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Exfreund hatte Lebenskrise und macht Schluss

Jaza

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Hallo liebes Forum,

ich lese jetzt seit 1 Monat die Beiträge und sie haben mir sehr geholfen. Ich würde mich freuen von euch eine Rückmeldung zu meiner Situation zu bekommen.

Mein Freund und ich waren 5 Jahre zusammen. Er war der liebste Freund auch Erden und hat immer wieder gesagt, dass ich seine Traumfrau bin. Wir haben auch immer wieder über Kinder und unsere Zukunft gesprochen. Allerdings ist schon seit einiger Zeit nichts mehr "gelaufen". Er hatte ziemlich Stress in der Arbeit und auch in den letzten Jahren immer wieder andere gesundheitliche Probleme, die meiner Meinung nach psychisch veranlagt waren.

Wir hatten durch Studium + Arbeit + Auslandsaufenthalte oft beide sehr viel Stress.

Seit 1 Jahr hat er nun wirklich große Probleme mit seinem Leben. Er hat seine Arbeit erst gekündigt und dann ein Studium angefangen um "runterzukommen". Dieses Studium ist allerdings nicht leicht für ihn gewesen. Er hat sich selbst immer sehr unter Druck gesetzt und wollte auch noch ein Auslandssemester machen, welches er auch begonnen hat. Nach 2 Monaten habe ich ihn aber nach einer Nacht in der Notaufnahme abgeholt (psychosomatische Beschwerden) und mit nach Deutschland genommen. Seit dem war er bei seinen Eltern.

Ich wollte immer, dass er wieder in unsere alte Wohnung kommt und nicht bei seinen Eltern wohnt, weil ich ihm helfen wollte und mich um ihn kümmern wollte. Ich habe allerdings einen Vollzeitjob und hätte mich nicht rund um die Uhr um ihn kümmern können. Deswegen, und auch weil die Wohnung sehr klein und laut ist, wollte er nicht mitkommen. Ich hab mich sehr verloren gefühlt.

Ich habe während der Zeit immer wieder gefragt, ob er sich überhaupt noch eine Zukunft mit mir vorstellen kann, was er immer wieder bejaht hat. Ich wollte ihn aus dem Loch rausholen und habe versucht ihm Perspektiven zu zeigen (Job, Wohnort, etc.), was ihn aber alles gestresst hat.

Ich selbst war mit meinem Job auch nicht zufrieden und wollte mich eigentlich bewerben. Allerdings wollte ich ihm auch Sicherheit geben. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass er wegen mir nicht arbeiten muss und auch das Studium nicht beenden muss. Hauptsache wir sind zusammen.

Ausserdem bin ich jedes Wochenende 350km zu ihm, bzw. zu seinen Eltern gependelt, was mich auch sehr gestresst hat.

Naja...auf jeden Fall habe ich ihn wohl zu oft gefragt, wann er jetzt wieder zu mir kommt. Er meint jetzt, dass ich ihn nur gestresst habe und die Situation noch schlimmer gemacht habe. Er braucht jetzt seine Ruhe und will, dass ich mich gar nicht mehr melde, denn nur so haben wir "vielleicht noch eine Chance". Er weiß momentan nicht, ob er mich noch liebt, weil er meint, dass ich ihn zu sehr gestresst habe. Er sagt aber, dass ich für ihn nach wie vor die hübscheste bin. Die Bilder von uns hängen auch immer noch in seinem Zimmer. Seine Eltern meinen, dass er nur die Zeit braucht, um sein Leben wieder zu regeln und er dann wieder sehen wird, wie gut wir zusammenpassen. Aber versprechen können Sie es natürlich auch nicht.

Kurz bevor er zu diesem Entschluss gekommen ist, war er super lieb zu mir und hat auch immer wieder gesagt, dass es das Wichtigste für ihn ist, dass ich seine Bleibe und dass wir doch noch so viel Zeit miteinander haben.

Ich bin gerade richtig am Ende und weiß nicht mehr weiter.

Vielen Dank euch schon mal für das Durchlesen des Textes .

12.01.2017 15:26 • #1


etnervt

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Hallo Jaza,

du kannst und konntest ihm nicht helfen! Da muss ein Profi dran und darauf muss er kommen und sich dort Hilfe suchen.

