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Erfahrung mit Narzissten - Trennung bewältigen

J
Vielen Dank, liebe Zartbitter.

Da hast mir sehr geholfen. Ich sehe schon wieder klarer.
Ich habe noch keine Liste, habe mich selbst überschätzt und dachte, ich brauche sie nicht. Nein. Ich will nicht mehr zurück. Um Gottes Willen, was mache ich denn? Vor ein paar Tagen hätte ich ihm noch die Zähne einschlagen können und dann fängt dieses Idealisieren wieder an. Und seine Spielchen und ich spiele mit und auch hier überschätze ich mich. Denke, ich bin dem gewachsen. Bin ich vielleicht auch, aber wozu? Was für eine Zeitverschwendung. Ich will da nicht mehr drinstecken. Und ich bin noch nicht in der Lage, die Leere die er hinterlassen hat selbst zu füllen. Ich bin gerne alleine, aber es tut mir im Moment nicht gut. Aus meinem sozialen Umfeld ist keiner mehr da. Fast keiner. Aber ich weiß, ich kann auch alleine raus gehen und neue Menschen kennenlernen.

Danke, dass es Euch hier gibt.

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W
Warum ist frau so bescheuert, auch, wenn sie es besser weiß ....
Nein, warum bin ICH so bescheuert, auch, wenn ich es besser weiß ?

Liebe Jordis, denke nur nicht, daß es mir leicht fällt, mich von ihm fern zu halten. Traurig Ich weiß nicht, was passieren würde, wenn er tatsächlich vor meiner Türe stehen sollte.
Er wird im Dezember heiraten, somit ist er für mich tabu. Verheiratete, oder Vergebene, waren IMMER tabu für mich.
Ich weiß nur ganz sicher, daß ich den Exen-Tanz nicht mit tanze ! Ich habe noch nie was von "Freundschaft danach" gehalten. Darum bin ich für ihn wohl auch uninteressant.

Im Moment arbeite ich mein Scheitern in Beziehungen auf ....
Der Vater meiner Großen ... Heroinabhängig.

Der Vater meines Sohnes und Exmann, schwer depressiv, mit zwei Suizidversuchen. Schließlich durchgebrannt, mit ner 20jährigen.

Der Mann nach ihm, süchtige Ex im Schlepptau, zu der ist er zurück, um 6 Monate später eine andere zu heiraten.

Dann ein Narz ....

*grins*

Was sagt das über mich aus ?
Dämlich ? Bekloppt ? Unbelehrbar ? Zu gut für diese Welt ?
Offensichtlich brauch ich den harten Weg, um zu begreifen, was gut für mich ist und was nicht.

Ich empfinde dafür eine gewisse Dankbarkeit. Die wenigsten Menschen kennen sich selbst so gut, wie ich. zwinkern

Meine Therapeutin formuliert das so :
Starke Charaktere, ziehen schwache Menschen an !
Offensichtliche versuche ich immer noch die Anerkennung meiner Mutter zu bekommen - in dem ich sie durch andere Menschen ersetze.

Tiefenpsychologie - Selbsterkenntnis .... ein schmerzhafter Weg ! trost spenden

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A


Erfahrung mit Narzissten - Trennung bewältigen

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H
Liebe Jordis,
nein, du bist kein Narzisst!
Denn du bist selbstkritisch. Du hast die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Du bist zu aufrichtiger Liebe fähig!
All das kann ein Narzisst nicht!
Er weiß genau, wo er "ansetzen" muss. Lass dich auf sein Spielchen nicht mehr ein. Geh raus, triff dich mit Freunden, lerne neue Menschen kennen. Menschen, die dir gut tun! Er tut dir nicht gut! trost spenden

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J
Ihr Lieben.

Ich danke Euch. Ja Willow, vielleicht suchst Du die Liebe Deiner Mutter, vielleicht haben wir aber einfach nichts Anderes gelernt. Wir sind so sehr geprägt. Jedenfalls trifft das auf mich zu. Ich habe ein Trauma, jetzt weiß ich das, vor sechs Wochen wusste ich noch nichts davon, dachte immer, meine Kindheit habe ich verarbeitet. Ich hatte keinen Schimmer, dass ich in Narzbeziehungen lebte. Wirklich nicht. Das war nicht mein erster Narz, ich weiß es jetzt definitiv und bin zutiefst erschrocken darüber. 15 Jahre habe ich mit so einem schon vorher gelebt und bin so krank geworden. Ich habe nur noch im Bett gelegen. Schmerzen über Schmerzen und keine Ursache wurde gefunden. Ich war depressiv und suizidal. Nach der Trennung vor drei Jahren gingen die Schmerzen weg. Ich war total erstaunt. Und dann, gehe ich dem Nächsten ins Netz. Um jetzt wach zu werden. Aber ich bin auch überfordert, mit diesem Narzhaufen, den ich im Schlepptau habe.
Bleibt stark.

