Hallo zusammen,
entschuldigt meine späte Antwort, aber ich habe mein eigenes Posting nicht wiedergefunden und dachte schon es ssei aus irgendwelchen Gründen gelöscht worden. Doch jetzt habe ich all eure lieben Antworten gelesen und will dazu natürlich gerne etwas sagen.
Zitat von sahara:Du schreibst, du wärst ein negativer Mensch geworden. Kannst du das mal beschreiben?
Für mich kommst du nicht so rüber.
Hey Sahara,
ja, das bin ich wohl. Nachdem wir entgültig Schluss machten, zog ich aus der Stadt weg (mein Vertrag endete zufälligerweise auch genau da) und musste erstmal eine Auszeit vom Leben nehmen. Ich arbeitete als Kellnerin an einem Urlaubsort um a) nicht zu viel Druck auf der Arbeit zu haben (nicht im Sinne von harter Arbeit, sondern viel denken) und b) das Leben wieder genießen zu können. Diese Art von "Flucht" hat mir wahnsinnig geholfen. Ich hatte nicht den Druck direkt wieder mit meinen alten Freunden, denen ich mit meiner Beziehung ja auch gegen den Kopf gestoßen habe, in Kontakt zu treten. Ich machte dies nach einem klärenden Gespräch von meiner Insel aus. Immer wieder ein bisschen mehr. Ich musste ja auch erst einmal selbst verstehen, was mir passiert war.
Es passierte, dass ich vor einem Jahr dann endlich einen anderen Mann kennenlernte, den ich wirklich ins Herz schließen konnte, weil wir vorher sehr gute Freunde waren. Wir waren 10 Monate zusammen und ich schätze, dass ein großteil der Trennung an mir lag, denn ich bin einfach noch immer nicht der positive Mensch, der ich vor dem N war. Für mich waren die 10 Monate wie eine Art Kur, weil dieser Mensch so wahnsinnig ehrlich und lieb war. Allerdings merkte ich, dass ich mich ganz oft in Arbeit begrub und daraus ein mächtiger Druck auf mir lastete. Oftmals kam ich mit dem Stress dann nicht klar und dieser wirklich liebe Mensch hat das oft für mich mitgetragen. Meine Nerven sind noch lange nicht komplett kuriert - das merke ich erst jetzt. Deshalb werde ich doch noch eine Therapie an meinem jetzigen Wohnort machen. Mein Vertrauen in Psychologen ist allerdings nach dem schrecklichen Tagesklinik Versuch nicht wirklich vorhanden. Aber ich versuche definitiv wieder stabiler zu werden. Ich bin mir sicher dann entweder den gerade erst verlorenen Menschen, oder einen gleichwertig lieben Mann in mein Leben lassen zu können. Ich habe nach der Trennung gelernt, wie heilend auch das allein sein ist.
Zitat von freisein:Hallo LearnTheHardWay,
es freut mich sehr, dass du mit einigem Abstand so klar & differenziert die Situation rückblickend einschätzen kannst. Bleib auf deinem Weg!
Leider habe ich nach langer Zeit Kontakt zum EX gehabt - ihr glaubt nicht, wie ungern ich dies tue & seine Art: sie stößt mich regelrecht ab. Er lässt mich nicht ausreden, es hagelt nur Vorwürfe - 3 Sätze von ihm entspringen 13 Vorwürfe. Ich habe keine Ahnung, wie ich DAS so viele Jahre mitmachen konnte. Da bin ich einfach nur noch sprachlos, wie er "kommuniziert"......
Ich muss das von heute sehr schnell wegpacken & in MEIN Leben zurückkehren, denn ich weiß, ohne ihn habe ich keine ernsthaften Probleme.
Sorry fürs Ausk...., aber nach so einem Narz-Telefonat weiß ich, wie lebenswert meine Situation OHNE ihn ist & danke fürs Lesen!
Hallo freisein!
Ich weiß genau was du meinst. Und JA, es stimmt etwas in seinem Kopf nicht. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, wie die Liebe in Hass umschlagen kann. Um 360 Grad. Umso stolzer kannst du sein, dass du dich für euer Kind (wenn ich das jetzt richtig verstanden habe) noch stark machst und es wenigstens versuchst. Aber mache dich bitte daran nicht kaputt. Und vor allem diskutieren bringt gar nichts. Es gibt kein rationales Denken.
Kotz dich immer aus und such dir Vertraute, die er dir nach einer Trennung nicht mehr abspenstig machen kann

Zitat von Medium:Nicht immer ist eine schlechte Kindheit daran Schuld, dass jemand an einem Narzissten gerät. Dein Post bestätigt meine Meinung und spiegelt genau das Gegenteil wieder. Danke für die Sichtweise.
Zitat:Ich lebte nur noch wegen ihm/für ihn/mit ihm. Und die Psychologin suchte bei mir. Man diagnostizierte, dass ich depressiv sei. Ich bekam Medikamente, die mir helfen sollten. Ich verstand gar nichts mehr. Er war bei einem der ersten Gesprächen dabei. Hielt mich im Arm und erzählte von meinen Problemen. Er sagte: "Sie hat eine solche Angst mich zu verlieren. Es tut mir schrecklich weh sie so leiden zu sehen und wünsche mir nur, dass sie realisiert, dass ich ihr nie wehtun würde.