Ich kann dich sehr gut verstehen und vieles was du schreibst kommt mir bekannt vor. Und ja, ich glaube das ihn das alles schrecklich gestresst hat. Ich habe meinen Partner wohl auch ähnlich gestresst. Unwissentlich und wahrscheinlich teilweise von meiner bloßen Anwesenheit. Das gehört auch zum Krankheitsbild, denke ich.

Komme erst einmal zur Ruhe und lass auch ihm seine Ruhe. Er muss jetzt seinen Weg selber finden.
Und genau das solltest auch du jetzt tun. Deinen Weg gehen...ohne ihn.

Alles andere wird sich zeigen.

Kopf hoch, die schwere Zeit wird vergehen ...nicht schnell, nicht schnell genug, aber es wird....

12.01.2017 15:39 • #2



Exfreund hatte Lebenskrise und macht Schluss

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Jaza


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Hallo etnervt,

vielen, vielen Dank für deine Antwort. Sie hilft mir sehr, da ich mir gerade sehr große Vorwürfe mache.

Er hat zwar mittlerweile an ein psychologischen Beratungsgespräch teilgenommen und wird wahrscheinlich auch eine Therapie machen, ist aber der Meinung, dass das alle unsinnig ist und er einfach nur ein paar Dinge ändern muss. Z.B. will er sich in Zukunft nicht mehr so auf die Arbeit konzentrieren. Nur leider weiß er selbst noch gar nicht, in welchem Bereich er in Zukunft arbeiten will. Und sein Studium hat er ja auch auf Eis gelegt. Ich denke, dass er gerade in einer Krise steckt und solche Themen wie heiraten, Kinder, etc. ihn sehr stark belasten. Er ist 30 geworden und macht sich denke ich auch deshalb Gedanken. Aber sein Verhalten war auch da immer sehr komisch. Z.B. hat er mir Autos gezeigt, in die dann auch unsere Kinder reinpassen würden.

Wenn du schreibst, dass du deinen Partner ähnlich genervt hast, seid ihr ja jetzt immer noch zusammen?Welche Krankheit hatte er dann? Und wie ist er rausgekommen? Hab es bei euch dann auch so eine Beziehungskrise? Und hast du ihn damals auch mit ähnlichen Themen, wie z.B. gemeinsame Zukunft, Wohnort etc. genervt?

Ich hoffe, dass diese schreckliche Zeit bald vorbeigeht. Aber du machst mir Mut

12.01.2017 16:04 • #3


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Hallo Jaza,

stufe Dich bitte nicht weiter auf einen Mama-Status herunter (helfen und kümmern wollen). Er ist ein erwachsener Mann und braucht z.B. keine Jobvorschläge. Es ist natürlich was anderes, wenn er von sich aus Dich da um Unterstützung gefragt hätte.

Du musst ihm jetzt unbedingt Luft und Freiraum lassen, damit er sich klar werden kann, was ER will. Unabhängig von Dir.

Sein Verhalten zeigt Ambivalenz auf, das kann schon mit einer Art Torschlußpanik zu tun haben (Familienplanung etc).

Was Du machen solltest ist, Dein Leben erstmal zu leben. Keine Ratschläge, keine Jobvorschläge, keine Fragen nach Zukunft oder Zusammenziehen, das scheint sehr viel Druck für ihn zu sein.

Rede auch nicht mehr mit den Eltern darüber, sie können ungewollt eine Erwartungshaltung erwecken, die vielleicht nicht erfüllt wird.

12.01.2017 16:13 • x 1 #4


etnervt

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Dein Ex steckt nun in der Krise und hat sicherlich viele Baustellen die bearbeitet werden müssen. Das braucht Zeit und kostet Kraft. Und wenn psychisch auch was im argen ist....schwierige Mischung für den Betroffenen und sein Umfeld. Aber das sind seine Baustellen nicht deine!

Nein, bei uns habe ich mich getrennt. Unfreiwillig, aber aus Selbstschutz und weil es ihm wohl ohne mich auch besser geht. Mein Ex hat u.a. Depressionen, aber das war sicherlich nicht der Trennungsgrund. Bei uns stimmte auch die Kommunikation nicht. Denn er sprach eigentlich nie.

