Upbeat
Mitglied
- Beiträge:
- 20
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 28
- Mitglied seit:
Zitat von Scheol:Du hast mehre Faktoren die dir hier einen Streich spielen.
A) die Sucht und dein Suchtverhalten . Die ihren Stoff benötigt um wieder runter zu kommen .
B) die Hormone , Dopamin , Serotonin , Adrenalien, Cortisol ( usw. ) dieser mix hat dich hormonell vergiftet. Eine normale Frau freut sich wenn der Mann nachhause kommt , da wabern die Emotionen relativ auf einen leichten bis mittleren Level . Bei dir ist das Cortisol durch den Stress exorbitant hoch auf Level 10 aber über die ganzen Monate und Jahre. Dopamin , das jagt Hormon , wir jagen um zu erlegen . Also machen wir weiter egal ob sinnvoll oder nicht. Usw. usw. Und das statt ein paar Minuten über Monate und Jahre , das der Körper davon abhängig sein könnte , das zeigen viele nicht in Betracht. Auch hormonell musst du entgiften.
C) Bereiche im Gehirn durch die toxische Beziehung , sich verändern ( ich glaube es war der Hypocampus, ich vergesse das immer ) . Sich verändern wie bei einem depressiven. Auch hier kommt es nur durch ruhige und Abstand zur Verbessrung.
Danke für die interessante Sichtweise. Was Botenstoffe oder chemische Prozesse damit zu tun haben, habe ich bisher nicht beleuchtet. Vielleicht hilft auch das, das Ganze etwas objektiver zu betrachten.
Dass sich das Gehirn tatsächlich verändern kann, war mir nicht bewusst.
Zitat von Scheol:Der Entzug kann sich auf den Körper , also über die Psychosomatik Ausdrücke . Es gibt über 60 Symptome die in / nach solch Beziehungen bekannt sind. Welche Wehwehchen schleppst du den so mit dir rum ? Oft sind es Blasenentzündungen, Herpes , Probleme mit der Haut , oder rücken Probleme. Ich habe ein paar Jahrzehnte auch Suchtpatinten betreut. Kenne auch Gespräche wo die Beteiligten motivierter waren als wie der Suchti selbst.
Bei mir wirkt es sich vor allem auf mein Essverhalten aus. Schlägt mir alles direkt auf den Magen und ich kann nicht mehr richtig essen. Das ist dann nur noch nebensächlich und ich esse nur, weil ich Nahrung brauche, nicht weil es mir schmeckt. Rückenprobleme hatte ich in Form eines Bandscheibenvorfalls, der sich aber glücklicherweise so gut wie gar nicht bemerkbar macht, es sei denn ich belaste meinen Rücken über einen längeren Zeitraum. Als wir mal ne riesen Krise hatten, hatte ich tatsächlich dolle Schmerzen, ich habe es da aber eher auf die Belastung bei der Arbeit geschoben.
Zitat von Scheol:Er will in den Sumpf bleiben.
Du nicht ! Sonst wärst du nicht hier und würdest dich nicht mit dir und der Situation auseinander.
Du hast gute Freunde eine tolle Familie , das Umfeld passt. Du strebst das wieder an wo du her kommst . Das sollte dein Ziel sein. Und das schaffst du auch . Millionen von andere haben das auch geschafft. Also kann es nicht , unlösbar sein. Einfach ist es nicht . Aber eben nicht unlösbar !
Wille kommt von wollen !
Ich will etwas , ich möchte etwas !
Ob er das wirklich will oder nicht, sei mal dahin gestellt. Fakt ist, er kommt nicht raus aus dem Sumpf. So wie ich ihn einschätze, kann das erst passieren, wenn er ganz hart auf dem Boden aufschlägt und ich wünsche ihm, dass er dann noch die Kraft hat wieder aufzustehen.