Da stellt sich mir die Frage: Wusste die Psychologin über seine NPS Bescheid?
Zitat: Die Psychologin war in seinem Alter und vollkommen hin und weg von seinem Charm. Und das bekam ich dann auch in der Klinik die nächsten Monate zu spüren.
Über die Fähigkeiten andere für sich zu begeistern und für ihre Zwecke zu benutzen verfügen sie zu genüge. Welche negativen Erfahrungen resultierten denn für dich in der Klink daraus?
Herzliche Grüße
Liebste Medium,
danke für deine ausführliche Reaktion. Und natürlich bedanke ich mich. Ich habe damals nicht einmal gewusst, was eine solche Störung genau ist. Und ich saß tagelang weinend vor diesem Forum, weil ich sosososo viel über meine Beziehung gelesen habe. Und das waren freudentränen, denn ich dachte wirklich, dass ich verrückt werde.
Und ja, du hast mit deinen Vermutungen vielleicht recht. Ich bin in einer christlichen Familie großgeworden; in einem kleinen Dorf, wo jeder sich noch gegenseitig hilft. Zwar bin ich relativ schnell von zu Hause los in die große weite Welt, aber einem solchen Menschen war ich nicht gewachsen und vor allem noch nie zuvor begegnet. So gelang es ihm wohl auch recht schnell meine Selbstzweifel zu sähen, denn er war schließlich nach allen anerkannten Punkten erfolgreich und ein "guter Mensch".
Nein, die Psychologin wusste nichts, denn ich wusste zu dem Zeitpunkt ja auch nicht, dass soetwas existiert. Ich wusste und kommunizierte ganz klar, dass ich das Gefühl habe, dass mir etwas böses angetan wird und ich nicht so BIN, aber sie nutzte das um mir alle möglichen Arten von depressionen anzuhängen. Ich machte viele Test - auch um mich auf Borderline zu testen. Aber die Ergebnisse wiedersprachen eigentlich einer klassischen Depression und allen getesteten Persönlichkeitsstörungen. Ich denke da hätte sie vielleicht mal drauf kommen können, dass alles negative, was ich zu berichten hatte auf meine Beziehung münzte.
Aber meine Eltern ließen sich scheiden, als ich 4 Jahre alt war und ich wuchs mit meinem Stiefvater auf, der für mich mein richtiger Vater ist. Mein leiblicher Vater verzog sich relativ schnell aus meinem Leben und das war der perfekte Angriffspunkt, der mich "verwundbar" machte. Ehe ich mich versah, wurde meine Verlustangst mit der Scheidung in Verbindung gebracht und für die Therapeuten ging dann alles auf.
Da mein N sich ja die Zeit nahm am Anfang der Therapie mit jedem Arzt zu reden (alles Frauen), resultierte daraus, dass ich mir in jeder Sitzung anhören musste, dass ich SEIN Leben zerstören würde. Und das ich lernen müsste zu schätzen, wie sehr diese Person mich liebt. Sonst hätte er sich wohl auch kaum die Zeit genommen mit jedem persönlich über mich zu reden. Und das ER derjenige sei, der trauert. Solche Aussagen kamen eigentlich immer, wenn ich versuchte zu erzählen, was mich in der Beziehung belastet. Naja. Es hat mir das Vertrauen in eine Therapie für eine lange Zeit genommen. Wie oben schon geschrieben, will ich es aber mit diesem Hintergrundwissen, was ich nun seit 2,5 Jahren habe noch einmal versuchen. Ich glaube es hilft mir nochmal darüber zu reden um vor allem mit mir selbst wieder ins reine zu kommen.
Zitat von Effi:Ich habe - da ich wirklich oft sehr direkt und ungehalten und laut war zu ihm - mir immer und immer wieder die schuld gegeben.
Ich habe sehr wohl gesehen, dass etwas nicht so ganz glatt läuft aber er hat es durch mein Lautes verhalten immer wieder geschafft, dass ich mich auch ständig hinterfragte, ob ich nicht zu impulsiv und direkt war. Er blieb ja immer sagenhaft ruhig und liebte mich trotzdem oder grade drum - allerdings verunsicherte ich ihn auch mit meinem verhalten (der arme kleine🎃) und so hatte er - da auch noch fernbeziehung - genügend Auszeit für seine anderen Frauen.
Also wenn hier ein paar schreiben, dass man sie erkennt weil sie ausflippen, wenn man ihnen zu nahe kommt, das stimmte bei mir überhaupt nicht.
Hallo Effi,
ja, ich kann das nachvollziehen. Ich glaube ich habe damals alles ausprobiert um herauszufinden, wie ich in Argumentationen die Oberhand behalten kann. Aber er hat dieses Mittel auch ganz geschickt für sich genutzt. Wenn ich laut wurde, wurde er extra leise und tat so, als wäre ich vollkommen verrückt. Da muss man wirklich aufpassen - es wird einem eh nicht so ausgelegt, wie man es vielleicht meinte. Gefährlich!
Ich wünsche dir auch, dass du dich davon schaffst zu befreien, falls das noch nicht möglich war. Er hat mir schon einen Teil von mir genommen, den ich nicht so einfach wieder zurück bekomme. Allerdings habe ich dafür ein ganzes Stück an Weitsicht erlangt, die ich vorher vielleicht nicht so hatte in meiner naiven Weltanschauung.
Nur das beste für euch