Raus gekommen ist er da noch gar nicht. In unseren 4 Jahren rutschte er immer tiefer, sprach aber auch nicht mit mir. Es wurde dann auch immer schwieriger bei uns. Was bei ihm los war konnte ich eigentlich nur ahnen. Wir hatten in diesen 4 Jahren zwei schwerwiegende Krisen und diese Dritte bedeutete das Ende. Das wusste er aber auch. Wir hatten ganz am Anfang ...nach 1,5, Jahren mal das Thema zusammenziehen. Es war beschlossen und der Zeitpunkt festgesetzt. Je näher der Termin rutschte... Das löste dann die erste Krise aus. Ich wusste damals gar nicht was mir geschah. Ein einfaches....nö, will nicht, bin nicht so weit oder was auch immer hätte gereicht. Ich musste das nicht zwangsläufig haben.

Wir sind auch nie zusammengezogen. Wie gesagt, ich konnte damit gut leben. Im nachhinein auch eine gute Entscheidung. Unsere Beziehung hätte nicht mehr lange gedauert.

Er war mit seinem eigenen Alltag schon völlig überfordert und ich dann noch on top. Es wurde ihm immer mehr zu viel, aber Stop...ich kann nicht mehr, Auszeit oder ähnliches bekam er auch nicht von ihm. Über die Jahre bekam ich dann ein Gefühl dafür. Und zog mich immer mal länger zurück.

Hinterher kamen aber in den Krisen auch noch unmögliches Verhalten seinerseits dazu. Krankheit okay, ist aber das ist kein Freibrief für alles. Irgendwann reicht auch mir es mal.

Ihm helfen konnte ich nicht, bin keine Therapeutin! Ich wollte seine Partnerin sein. Ich kann ihm nicht helfen!

Einen Therapieplatz fand er bis jetzt nicht (Einsicht zur Krankheit bestand aber ich musste echt Druck machen).

Mich zog das ganze immer mehr mit runter. Das kann ich aber erst jetzt in der Nachbetrachtung sagen. Das war ein schleichender Prozess den ich nicht wirklich bewusst oder nur in ganz kurzen Momenten bemerkte (z.B. Mann läuft im Urlaub wochenlang mit Trauermine neben einen..das verdirbt dir selber den Spaß). Wahrscheinlich wollte ich es auch nicht wahrhaben. Irgendwann, gepaart mit unmöglichen Verhalten mir gegenüber bin ich dann gegangen. Es kam auch nie eine Entschuldigung.

12.01.2017 16:28 • #5


Jaza


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@Kummerkasten007 ich habe vorhin schon mal geantwortet, aber scheinbar hat es die Antwort nicht gespeichert.

Ich wollte ihn nicht unter Druck setzen, sondern ihm helfen, aber scheinbar ist das ja anders rübergekommen. Ändern kann ich es jetzt leider nicht mehr. Ich könnte wenn dann mein Verhalten in Zukunft ändern, sofern er mir die Chance dazu gibt.

Das einzige was ich jetzt tun kann, ist auf ihn zu warten. Ich hoffe sehr, dass er das Positive an unserer Beziehung sehen wird.

Mein ihr ein Video für ihn, dass ich ihm in 2-3 Monaten gebe, könnte helfen ihn zu überzeugen, dass er mir sehr wichtig ist? Er hat sehr große Selbstzweifel und denkt auch, dass ich ihn nicht genug liebe.


@etnervt, ich denke wir haben da wirklich Ähnliches durchgemacht. Sein Verhalten mir gegenüber war zwar nicht wirklich bösartig oder sonstiges, aber er hatte sehr oft irgendwelche anderen körperlichen Beschwerden. Wir haben uns oft am Wochenende zusammengesetzt und überlegt, wie man die Beschwerden loswerden könnte.

Einmal sind wir in den Urlaub gefahren und er wollte die ganze Zeit nur seine Ruhe. Hat also auch nicht mit mir geredet und verlangt, dass ich das verstehe. Generell hat es im Urlaub sonst aber immer gut geklappt. Im Alltag war er aber auch sehr oft total müde und wollte nach der Arbeit überhaupt nicht mehr reden oder etwas machen und ist sofort eingeschlafen. Und wie gesagt es lief ja auch schon lange nichts mehr. Für mich waren das damals auch alles Anzeichen für eine psychische Störung. Ich hab das über Jahre mitgemacht und wäre auch mit ihm zur Therapie gegangen, aber er wollte das nicht.

