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Expartner von Narzissten eigener Anteil am Leid f alle

PapaEmeritus
@Sincerite

Dieses Bedürfnis nach Macht und Kontrolle, oder auch die Grandiosität sind mMn eine direkte Folge des strukturellen Defizits. Aber nicht, um was zu verdecken, sondern um was zu ersetzen. Deswegen fehlt da auch die Tiefe. Bei mir war das ähnlich. Der Mensch hat sich zwar die banalste Kleinigkeit aus meinem Leben gemerkt, selbst Dinge, die ich wieder vergessen hatte, aber wirkliche Tiefe kam nicht durch. Und bei Konflikten wurde das dann erst recht ersichtlich. Wo normale Menschen verschiedene Strategien haben, teilweise abhängig von Tagesform (Kooperation, Streit, Diskussionen, ggf. auch Trennung etc.), folgt da eben das immer gleiche Verhalten, weil eben immer nur auf die gleichen Werkzeuge zurückgegriffen wird. Schuld externalisieren, sich in die Opferrolle begeben etc… .

x 2 #226


S
@PapaEmeritus
Was meinst Du mit "strukturellem Defizit"? Was soll ersetzt werden? Schuldumkehr und Opferrolle habe ich bei ihm auch gesehen.

x 1 #227


A


Expartner von Narzissten eigener Anteil am Leid f alle

x 3


S
@PapaEmeritus
Wie geht es deiner Wut heute? Hat sie sich etwas gelegt?

#228


S
@Mada
Du nennst es den toten Blick. Für mich war das immer ein Pokerface.

#229


PapaEmeritus
@Sincerite

Das ist jetzt nur meine subjektive Erklärung:
Diese Menschen haben kein stabiles Ich, man nennt das auch „fragmentiertes Ich“, manchmal liest man auch „innere Leere“, oder „Vakuum“. Das merkt man mMn zB an der fehlenden Objektkonstanz, quasi an dem schwarz-weiß denken. Und dieses instabile oder fehlende Ich wird durch Grandiosität, Macht und Kontrolle ersetzt. Deswegen ist eben auch jede Kritik eine existenzielle Bedrohung. Es ist nichts da, was Kritik abfangen kann. Deswegen wird diese sofort umgekehrt und auf das Gegenüber zurückgeworfen.

x 2 #230


S
Das habe ich gefunden:
Ein fragmentiertes Ich bedeutet, dass sich eine Person nicht als eine zusammenhängende Einheit erlebt, sondern eher wie verschiedene, voneinander getrennte Teile oder "Persönlichkeitsanteile".
Stell dir vor, dein Ich wäre normalerweise wie ein zusammenhängendes Ganzes – eine Person mit einer durchgehenden Identität, Erinnerungen und Gefühlen. Bei einem fragmentierten Ich ist es eher, als würde diese Einheit in mehrere Teile zerfallen, die nicht gut miteinander verbunden sind.
Wie entsteht es?
Ein fragmentiertes Ich entsteht meist durch schwere emotionale Belastungen oder Traumata, besonders wenn diese in der Kindheit passieren:
Wiederholte Traumatisierung: Wenn ein Kind über längere Zeit hinweg Missbrauch, Vernachlässigung oder extreme Angst erlebt, kann das Gehirn als Schutzmechanismus die Erfahrungen "abspalten" – also von der restlichen Persönlichkeit trennen
Überwältigende Gefühle: Das Gehirn fragmentiert sozusagen die Erinnerungen und Gefühle, um nicht von ihnen überwältigt zu werden
Mangel an Sicherheit: Wenn ein Kind keine sichere, stabile Bezugsperson hat, kann sich das Ich nicht normal entwickeln und integrieren

Wie fühlt sich das an?
Menschen mit fragmentiertem Ich berichten oft von:
Lückenhafte Erinnerungen ("Blackouts")
Das Gefühl, mehrere verschiedene Versionen ihrer selbst zu sein
Innere Stimmen oder unterschiedliche "Anteile", die sich widersprechen
Desorientiertheit oder das Gefühl, nicht ganz "da" zu sein

Wichtig zu wissen: Ein fragmentiertes Ich ist oft ein Symptom von Dissoziation oder in schweren Fällen der Dissoziativen Identitätsstörung (früher: Multiple Persönlichkeitsstörung). Das ist eine ernsthafte psychische Condition, die professionelle Hilfe braucht – aber sie ist auch behandelbar.

x 1 #231


S
und noch: Kritik trifft aber genau den verletzlichen Teil, der abgespalten wurde.