#6544


J
Liebe Herbstfee,

Ja, er tut mir nicht gut. Ganz im Gegenteil, er schadet mir.
Trotzdem komme ich nicht ganz dahinter, was ich noch von ihm will. Da scheint ja eine Erwartungshaltung zu sein, von der ich doch weiß, er kann und wird sie nicht erfüllen. Ich weiß das. Also was ist so ambivalent in mir, dass mich diese Trennung so mitnimmt? Es stimmt schon, alleine die Erkenntnis führt nicht umgehend zu einer Verhaltensänderung, aber wie kann ich so bescheuert sein und ewig, wie ein Esel, hinter der Mohrrübe herrennen, wohl wissend, sie niemals erreichen zu können. Also frage ich mich, was zieht mich an? Was ist das? Was will ich von einem, den ich gar nicht will. Was soll das? Ich kenne die ganzen Erklärungen von emotionaler Abhängigkeit, weiß wie es funktioniert. Aber jetzt, ich habe es doch durchschaut. Da sollte man meinen, so wachgerüttelt zu sein, dass dieses Idealisieren nicht mehr stattfindet. Ich renne doch auch nicht absichtlich vor einen Bus, wenn ich weiß, dass er mich überrollt. Außer ich will mich suizidieren, aber das meine ich hier nicht. Das ist doch selbstverletzendes Verhalten. Anstatt sich die Arme aufzuschneiden lasse ich mich demütigen, oder wie? Nein nein, ich schneide nicht an mir herum. Das war nur ein Beispiel für Selbstverletzung. Vielleicht ist es auch Selbstentwertung. Ich fühle mich offenbar wertlos und muss mir das immer wieder bestätigen lassen. Oh Gott. Wie schrecklich. Schluss mit diesem Selbstbetrug.

#6545


Jadefuchs
@ Jordis
Dass du ihm hinterherrennen willst, obwohl er dir sogar dir ersichtlich schadet, ist ganz normal bei einer Narzissten-Beziehung. Er hat dich über lange Zeit abhängig von ihm gemacht.
Ständiges abwerten deinerseits und gleichzeitiges aufwerten seiner Person führt dazu, dass du ihn als das Ideal betrachtest und dich selbst irgendwann für nicht gut genug erlebst. Das wird dir von ihm eingeimpft, oder ist dir bereits im Elternhaus geprädigt worden.

Narzissten finden nicht einfach normale Menschen. Narzissten finden ihre Komplementäre in uns. Wir passen auf sie, mit unseren Eigenschaften. Vllt. zu naiv, vllt. zu nachgiebig, vllt. mit fehlendem Selbstvertrauen und und und. Das alles begünstigt seine Situation und den Umgang mit dir. Das alles hilft ihm dich abhängig zu machen.

Am Ende kannst du es wirklich körperlich fühlen. Er ist wie eine "Dro...das Wort das man hier nicht schreiben darf". Und du bist süchtig danach.
Ob Liebe, Abhängigkeit oder sonst eine Verbundenheit, wenn sie uns nicht gut tut, müssen wir etwas daran ändern. Leicht ist es nicht, aber es ist möglich.

Glg,
Jade/ Tina

x 2 #6546


S
Zitat:
Was will ich von einem, den ich gar nicht will....


Für mich war es sehr schwer zu erkennen und zu akzeptieren, dass es bezüglich der gestörten Persönlichkeit dieses Mannes aus 2013 nicht den geringsten Zweifel gibt.

Es ist und bleibt die unumstößliche Wahrheit:
Ein N. ist zu einem respektvollen, empathischen, sozialen, gesunden, angemessenen, liebevollen, aufmerksamen, freundlichen, reflektierten und vor allem selbstkritischen Verhalten niemals (!) in der Lage.