Ich finde du bist sehr stark. Mich hat alles auch sehr belastet, aber den Schlussstrich konnte ich nicht ziehen...im Gegenteil versuche ich ihn ja jetzt wieder zurückzugewinnen.

Dein Satz "Krankheit ok, ist aber kein Freibrief für alles", gibt mir auch zu denken. Es ging seit mindestens 9 Monaten nur noch um seine Bedürfnissen und darum, dass er ja der Kranke ist. Mich hat das echt fertiggemacht.

Bist du dann jetzt über ihn hinweg? Denkst du ihr hättet, sollte er eine Therapie beginnen oder erfolgreich durchgeführt haben, noch eine Chance? Wenn er sich generell so komisch verhalten hat wahrscheinlich eher nicht, oder? Und wie lange ist das Ganze her? Du schreibst sehr reflektiert und so, als wäre es schon ne Weile her.

12.01.2017 16:56 • #6


Kummerkasten007

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Du solltest in dieser Hinsicht - helfen und kümmern - generell für Dich Dein Verhalten ändern, sonst rutscht Du immer wieder in diese Schiene rein.

Du bist bereits Co-Abhängig Wir haben uns oft am Wochenende zusammengesetzt und überlegt, wie man die Beschwerden loswerden könnte. in meinen Augen. Es kann gut sein, dass die körperlichen Beschwerden psychosymatisch sind.

Ich würde mit dem Video erstmal abwarten. Du kannst niemanden von Dir überzeugen gegen seinen Willen, wie soll das funktionieren?

Lebe Dein Leben erstmal, wer weiß, wo Du in zwei, drei Monaten stehst. Vielleicht erkennst Du dann die Erleichterung, dass Du keine Muttiarbeit mehr leisten musst.

12.01.2017 17:21 • #7


etnervt

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Nein, wir haben uns erst letzte Woche getrennt. Richtigerweise müsste es heißen: Er wusste, wenn er noch einmal solche Aussetzer hat, dann war es das mit der Beziehung. Wir sind wortlos aus dem Urlaub gekommen und seitdem ist Funkstille. Bis er mal auf den Gedanken kommt sich zu melden ... so war es in der Vergangenheit...vergehen locker mal 3-4 Wochen. Jetzt wird er sich gar nicht mehr melden, denke ich. Ich werde noch unsere Bankangelegenheiten abwickeln, seine Sachen kann er sich selber holen, wenn ich nicht da bin und gut ist.

Ich bin noch lange nicht über ihn weg, aber der Kopf sieht das ganz mittlerweile sehr klar. Die Mechanismen, sein Verhalten, mein Verhalten usw.. Ich habe zzt. die Schnauze voll, auch wenn ich ihn vermisse.

Noch eine Chance? Den Mann den ich mal kennengelernt habe ....den gibt es zurzeit nicht mehr....den den ich heute kenne ist nicht mehr mein Fall. Erfolgreiche Therapie.....das kann ja schon eine ganze Weile dauern. Soll ich jetzt warten? Nein, das tue ich nicht.

Wie gesagt, ich hätte ihn durchaus in seinem Heilungsprozess begleitet. Das steht außer Frage, aber seine Aussetzer toleriere ich nicht. Ob diese auch austherapiert werden können? Ich will ja den Mann nicht verändern. Das muss er entscheiden.

Ich denke, er hat sich zu sehr in seiner Krankheit und seine Befindlichkeit hineingefunden. Ist bestimmt einfacher als es anzugehen. Aber das kann es ja nicht sein. Er scheint sich für diesen Weg entschieden zu haben....sehr bedauerlich, aber das ist keine Perspektive...für gar nichts.


Das einzige was ich jetzt tun kann, ist auf ihn zu warten. Ich hoffe sehr, dass er das Positive an unserer Beziehung sehen wird.

Mein ihr ein Video für ihn, dass ich ihm in 2-3 Monaten gebe, könnte helfen ihn zu überzeugen, dass er mir sehr wichtig ist? Er hat sehr große Selbstzweifel und denkt auch, dass ich ihn nicht genug liebe.


Du kannst nichts für ihn tun. Du hilfst ihm nicht, auch nicht mit einem Video. Tu etwas für dich....Geh den Weg nun für dich. Richte dein Leben. Er weiß wo er dich finden kann. Wenn er die Kraft dafür hat und du dann noch interessiert bist....dann kommt was kommen muss.

Grenz dich ab!

