LostFeelings
Gast
Um es für dich gedanklich begreifbarer zu machen…ein Gedankenexperiment:
Eine Freundin von mir hat Multiple Sklerose im fast Endstadium und einen zehnjährigen Sohn. Sie und ihr Partner haben sich vor zwei Jahren getrennt. Wenn sie Schübe hat beziehungsweise ihr Zustand sich einfach nur degeneriert, dann kann sie sich kaum fortbewegen, sprechen und ist stark eingeschränkt. Es ist für ihn total schwer, es auszuhalten, dass der Sohn es manchmal bei ihr langweilig findet und lieber mit seinem Vater Zeit verbringen würde. Sie haben die Vereinbarung getroffen, dass er dann mit dem Jungen sportlich Aktivitäten während ihrer Betreuungszeit macht, er aber weiterhin bei der Mutter schläft. Gleichzeitig ist es ihm auch wichtig, dass er keine scheu vor Krankheiten entwickelt und auch lernt mit Menschen, die eingeschränkt sind, umzugehen. Er wächst also auch selbst an dieser Herausforderung. Sie erfährt, dass mit der Zeit ihr Aktivitätslevel abnimmt und ihm auch nicht mehr so viel bieten kann und lernt ihren Ex auch um Hilfe zu bitten. Dafür muss sie nur erstmal ne blöde Erfahrung gemacht haben. Und trotzdem versucht sie, ihrem Sohn eine gute Mutter zu sein.
Ich von außen sehe bei beiden Elternteilen ganz große Stärken, die sie einander untereinander gar nicht wahrnehmen, die aber für den Jungen wichtig sind. Das heißt, es gibt blinde Flecke.
Ich hoffe, du kannst mit der Geschichte etwas auf dich übertragen und Schlüsse daraus ziehen.
Mein ungebetener Rat:. Falls sie die Zusammenarbeit mit dir permanent boykottiert, schalte bitte unbedingt das Jugendamt ein. Sage ihr, dass du eine konstruktive Zusammenarbeit wichtig findest, unterstelle ihr Gleiches und stelle fest, dass ihr das aktuell ohne fremde Hilfe und nur mit Hilfe des FG hinbekommt und dass es dir damit nicht gut geht.
Frage sie, ob sie mit dir gemeinsam eine Elternebene auf Augenhöhe erarbeiten will und den Antrag mit dir zusammen stellt, (damit ihr beide bspw. eine Familienhilfe bekommt.) Stellst nur du den (sie muss aber unterschreiben!), bekommst nur du eine und sie könnte im Laufe einer Zusammenarbeit Interesse bekunden. Muss aber nicht. WELCHE Hilfe zu euch passt, besprecht ihr mit dem Jugendamt, vielleicht ist auch was anderes passend.
Ihr braucht auf jeden Fall Lösungen, bevor eure Streitigkeiten sich manifestieren und wirklich das Kindeswohl gefährden!