Etwas ANDERES wäre Illusion.

Das gilt es zu verinnerlichen, auch wenn es unvorstellbar scheint, dass scheinbar menschliche Wesen ohne all diese menschlichen Eigenschaften und ohne soziales Verhalten - so dahin - leben.

Ich denke, die größte Gefahr besteht bei uns normalen, in unserem Geist, unser Seele und unseren Gefühlen gesunden Menschen darin, dass wir immer wieder meinen:
DAS kann doch einfach nicht sein.
So herzlos, kalt, destruktiv, zerstörerisch, ohne Mitgefühl, ohne Reue, ohne Einsicht, ohne Verantwortung kann doch ein Mensch nicht sein.

Und DAS ist das größte Stück Arbeit mit und an sich selbst: Die Akzeptanz und das Loslassen einer Beziehung, die jeden Gesunden früher oder später krank und kaputt macht.

Einmal mehr mein Rat: Absolute Kontaktsperre und konsequente Ignoranz all den Botschaften, Zeichen, Bekundungen und Signalen dieses N. gegenüber.
Sonst gibt es keine Rettung und Heilung!

x 2 #6547


Z
Liebe Willow,
nicht den Exentanz, aber den Hexentanz sollst du tanzen! Freu dich, dass Du frei bist, auf deinem Besen zu reiten, wie und wohin Du willst. Schwing Dich in die Lüfte und genieß die schöne Aussicht in eine sonnige Zukunft!

Liebe Jordis,
mach die Liste! Ich hole sie heute noch raus und lese sie, wenn mich wieder mal Zweifel und Wehmut packen (und das kommt immer wieder aus dem off ohne Zutun).

Heute z.B. ist so ein grauer Nieselregentag. Ich bin mit Kopfschmerzen aufgewacht, war total müde.
Mein erster Gedanke:
Ach, mir gehts schlecht, weil er weg ist! (wie blöd ist das denn, mein erster Gedanke, nach fast 2 Jahren Trennung und meinem Glauben, dass ich übern Berg bin!)
Mein zweiter Gedanke:
Dann sag ich mir, NONO, STOPP, wie war das denn an so einem faden Tag, als er noch da war. Auch nicht anders- nee, noch schlimmer!

Ich musste noch seine Deprilaune ertragen und hatte vor lauter "mach jetzt nix falsch" noch Schulterverspannungen. Und ich sah mit dafür verantwortlich, dass der arme Kerl wieder gute Laune bekam. An meine Laune dachte niemand, höchstens dann, wenn es galt mich dafür zu tadeln.

Mein dritter Gedanke:
Eigentlich geht es mir da jetzt besser, ist zwar immer noch ein fader Tag und mir gehts nicht gut. Aber ich kann für meine gute Laune selbst sorgen, und wenn ich schlecht gelaunt sein will, dann ist es auch mein Ding! Ein ganz normales Leben!

Noch was: Ein Narz hinterlässt keine Leere! er hinterlässt einen Trümmerhaufen!

Die Leere, die Du empfindest, hattest Du auch mit Narzen und auch schon vorher! Es ist Deine Leere! Und nur Du kannst sie füllen!

Seit mir bewusst ist, dass ich mit mir selbst was anfangen können muss, habe ich angefangen, etwas mit mir anzufangen!

Das war erstmal sehr schwer., weil ich auch nicht so recht wusste, was ich jetzt mit mir anstellen soll. Ich kenne ja meine Bedürfnisse nicht (mehr) so genau, meine Wahrnehmung, meine Selbstverantwortung, alles ist irgendwie verdreht.

Zuerst war ich ganz viel aktiv, hab mich mit allem betäubt, hauptsache action. Das war auch gut so, hat mir Lebensfreude gebracht und die Hoffnung, dass es noch was gibt.

Dann bin ich ungeduldig geworden, hab wieder gegrübelt, wollte einen neuen Partner, hab gemerkt, das mit dem Flirten klappt ganz gut. Aber eigentlich wusste ich nicht was ich will und was nicht.

Jetzt bin ich in der Phase, wo ich versuche, mich selbst auszuhalten, stille Tage allein zu verbringen. Davor hatte ich große Angst: Fühl ich mich einsam, fang ich wieder das grübeln an, werde ich depri und traurig, steh ich wieder unter Strom, verfolgen mich die Albträume wieder, kommt alles wieder hoch? Kann ich die Zeit mit mir aushalten? Finde ich was Positives an mir? Kommt was Gutes dabei raus, wenn ich mich mir nähere?