12.01.2017 17:32 • #8


Jaza


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@kummerkasten007, ja ich denke du hast Recht. Ich bin wahrscheinlich wirklich schon co-abhängig.

Ich habe mir nur gedacht, dass er dann merkt, dass er mir wirklich wichtig ist. Melden darf ich mich ja eh nicht...sonst respektiere ich seinen Wunsch ja wieder nicht. Aber zwingen kann man natürlich niemanden, das ist richtig.

Wahrscheinlich muss ich wirklich einfach mein Leben leben, auch wenn das sehr schwer ist...

@etnervt nach einer richtigen Trennung hört es sich dann aber noch nicht an, oder? Es kann ja sein, dass er sich bald wieder meldet? Ich bin mir sicher, dass ich da sofort wieder einknicken würde. Auch wenn ich eigentlich wüsste, dass mir das Ganze nicht gut tut.

Es ist gut, dass du dir darüber im Klaren bist, dass es für dich momentan ohne ihn besser ist und er sein Leben erstmal in den Griff kriegen muss, bevor das nochmal was werden könnte (von deiner Seite aus). Vielleicht merkt er ja irgendwann doch, dass er etwas gegen seine Krankheit tun muss, wenn du mal "wirklich" weg bist?

Warten sollten wir wahrscheinlich beide nicht...sondern uns um uns kümmern, nachdem wir uns wahrscheinlich beide die letzten Monate/Jahre um jemand anders gekümmert haben.

Wie äußern sich denn seine "Aussetzer"?

Mal sehen, was die Zukunft bringt...

12.01.2017 18:56 • #9


Kummerkasten007

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Zitat:
Wahrscheinlich muss ich wirklich einfach mein Leben leben, auch wenn das sehr schwer ist...


Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt (Konfuzius)

Wenn Du nicht mehr greifbar für ihn bist, dann könnte es vielleicht sein, dass er es merkt. Aber solange Du Dich in seinem Orbit befindest, hat er doch gar keinen Grund.

12.01.2017 19:01 • #10


etnervt

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Nein, er wird sich nicht melden. Dafür kenne ich ihn zu gut. Er kann es einfach nicht. Er wüsste gar nicht was er sagen sollte. Er kann nicht kommunizieren. Er hätte im Urlaub einfach mal meine Hand nehmen können, wenn man nebeneinander im Bett liegt. Mal ein...."tut mir wirklich leid. Ich weiß gar nicht was los ist". Er kann es einfach nicht. Über sich sprechen geht gar nicht.
Ich müsste dann zukünftig vom Prinzip Hoffnung leben. Daraus steige ich jetzt aus.

Ich müsste wie immer aktiv werden und das tue ich nicht mehr. Ihm wäre das zzt. auch zu viel. Er würde alles abblocken. Jede SMS oder Gespräch würde ihn völlig überfordern. Das würde sich dann gegen mich richten, weil ich ihn stresse.

Und nein, ich knicke nicht mehr ein. Er ist dann ja immer noch der gleiche Mensch. Den von früher gibt es einfach nicht mehr. Diesen...nehme ich sofort.

Aussetzer: In Kürze: Verbale Aussetzer, ansatzweise Verhaltensweise eines Autisten mir gegenüber, wochenlanges ignorieren meinerseits in den Krisen...nix Lösung finden, ich war nur noch selbstverständlich und fand auch nicht mehr statt...also nicht mehr wirklich existent.
Meine Dienstleistung (nicht S.) wurden aber gerne in Anspruch genommen. Ohne sich mal zu bedanken oder eine Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Das kann er ja leider nicht. Er kreiste und wird weiter um sich kreisen. Nur jetzt muss er alleine kreisen. Unser Hauptproblem liegt in seiner Kommunikationsmöglichkeit die aber ein Stückweit auch seiner Krankheit geschuldet ist.

Nun kreise ich jetzt einfach um mich.

Die Ratio kann das alles wunderbar einkreisen, aber ein leichter Weg ist etwas anderes.

Aber....ich kann hier gar nichts ändern. Es liegt ja überhaupt nicht in meiner Hand. Kann ich hier irgendwo mitsprechen? Eine Entscheidung treffen? NEIN!

