Zitat von Cabonga1970: letztendlich bin ich mit der Situation heillos überfordert. ich will für ihn das Best und sie torpediert alles. In den letzten Wochen hat sie ihn wegen der Kur maximal manipuliert.
Zitat von Cabonga1970: Sei Dir versichert, ich habe seit Mitte 23 den Druck komplett rausgenommen, nichts mehr gefordert, sondern gewünscht. Wenn du ihren Forderungskatalog und ihre anwaltliche Aggression sehen würdest...
Also, lies dir doch bitte nochmal durch, was du so über deine Ex schreibst.
Du lässt wirklich kein gutes Haar an ihr.
Du ziehst die unschmeichelhaftesten Schlussfolgerungen aus ihrem Verhalten. Für andere Sichtweisen und Erklärungsansätze bist du kein Stück offen.
Du bauscht die vielen, nach deinen eigenen Worten, Kleinigkeiten, zu einem insgesamt "ganz großen Ding" auf. Sprich, du reagierst eskalierend, statt deeskalierend.
Du stellst sie als schreckliche Mutter da, und siehst sie vermutlich auch so.
Du vermischt die Elternebene und die Paarebene, indem du vorrechnest, wo du ihr entgegengekommen bist, und wo sie dir nicht entgegenkommt.
Also, ich bin auch dafür, den Leuten erst mal bedingungslos zu glauben, die hier schreiben, in dem Fall du.
Also glaube ich dir, dass du gerne das Beste für euren gemeinsamen Sohn rausholen möchtest, und ich glaube dir, dass du deine Ex, aus welchen Gründen auch immer, nicht auf deine an sich gut begründeten Vorschläge eingeht.
Jetzt zu meinen obigen Zitaten: Du sagst, du wünscht und forderst nicht mehr.
Weißt du, was der Unterschied zwischen einer Bitte und einer Forderung ist? Spoiler: es ist nicht das Wort "Bitte"
Dass man eine Bitte ohne Konsequenzen ablehnen kann, und sie damit vom Tisch ist. Eine Forderung nicht. Denk doch bitte mal drüber nach.
Und zweitens möchte ich gerne mal die Dimensionen einordnen.
Wenn wir mal rein vom Kindswohl ausgehen, ist vermutlich das wichtigste, dass beide Eltern als stabile Bezugspersonen in seinem Leben sind. Dahinter können wir mal, WM sei dank, einen Haken setzen.
Ansonsten braucht er, je nachdem wo er gerade ist, Essen, Trinken, liebevolle Zuwendung, Kontakt zu Altersgenossen... Ich behaupte, da können wir auch mal einen Haken dahinter machen, bei beiden Elternteilen.
Was er nicht braucht aber nett wäre: Sportvereine, mehr Kontakt zu den Patchworkgeschwistern, öfter Skifahren usw. Das sind die Kirschen auf der Torte, und es ist schön, wenn er die von dir bekommt. Ich würde wetten, dass deine Ex auch ein paar Kirschen auf seiner Torte beisteuert, halt andere.
Also, soweit: Die Grundbedürfnisse werden auch von deiner Ex gut abgedeckt, du kannst nicht hergehen, und sie als furchtbare Mutter darstellen.
So, und dann kommen wir zu dem vielleicht wichtisten Punkt: Wie kann man Kindern aktiv schaden?
Hier wurde schon ganz viel geschrieben.
Indem man Kinder in eine nicht Kindgerechte Rolle bringt.
Indem man den Streit, den man mit dem anderen Elternteil hat, in die Kindbeziehung trägt.
Indem man schlecht vom anderen Elternteil denkt, und das gegen das Kind durchscheinen lässt.
Indem man dauernd Drama erzeugt und Abläufe ändert.
Indem man sich gegen das andere Elternteil stellt.
Dem Kind wird dagegen NICHT aktiv geschadet, wenn es jede zweite Woche nicht im Sprotverein ist, oder auf eine Kur mit "muss" usw. usf.
Also, um wieder auf den Anfang zurückzukommen: Selbst wenn ich dir glauben würde, dass deine Ex der größte Drachen aller Zeiten ist, und ganz alleine Schuld ist an der schlechten Kommunikation, und das Kindeswohl null im Blick hat, und nur dir eins auswischen will, aus Neid, Hass und Frustration:
Selbst dann würde der Rat exakt gleich ausschauen:
Lass Ruhe einkehren. Vermittle deinem Sohn, dass seine Mutter Dinge anders macht, nicht so wie du sieh machen würdest, dass sie aber ihn bestimmt liebt, und nur das beste für ihn will. Vermittle ihm, das aktuell leider nicht an den Vereinbarungen gerüttelt werden kann, und dass Mama bestimmt gute Gründe haben wird, das so zu machen. Gestalte eure gemeinsame Zeit so zugewandt es geht, ohne in Konkurrenz zur Mutter zu gehen. Lobe und erkenne seine Mutter ihm gegenüber an.
Und wenn du dazwischen dreimal kotzen möchtest.
Ein ganz wichtiges Grundbedürfnis eines Kindes sind 2 stabile Bezugspersonen und Elternteile. Und die "Erlaubnis" beider Elternteile, das jeweils andere Elternteil zu lieben.