Das erste solche Wochenende habe ich gut überstanden, ob ich mir einen Schritt näher gekommen bin, weiß ich nicht, wird sich noch zeigen. Auf alle Fälle habe ich keine Leere und Einsamkeit empfunden. Und die Müdigkeit heute Früh rührt m.E. daher, dass ich mich anscheinend genug mit mir befasst habe. Das kostet ganz schön Energie! Aber diese Energie ist ja auch gut investiert: In mich!

Wenn ich dann mal weiß, was ich bin und was ich will, dann werde ich auch keinen Narzen mehr brauchen, der mich von meiner Leere ablenkt unter hinterher einen großen Trümmerhaufen hinterlässt, den ich erst beseitigen muss, um weiterleben zu können.

x 2 #6548


J
Danke, Jadefuchs, schöne maid und Zartbitter.

Zwei Jahre Zartbitter? Das ist hart.
Ich glaube, ich "funktioniere" nur in solchen Beziehungen. Ich kann noch nichts Anderes. Ich bin total süchtig und entziehe und entziehe. Es ist so lächerlich, nein ist es leider nicht. Es wirft mich komplett auf mich zurück, ich halte das aus. Ich halte das aus. Ich will glauben, dass es irgendwann besser, anders wird.
Auch ich habe darüber nachgedacht mir einfach einen Mann zu suchen, ist ja nicht so schwer, aber ich kann nicht. Ich kann mir momentan nicht vorstellen ihn zu ersetzen oder überhaupt wieder einen Mann in mein Leben zu lassen. Das letzte was ich will ist, dort weiterzumachen wo ich aufgehört habe und ich bin sicher, es würde nur eine weitere Wiederholung werden. Ich will niemanden mehr, der in meinem Leben herumtrampelt. Meine Türen sind erstmal zu.
Ich gehe gar nicht mehr raus. Sitze nur zuhause herum und bin mit mir. Ich bin das gewöhnt, das Alleinesein, es macht mir nichts aus. Ich weiß auch nicht, wie ich mich motivieren soll etwas zu unternehmen. Normale Begegnungen halte ich irgendwie schlecht aus. Ich habe meine Wohnung etwas umgestaltet und denke daran, wieder etwas zu malen. Der Aktionismus der ersten Wochen ist aber erstmal weg. Ich glaube, meine Stimmungen sind auch stark Zyklusabhängig. Kennt ihr das? Meine Güte, manchmal könnte ich ganze Landstriche fluten mit meinen Tränen, und ich denke das hört niemals mehr auf. Das ist auch die Zeit der Einbrüche. Und dann, auf einmal sind wieder genug Gelbkörper da, geht es mir wieder besser. Im Moment laufe ich im Tal herum. Aber ich gehe nicht zurück. Nie wieder.

Fällt mir nix zu ein.

#6549


H
Liebe Jordis,

auch ich war von meinem Ex abhängig, der an Borderline litt.
Deine ambivalenten Gefühle kenne ich nur zu gut. Obwohl ich seit Januar keinen Kontakt mehr zu ihm habe, bin ich nicht sicher, wie ich reagieren würde, wenn er vor meiner Tür stehen würde.
Meine Therapeutin fragte mich: Was würde sich denn ändern? Würde es denn besser werden? Würden die Verletzungen aufhören? Die Widersprüchlichkeiten? Die Wutausbrüche? Würde er Verantwortung für die Beziehung übernehmen? Ein klares Nein!

Freundinnen haben mir geraten, mir einen netten Mann zu suchen. Doch ich bin noch lange nicht so weit! Was fremde Menschen betrifft, so öffne ich mich nicht mehr so wie früher. Ich bin leider etwas misstrauisch geworden und achte sehr auf die Kommunikation der anderen! Daher treffe ich nur meine "alten" Freunde. Freunde, die mich schon vor der Beziehung kannten und meine Wesensänderung akzeptieren. Aber das wird kein Dauerzustand sein! Ich weiß es! Irgendwann bin ich wieder ich selbst!
Erst dann bin ich wieder offen für etwas Neues!