Glaub mir, hätte ich eine Möglichkeit irgendetwas zu tun und sei es tatsächlich nur für ihn was uns beiden später zugute kommt....ich würde es sofort tut. Ich gehe auch in Vorkasse. Die gibt es aber leider nicht. Für ihn könnte ich alles machen....zurzeit kommt nichts mehr an. Er muss sich erst einmal sortieren.

Auch wenn das so klar formuliert ist....es ist unheimlich schwer.

Ich werde gezwungen einen Weg einzuschlagen den ich so nicht wollte. Den ich nie wieder gehen wollte. Es sollte ein anderer Weg sein. Ein gemeinsamer Weg, ein unbeschwerter Weg. Wir hatten die besten Voraussetzungen.

Wo sind wir, er und/oder ich falsch abgebogen? Mich macht das teilweise ziemlich wütend/traurig und letztendlich ohnmächtig in der Hilflosigkeit. Er zwingt mich dazu diesen Weg zu gehen den ich nicht will, aber wo ist die Alternative? Ich habe keine also Augen zu und durch. Es wird schwer genug der Weg.

12.01.2017 19:29 • #11


Jaza


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@Kummerkasten007 ja, ich muss mich jetzt rar machen. Er weiß zwar, dass ich ihn sehr vermisse und auch auf ihn warte und ich wohne sogar noch in seiner Wohnung, in der er ja jetzt nicht mehr wohnt, aber er weiß trotzdem nicht, was ich tagsüber so mache und irgendwann wird ihn das vll. auch stören.

Unseren Beziehungsstatus ändert er in den sozialen Netzwerken auch nicht.

Ich darf ihn jetzt nicht mehr stalken und muss komplett aus seinem Leben verschwinden. Erst wenn er gar nichts mehr von mir hört, vermisst er mich vll.

Danke für deine Worte! Sie helfen mir momentan auch sehr.

@etnervt ich kann es so, so gut nachvollziehen, wie es dir geht. Mein Exfreund wollte nie kuscheln, weil ihm dann wieder irgendwas wehtat...an manchen Tagen wollte er es aber dann doch und ich sollte seine Gedanken lesen. Du hast Recht...nur vom Prinzip Hoffnung zu leben macht keinen Sinn. Für was hätte er sich denn dann entschuldigen sollen?

Das mit dem Kommunikationsproblem kenne ich sehr gut. Mein Ex ist auch kein sehr kommunikativer Mensch. Oft wusste ich gar nicht, welche vermeintliche Krankheit nach einem der tausend Arztbesuche diagnostiziert wurde. Er war sehr fertig, hat von mir die volle Empathie verlangt, aber ich wusste gar nicht, um welche Krankheit es jetzt ging. Ich denke du wirst dann ähnliche Probleme gehabt haben? Wenn man gar nicht weiß, wo das Problem liegt, wie soll man dann helfen?

Bei mir war es genauso, dass ihn jede Nachricht von mir überfordert hat. Er hatte teilweise eine Woche sein Handy aus, weil es ihn gestresst hat, war aber trotzdem der Meinung, dass er kein psychisches Problem hat.

Bei mir ist es auch so, dass ich den Menschen von früher vermisse. Den gibt es aber auch in meinem Fall nicht mehr. Ich hoffe er wird wieder zu diesem Menschen. Zumindest teilweise. Ich habe auch viele Fehler gemacht, die ich einsehe und will mich auch bessern, falls es nochmal eine Chance geben sollte.

Das mit den "Dienstleistungen" kann ich auch sehr gut verstehen.

Auch bei meinem dreht sich gerade alles nur um ihn. Er sagt auch ganz klar, dass er sich um mich nicht kümmern kann. Es geht mir auch nicht ums kümmern, sondern einfach ums da sein, aber auch das kann er nicht. Er muss mit sich selbst klarkommen.

Wie waren eure Voraussetzungen? Warum waren diese so positiv? Sind wir eigentlich ca im gleichen Alter? Ich bin 27.

Wahrscheinlich müssen wir da jetzt beide durch. Wenn es die wahre Liebe ist, kommt sie sowieso zurück. Eventuell haben dann beide alles reflektiert und alles wird besser. Wenn nicht, sollte es nicht so sein und es wird dann hoffentlich trotzdem alles gut.

Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine ist .

Danke euch beiden! Ihr helft mir gerade sehr!

