einen übergezogen.
Zitat:ich glaube wirklich, dass es an der Geschichte lag. Sie sagte ja, ich wirke "normal" auf sie, aber anhand dessen, was mir passiert ist, wird sie wohl gedacht haben, es mit einer Irren zu tun zu haben. Weil sie sich einfach nicht vorstellen kann, dass es so etwas gibt. Sie sagte auch, dass sie mit Psychopathen nichts zu tun haben wolle. Dabei meinte sie allerdings nicht mich, sondern grundsätzlich. Aber wie soll das gehen, wenn ihre Klientin damit zu tun hatte und genau darunter leidet?
Es wird wohl nicht gehen mit ihr. Wahrscheinlich mangelt es ihr an therapeutischer Distanz. Klingt ein wenig nach Angst bei ihr...Klar ist man auch als Psychologe betroffen, vor allem wenn man sehr empathisch ist aber einige Psychologen können emotional nicht zwischen sich und anderen trennen. Sie geraten ins Verurteilen um sich zu schützen.
Diese Frau wirkt sehr engstirnig auf mich. "normal", "gestört"..Blabla...