Es tut alles nicht mehr so weh, wie es mal war, weil man schon so viele Enttäuschungen durch hat. Mittlerweile hat es sich so eingestellt, dass alles höchstenfalls "okay" ist. Nicht gut, nicht schlecht, sondern okay. Wie trostlos ist das, das will ich nicht für mich. Ich will das schaffen und ich will auch wieder glücklich sein, auch wenn sich das noch so weit weg anfühlt.
Zitat von Scheol:Was sagt dein Herz , und was sagt der Kopf ? Du sagst eine Kontaktsperre wäre schwer. Ok. Stell dir vor , ich Klingel jeden Tag um 9 und 21 Uhr an der Tür , und wenn du die Tür öffnest , Knall ich dir fürchterlich eine.
Wäre es nicht sinnvoll hier eine Kontaktsperre zu eröffnen , zum Eigenschutz ? Das hier , ist ein körperlicher Missbrauch . Was der Ex macht ein emotionaler. Was ein Suchti macht ist ein Missbrauch gegen sich selbst . Also wäre es nicht besser eine Kontaktsperre zu machen ? Wenn nicht wäre es die einzigste normale Erklärung , du magst es. Bist masochistisch veranlagt . Bist du es ? Wenn nicht spricht nichts gegen eine Kontaktsperre. Zu Deinem Schutz . Und nein das ist nicht kindisch , das wäre ausgesprochen erwachsen , endlich mal auf sich selbst aufzupassen.
Ich mag deine veranschaulichenden Beispiele 😁 Wirklich, das regt mich zum Nachdenken an, danke dafür.
Natürlich würde ich die Tür nicht öffnen, wenn ich weiß, dass ich jedes Mal eine Klatsche zu erwarten habe. Du hast komplett recht und ich weiß, was du meinst. Für ich ist es irgendwie so, als würde ich zwar öfters eine geklebt bekommen, aber ab und zu mach ich die Tür auf und ich bekomme dann einen Kuss. Warum ich die Tür trotzdem öffne, wenn ich weiß, dass ich mir meistens eh wieder eine fangen werde? Man hofft doch jedes Mal, dass es dann wieder der Kuss sein möge.
Ich hoffe man versteht wie ich das meine, es ist wirklich schwer in Worte zu fassen.
Ich sehe das auch so, dass eine Kontaktsperre notwendig ist. Aber ich muss wirklich dahinter stehen und das auch durchziehen können, sonst mache ich mich unglaubwürdig und das nicht nur ihm gegenüber, sondern vor allem gegenüber mir selbst. Fast vier Monate hatten wir es so, bis wir dann doch wieder in Kontakt gekommen sind und alles wieder von vorne los geht. Dass ich da rückfällig geworden bin, hat mich dann doch noch weiter runtergezogen. Dass ich nun aber so langsam in die Richtung komme, macht mich ganz zuversichtlich, dass ich das wirklich schaffen kann. Ich will auch endlich mal erwachsen sein.
Zitat von Scheol:Beschreibe mir mal kurz 6 oder 7 schlechte Eigenschaften.
Warum möchtest du aus dieser Situation heraus ? Beschreibe es mir mal. Bist du mit einem Partner zusammen um diesen zu retten oder um mit ihm eine schöne Zeit zu verbringen ?
Ich möchte raus, weil ich mehr will für mich. Wie schön es dann auch sein kann, im Endeffekt bin ich ja doch irgendwie allein und auf mich gestellt. In so vielen Situationen, in denen ich ihn hätte gebrauchen können, konnte ich nicht auf ihn zählen. Er ist mega lost und unstrukturiert, nichts ist planbar, es kann immer was dazwischen kommen. Auch wenn er lieb und nett sein kann, kann er immer wieder Stimmungsschwankungen haben, die aus dem Nichts kommen und man kann sich nicht erklären, woher dieser Umschwung plötzlich kommt. Eigentlich ist es meinerseits aus ein ständiges Anpassen an seine momentane Verfassung. Ich weiß, wann es keinen Sinn macht Dinge anzusprechen und wann sowie nichts von ihm zu erwarten ist. Allein, dass ich mich so drauf eingestellt hat, nimmt mir doch schon alle Leichtigkeit und Natürlichkeit aus meinem Verhalten. Dieses ständige Zuckerbrot und Peitsche Wechselspiel macht einen einfach fertig.
