Emotionspuzzle
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Auch von mir ein herzliches Willkommen!
Von Deiner Beschreibung bekomme ich Gänsehaut und es gruselt mich wieder mal, wie die Verhaltensweisen von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen (sei es Borderliner oder Narzisst oder irgendwas zwischen drin) sich so erschreckend gleichen, dass man glaubt, manche schreiben hier über den eigenen Expartner.
Auch ich habe hier (und auf vielen anderen Seiten) fast ein halbes Jahr nur still mitgelesen bis ich überhaupt fähig war, hier etwas zu schreiben. Manchmal braucht man, um Situationen schildern zu können, erst mal ein bisschen zeitlichen Abstand zu diesen, dass sie einen beim "wieder daran erinnern" nicht zu sehr schmerzen oder lähmen.
Weihnachten liegt hinter uns und Silvester ist auch bald da. Für mich ein wichtiger Schritt, denn letztes Jahr kam ich mit meiner Ex nach zwanzig Jahren um diese Zeit wieder zusammen und verband damit eines der schönsten Weihnachten, die ich erleben durfte - weil ich nicht wusste, mit was ich es WIRKLICH zu tun hatte und was (wieder) kommen sollte.
Somit war die Zeit vor Weihnachten für mich manchmal schon ein kleiner Horrortrip, teilweise begleitet von dem Gedanken, ob sich meine Ex wohl zu Weihnachten melden würde. In manchen Momenten wusste ich nicht, ob ich darauf hoffte, oder Angst davor hatte - letztlich hatte ich, glaube ich, mehr Angst davor, weil ich um den fatalen Ausgang jeder möglichen Kommunikation wusste und nicht mehr an so einen Punkt zurück wollte.
Weihnachten ist vorbei - Sie hat sich nicht gemeldet - und JA, ich fühle Erleichterung dabei - unter den vielen kleinen Schritten aus dem Dilemma war das emotional ein richtiger Sprung für mich.
Wenn ich die ganzen Beiträge von Euch lese und auch alles berücksichtige, was mir passiert ist, fällt mir immer wieder auf, dass viele beschreiben, was diese Beziehungen alles an uns verändert haben. Ich glaube Saxana war es, die mal geschrieben hat, dass sie manchmal darüber nachdenkt, wer sie wohl wäre, wenn es diese zerstörerische Beziehung nicht gegeben hätte.
Mich macht diese Erkenntnis manchmal einfach nur wütend. Manche schreiben ja "für irgendwas ist die Erfahrung schon gut". In den wütenden Momenten möchte ich da manchmal einfach nur schreien: "NEIN! Für gar nichts war das GUT!" Mit so einem Satz reden wir uns die Sache nur schön und entschuldigen unseren Ex-Narzen (oder was auch immer) auch noch ihre Taten, denn letztlich hätten sie uns ja dann was "GUTES" damit getan!?!
Solchen Menschen (also unsere Expartner) haben uns verändert. Sie haben fröhliche, offenen Menschen häufig in ein Häuflein Elend verwandelt, aus dem wir uns selbst an den Haaren wieder heraus holen müssen, manchmal mit Hilfe von Therapeuten und Hilfe aus diesem Forum hier - und letztlich interessiert das die Ex-Partner nicht die Bohne. Wir dachten, wir führen eine Beziehung und hatten keine Ahnung, dass unser vermeintlicher Partner "Krieg" gegen uns führt.
Meine Ex hat manchmal von einem ihrer ersten Freunde erzählt, der nach ihren Aussagen "heute ein richtiges Wrack" ist und immer noch herum rätselt, warum die Beziehung mit ihr damals wohl auseinander gegangen ist - sie hat ihn weiterhin als "Freund" um sich und geht manchmal mit ihm spazieren - und der arme Kerl hat mit ihr vielleicht die Antwort direkt vor sich stehen... Sie macht dabei auf verständnisvolles Helferlein in seinen aktuellen Beziehungsproblemen - Gott, wie schräg ist das denn, wenn man darüber nachdenkt!
Für NICHTS ist es GUT, außer als Prophylaxe für eine weitere Begegnung mit so einer Person. Es macht uns vorsichtig, es macht uns misstrauisch, weniger offen und das Alarmsystem wird überempfindlich. Klar gehen wir somit "stärker" und "wissender" wieder aus der ganzen Sache hervor, aber ganz ehrlich, auf diese Art der "Stärke" und das Wissen darum hätte ich gern verzichtet, genauso wie auf die ganze Erfahrung mit solchen Persönlichkeitsstörungen. Das Beste, was man einem Menschen wünschen kann ist, dass er nie in seinem Leben an solch einen Partner gelangt.
Wir gehen mit besseren "Abwehrmechanismen" und vielleicht sogar "besser bewaffnet" aus diesen Beziehungen hervor. Ich wollte aber nie in einen Krieg ziehen...
Grüße,
puzzle