Deine Stimmungen kenne ich. Auch ich hätte ganze Badewannen mit Tränen füllen können und dachte, es hört niemals auf! Doch! Es hört auf! Ganz langsam! Aber es hört auf!
Liebe Jordis, es wird besser werden! Glaub an dich! trost spenden

x 1 #6550


J
Liebe Herbstfee, ich drücke Dich.

Danke.
Ich habe ihn doch geliebt.
Ihm jedes Wort geglaubt.
Und die Abwertungen und Gemeinheiten überhört.
Ich denke tatsächlich noch zu menschlich, eine von Euch schrieb heute darüber. Und kann mir kaum vorstellen, dass es so leere Menschen gibt, setze immer noch meins voraus. Meine Gefühle und mein Verstehen.
Ich muss unbedingt dahin zurück, dass ich akzeptiere, er ist anders.
Er wird sich nie ändern.
Ich will es eigentlich auch gar nicht. Ich will bei mir bleiben. Auch gedanklich.

Alles Liebe.

x 1 #6551


H
Liebe Jordis,

ich habe meinen Ex auch sehr geliebt.
Nie hatte ich einen Menschen so geliebt wie ihn.
Sein Aussehen. Seine schönen Worte.
Ich liebte seine offene Art, über Gefühle zu reden.
Ich kannte das so nicht!
Anfangs war ich alles für ihn.
Und als er anfing, mich abzuwerten, gab ich mir die Schuld und überlegte, was ich wohl falsch gemacht habe.
Dennoch habe ich mich nicht ganz für ihn verbogen und setzte ihm Grenzen. Daraufhin wurde es für mich nur noch schlimmer und eine "normale" Kommunikation war überhaupt nicht mehr möglich!
Weißt du, ich verurteile ihn nicht dafür, dass er krank ist. Aber ich verurteile ihn dafür, dass er sich nicht therapieren lässt und jedes Mal eine Schneise der Zerstörung hinterlässt. Und so wird es immer weitergehen...

x 1 #6552


J
Liebe Herbstfee,

so habe ich es auch erlebt. Auch ich habe Grenzen gesetzt. Wir hatten einen ganz tollen Nebenkriegsschauplatz, auf dem wir kämpften. Ehrliche Kommunikation fand auch bei uns nicht mehr statt. Es war ein Tanz der perfidesten Abart.
Das Schlimme ist, ich glaube ihm seine Liebe. Aber es ist keine Liebe, wie wir sie empfinden, es ist das, was er für Liebe hält. Abhängigkeit auf der einen Seite, und weil das nicht aushaltbar ist, Abwertung (Macht) auf der anderen Seite. Unaushaltbar für mich. Eine Therapeutin sagte einmal, er könne Liebesbeziehungen nur so leben.
Dass er sich professionelle Hilfe sucht habe ich abgehakt. Das wird niemals passieren. Ist nicht mehr mein Ding. Ich bin nicht bereit die Verantwortung für ihn zu übernehmen.

x 1 #6553


sahara
Zitat von Jordis:
Ich habe ihn doch geliebt.
Ihm jedes Wort geglaubt.
Und die Abwertungen und Gemeinheiten überhört.

... und Gemeinheiten habe ich mir so zurecht gelegt: Das hat er nicht so gemeint!

Liebe Jordis
warum dieses Ziehen und Drängen in einem, obwohl der Kopf genau weiss, was Sache ist?

Es sind alte Muster, die wir als Kind entwickelt haben. Damals hatte wir keine Wahl, mussten wir ja in der damaligen Situation überleben. Also waren wir ein braves Mädchen und haben alles getan, um ein bisschen liebevolle Zuneigung zu erhalten. Wenigstens ein bisschen.
Diese Muster tragen wir noch immer in uns. Wir merken heute nicht, dass wir so reagieren. Diese Verhaltensmuster sind verinnerlicht, deshalb erscheinen sie uns normal.

Ich denke, wir wollten unbewusst in der Beziehung mit Narz endlich dieses alte Defizit auflösen: Endlich so geliebt und angenommen zu werden, wie wir sind. Das hat uns Narz ja am Anfang auch spüren lassen und hat uns auf diese Art geködert.
Uns als das abwertende Verhalten anfing, haben wir nicht verstanden und nicht geglaubt, was hier passiert ("So ist er doch gar nicht!").
Dann greifen alte Muster z.B: "Ok, ich muss mich nur anstrengen, dann wird alles wieder gut".
oder "Das hat er nicht so gemeint".
Zu sehr würde es uns schmerzen, wenn wir den Tatsachen ins Auge blicken müssten.