Aber wie du sagst, es bis ins letzte Detail verstehen zu wollen, ist müßig. Bei mir ist heute auch so etwas wie Ärger. Es war alles umsonst, wie eine Fata Morgana.

x 1 #232


PapaEmeritus
@Sincerite

Wie gesagt, ich hab da eben ne andere Meinung. Kritik trifft mMn nicht den Teil, der abgespalten wurde, sondern wird als direkter Angriff auf die eigene Macht und Kontrolle gesehen. Und eine dissoziative Störung ist meines Wissens nach was komplett anderes. Früher nannte man das multiple Persönlichkeitsstörung. Diese Menschen haben ja wirklich verschiedene Persönlichkeiten mit eigenen Erinnerungen, teilweise eigenen Krankheiten. Hier werden als Ursache hauptsächlich traumatische Erlebnisse angenommen. Menschen, die narzisstisch sind, haben mMn nach aber keine verschiedenen Persönlichkeiten.

x 1 #233


Scheol
Zitat von Sincerite:
Das habe ich gefunden: Ein fragmentiertes Ich bedeutet, dass sich eine Person nicht als eine zusammenhängende Einheit erlebt, sondern eher wie verschiedene, voneinander getrennte Teile oder "Persönlichkeitsanteile". Stell dir vor, dein Ich wäre normalerweise wie ein zusammenhängendes Ganzes – eine ...

Was möchtest du den mit dem Text sagen ?

x 1 #234


S
@PapaEmeritus
Ich kann deine Meinung auch nachvollziehen. Hast du Verständnis für sie?

x 1 #235


PapaEmeritus
@Sincerite

Hier müsste man „Verständnis“ definieren. Wenn du mich fragst, ob das Verhalten in Bezug auf Macht und Kontrolle in sich logisch und schlüssig ist, ob ich es rein kognitiv verstehe, dann ja. Hab ich menschlich Verständnis? Nein.

x 2 #236


S
@Scheol
PapaEmiritus hat auf ein fragmentiertes ich hingewiesen. Um ihn besser verstehen zu können, habe ich die KI von DuckDuckGo gefragt. Das war ihre Antwort. Während der Beziehung habe ich allerdings öfter mal den Eindruck gehabt, dass ich es bei ihm mit mindestens 2 bis 3 Persönlichkeiten zu tun hatte (Kind, Pubertärer und Erwachsener). Sein Erwachsener hat nach meinem Eindruck das Kind unterdrückt, wenn dieses etwas mitteilte, was er nicht wollte.

x 1 #237


Scheol
Zitat von Sincerite:
@Scheol PapaEmiritus hat auf ein fragmentiertes ich hingewiesen. Um ihn besser verstehen zu können, habe ich die KI von DuckDuckGo gefragt. Das war ihre Antwort. Während der Beziehung habe ich allerdings öfter mal den Eindruck gehabt, dass ich es bei ihm mit mindestens 2 bis 3 Persönlichkeiten zu tun hatte (Kind, ...

Wenn du dich als emphat für die Entstehung interessierst , ist die Gefahr groß , dass du Zuviel Mitleid empfindest, zu hoch das du wieder eine erneute Runde aus Mitleid drehst.

deswegen bin ich davon völlig abgekommen das zu erklären.

sonst kommt „ der kann ja nichts dafür , weil……

wenn du solch Person von außen beobachtest siehst du oft eine Person die sich wie ein 5 jähriger verhält. Die Zeit wo sich die „Probleme“ bilden.

x 4 #238


S
@PapaEmeritus
Ich meine menschlich. Ich habe mittlerweile Verständnis. Ich sehe, bildlich gemeint, ein existentiell verängstigtes und ohnmächtig traumatisiertes inneres Kind in dem Körper eines erwachsenen Mannes, das sich mit den Mitteln eines Kindes versucht über Wasser zu halten. Jede Kritik löst diese damalige existentielle Angst wieder aus. Es darf auf keinen Fall etwas falsch machen und versucht das durch absurde Schuldumkehr von sich zu weisen. Eine evt. Schuld bedeutet Gefahr. Gaslighting hat das selbe Ziel. Gleichzeitig braucht es Bestätigung von außen, weil die Minderwertigkeitskomplexe so stark sind. Ich weiß, wieviel Angst ich als Kind hatte. Dieses Kind muss noch viel mehr Angst gehabt haben und weil Kinder alles auf sich beziehen, ist es zu der Überzeugung gekommen, dass es schlecht ist. Er hat als kleines Kind morgens Kaffee für die Eltern gekocht, weil dafür Anerkennung kam. Kleine Kinder denken in diesem Alter eigentlich nur an spielen. Ich kann das alles nachfühlen. Aber ich möchte nicht mehr zurück. Ich könnte nicht Therapeutin sein und nachpampern und gleichzeitig eine romantische Liebe leben. Das bekäme mein System nicht hin.

#239


PapaEmeritus
@Scheol

Grundsätzlich finde ich diese Diskussionen sehr interessant, und die kommen für mich in der Verarbeitung zwangsläufig irgendwann. Im Endeffekt sollte man sich auf sich konzentrieren. Da kann man nämlich viel machen. Diesen Menschen aber kann man eh nicht helfen.

@Sincerite

Wenn du dir das so erklärst, und dir was draus ziehen kannst, ist das doch vollkommen okay. Ich hab menschlich absolut kein Verständnis. Wer sich immer als Opfer seiner schlimmen Vergangenheit darstellt, sich dann aber wie die Axt im Wald verhält, und sich dann wieder als Opfer inszeniert, wenn man sich wehrt, bekommt von mir kein Mitleid.

x 3 #240


A


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