12.01.2017 22:07 • #12


Hermine0815

Hermine0815


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Hallo zusammen.
Ich war mit einem mittelschwer depressiven Narzisst zusammen.
Das einzige was für euch zählen sollte, seit ihr selbst! Ihr geht an so etwas zu Grunde! Ich selbst hab krasse schei. erlebt. Das ständige hoffen er würde wieder der Alte werden, er würde wieder lebensfroh sein, sich auf mich freuen. Ich tat alles um ihn glücklich zu machen (das geht aber nicht).. das einzige was passiert, du selbst gehst immer mehr den Bach hinunter.
Bitte tut mir einen Gefallen, lebt das Leben, so wir ihr euch das vorstellt! Job, gutes Essen und Aktion mit Freunden. Ich hab alles aufgegeben, war ein nervliches Frack, habe Hautallergien, Haarausfall bekommen.
Aber eines hab ich jetzt gelernt/bzw. bin ich gerade noch darüber, niemand ist wichtiger als ich selbst.
Solche Menschen fühlen sich beim kleinsten Ding eingeengt. Ich habe auch Videos gedreht
Mal liebt diesen Menschen, sieht das Gute und ist einfach machtlos, ich kenne das Gefühl.

12.01.2017 22:48 • x 1 #13


etnervt

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Jaza, ich bin mit 50 Jahre um einiges älter und auch lebens- und beziehungserfahrender. Damit wird damit sicherlich nicht zwangsläufig einfacher, aber ich weiß was machbar ist oder woran ich mich abarbeite (würde). Und ich weiß ganz genau was ich will und was ich nicht will. Sei es noch so schmerzhaft. Mein Leben ist zu kurz um mich freiwillig mit schlechten Dingen abzugeben. Dies ist dann aber leider genauso bitter und schmerzvoll. ER tut mir nicht mehr gut.

Und dieses Beziehung, so wie sich in den letzten Monaten/Jahr(en) dargestellt hat will ich nicht mehr. Sie bringt uns beiden nichts mehr.

Wir hatten die besten Voraussetzungen, weil wir uns nur noch um uns, unsere Wünsche kümmern konnten. Kind erwachsen, gute Jobs, erreicht was wir wollen. Sind wahnsinnig viel gereist. Haben es uns gut gehen lassen.

Wir brauchten uns halt nicht mehr um Karriere, Haus, Kind, Hund, Garten, Lebensplanung, Kinderplanung, Erziehung usw. kümmern. Wir konnten das Leben in vollen Zügen genießen. Was wir durchaus auch gemacht haben. Es war herrlich.

Aber leider ist es mit ihm jetzt vorbei. Ich muss für mich einen neuen Weg finden

Ja, das müssen wir beide unfreiwillig und schmerzvoll durch.


.

13.01.2017 03:42 • #14


Jaza


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zunächst einmal, entschuldigung für meine späte Antwort. Ich habe komischerweise keine Benachrichtigung bekommen, dass ein neuer Beitrag gepostet wurde.

@ Hermine0815, mein Ex ist denke ich kein Narzisst. Er ist nur sehr sensibel und ich war oft nicht sensibel genug. Wenn es mir schlecht ging, war er immer für mich da. Ich konnte nicht immer für ihn da sein und habe mich auch oft missverstanden gefühlt, weil er einfach lieber bei seinen Eltern war und auch noch ist, als bei mir.

Was hast du denn erlebt? Und wie hat es sich geäußert, dass er ein Narzisst war? Welche Videos hast du gedreht?

@ etnervt du bist da wirklich deutlich stärker, als ich. Ich denke die ganze Zeit an die schönen Zeiten. Und mein Ex war ein sehr sehr lieber Freund, bis zu dem Zeitpunkt, als es ihm so schlecht ging. Ich mache mir selbst einfach auch viele Vorwürfe. Wahrscheinlich hätte ich in der Zeit anders handeln müssen und mich wirklich nur noch auf ihn konzentrieren.

Ich hoffe so sehr, dass er mir noch eine Chance gibt, ihm zu zeigen, dass er Alles für mich war/ist.

Genau die Punkte, die bei euch gepasst haben, haben bei uns nicht gepasst. Wir waren beide unzufrieden mit dem Job. bzw. wussten gar nicht, was uns eigentlich liegt und hatten auch weder Haus, noch Kinder, noch sonst was. Das war denke ich auch das Problem, dass diese Themen jetzt im Raum standen.

Es ist echt nicht einfach

13.01.2017 12:52 • #15



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