Unsere Reaktionen zeigen Narz, dass er weitermachen kann und immer mehr einfordern kann. Weil wir, wie als Kind, uns nicht vorstellen können, dass jemand ganz bewusst so negativ und bösartig sein kann.

Narz weiss, wie er uns gekriegt hat und er weiss, wo er ansetzen muss. Am alten Schmerz, nicht geliebt worden zu sein.
Um SCHEINBAR ein altes Versprechen einzulösen.

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S
Liebe jordis und all ihr lieben trauernden frauen,

Ich drücke euch ganz ganz doll! freunde

Die schwerste zeit habt ihr schon geschafft! Das ist der moment der fürchterlichen erkenntnis, dass man so nicht mehr weiter machen will und kann. Diesen absprung schaffen nicht alle - seid euch dessen immer bewusst.
Jetzt kommt wahrlich eine heftige trauerzeit. Diese ist meist davon geprägt, dass man zwei schritte vorgeht und einen wieder zurück.
Narze hinterlassen durch die doppelbotschaftigen gehirnwäschen nicht nur leere, sondern einen gewaltigen trümmerhaufen! Zerstören den selbstwert in einem anderen menschen, den sie ohnehin nicht hatten.

Da rauszufinden ist wahrlich nicht einfach. Diese kerle verstehen es, einen nicht nur auf den boden zu ringen - nein, sie rammen einen metertief in ihre eigene menschliche gülle.

Niemand kann hier narzisstisch sein! Wir hinterfragen und reflektieren, wir sind empathievoll mit jeder userin, wir sind für andere da! Das ist niemals narzisstisch! Wir schlagen uns nur mit den traumafolgen rum. Und die sind so heftig, dass man manchmal glaubt, seine identität verloren zu haben.

Am anfang der trennung stand ich unter schock. Lief sinnlos in der wohnung umher, unfähig einen klaren gedanken zu fassen. Dann setzte wut ein, gepaart mit unendlichen tränen und einer riesengroßen verzweiflung. Was habe ich falsch gemacht? -waren meine gedanken. Was habe ich übersehen? -hab ich mich immer und immer wieder gefragt.

Dann kam erst unmerklich ein warmer sonnenstrahl auf meine seele gehuscht. Ich habe gelacht und hab mich gleich darauf erschrocken, ob ich das eben war, die gelacht hat. Ich konnte es nicht glauben...
Aber es war tatsächlich so, wie mir phoenix mal schrieb: ganz langsam setzt leben wieder ein. Erst für ein paar minuten, um danach gleich wieder mit aller macht in die dunkelheit zu verschwinden. Diese phasen werden länger und irgendwann ist man da raus! Dann ist die sonne wieder vollständig da.

Fragt euch NIEMALS in der akuten dunkelheit, woran ihr schuld hattet (nach narzens meinung). Fragt euch niemals in dieser phase, ob ihr noch was wert seid!
Schaut genau hin, was er euch angetan hat! Wie gemein er mit euren gefühlen umgegangen ist, wie er euch manipuliert und ausgenutzt hat. Und er wollte eure seele weiter vergiften, wenn ihr nicht einen schlussstrich gezogen hättet.

Wenn dann einige sonnenstrahlen wieder eure seele erreicht haben, fragt erst dann: was war mein anteil. Warum habe ich es nicht früher gesehen, warum habe ich so lange ausgehalten...
Das ist erst der zweite schritt!

Tut euch soviel des guten, wie ihr vertragt! Das kann alles mögliche sein - von shoppen über freunde...
Das kann sogar eine negativliste sein, die wirklich aufzeigt, wie schlimm es war. Erinnert euch ruhig der schlimmen momente, auf dass das elend nicht verblasst. Meistens gerät das in vergessenheit und das gute bleibt.

Also nochmal: wie doll hat es wehgetan? Warum habt ihr euch getrennt? Wolltet ihr tatsächlich lebendig begraben werden?

Alles braucht seine zeit und dieses hässliche "herunterfallen" in die tiefste verzweiflung kenne ich auch nur zu gut!
Aber es wird von tag zu tag besser - versprochen! daumen hoch

Lg saxana

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