Ich bin weder mit jemandem zusammen, nur um ihn zu retten noch um nur eine schöne Zeit zu verbringen. Was ich möchte ist Sicherheit und Stabilität, dass man sich aufeinander verlassen kann und der eine den anderen bei was auch immer unterstützen wird, wenn es nötig wird. Er zeigt mir auch, dass er sich um mich sorgt und ich ihm wichtig bin, aber das wiegt das Negative natürlich nicht auf leider. Trotzdem ist es das, wonach man sich immer wieder sehnt - eben der Kuss und nicht die Klatsche.
Zitat von Scheol:Es fällt schwer , und man denkt es geht nicht vorbei. Und man denkt sch. ruft den , die an . Und wenn man es macht denkt man sch. wieder bei null , weil die Person sich nicht geändert hat . Die Person Quatsch genau den selben Mist wie vorher und wird es auch tun wenn du aus dem Thema raus bist. Nur dann sieht du das klar mit Abstand und denkst dir , der labert immer noch den selben Mist wie damals und ist keinen Schritt weiter , gut das ich aufgestanden bin und los gegangen bin. Es war schwer , sehr schwer , aber es lohnt sich.
Familie und Freundschaft haben es einfacher weil sie eben die Sache objektiv sehen . Da ist ein J. , ein Dro. . Wenn der nicht will will der nicht.
Außer dem sind die Freunde und Familie nicht so auf den Hormonen drauf.
Du kannst hier auch ein offenes Tagebuch schreiben wenn es dir hilft.
Scham ist oft ein Problem wenn Personen Dagobert berichten. Hier sind genug Personen die selbst Erfahrung gesammelt haben mit solch Partnern. Also sie kennen sich selbst aus.
Oft ist die Frage , warum willst du ihn erretten , wo kommt das her ?
Stockholm Syndrom , helfersyndrom.
Puh ja, sehr schwer sogar. Hätte mir das mal einer davor erzählt, dann hätte ich es nicht für möglich gehalten, da so doll drin zu hängen. Wo kommt das her? Wenn ich das nur wüsste. Kindheit und alles war wie gesagt immer sehr behütet und harmonisch, aber ich könnte mir vorstellen, dass es eventuell trotzdem dort seinen Ursprung hat? Ich weiß es nicht, aber ich würde es gerne mal herausfinden.
Familie und Freunden kann ich es auch nicht verübeln, mir würde es wahrscheinlich genauso gehen, wenn es andersherum wäre.
Zitat von Scheol:Dein Traummann , eine Suchanzeige würde lauten…
Suche hochverschuldetenn Mann , ohne Ausbildung , toll wäre eine Abhängigkeit oder sogar Multitoxischer Missbrauch. Haftbefehle sind kein Problem sondern bevorzugt. Bitte melde dich.
Ich glaube nicht das deine Suchanzeige so lauten würde . Den Eindruck machst du mir hier gerade nicht.
Und wieder so schön veranschaulichend 😂
Um Gottes willen, aber momentan ist es ja irgendwie doch so, erschreckend, wenn man sich das mal so überlegt.
Zitat von Scheol:Wäre ein stabiler , liebevoller Partner nicht das was dir und mir für dich vorschwebt ? Einer der konstant arbeitet . Mit dir eine positive Zukunft plant .
Solch Mann würde mir für dich lieber sein.
Ja das wäre genau das, was ich mir wünschen würde und ich hoffe ich werde das noch finden. Danke dir für die offenen Worte und die Mühe, die du dir gemacht hast mir einiges näher zu bringen. Ich mag die direkte Art und die Metaphern, die du nutzt. Es regt mich wirklich zum Nachdenken an und meinen Blickwinkel zu erweitern, du scheinst mir ein Mann vom Fach zu sein? Darf ich fragen, was du beruflich machst, wenn du auch mit Suchtkranken gearbeitet hast?