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Extreme Beziehung, ich bin nicht mehr ich selbst

Upbeat

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Hallo zusammen,

Ich habe eine extreme Beziehung hinter mir, die so schön angefangen hat und mich innerhalb von 3 Jahren komplett verändert hat.
Er und ich kennen uns bereits mein halbes Leben, ich bin nun 34. Wir haben unsere Jugend zusammen verbracht und waren die besten Freunde, schon fast wie ein Familienmitglied war er jeden Tag bei uns zuhause. Auch mit meiner Schwester war er sehr gut befreundet. Ich weiß noch wie wir irgendwann darüber sprachen, dass er an sich ein guter Kerl ist, aber eine Beziehung mit ihm niemals in Frage käme, da er schon damals Tendenzen, sagen wir mal zu einem unehrlichen Leben und auch zu gewissen Substanzen hatte.
Irgendwann Jahre später waren wir zum Mittagessen und Wein verabredet und es kam zum ersten Kuss. Von dem Moment an wars um mich geschehen und ich war so verliebt wie noch nie in meinem Leben.
Als ich meiner Schwester davon erzählte, war ihre erste Reaktion, dass sie anfing zu weinen und meinte bitte alles, aber bitte nicht er. Anstatt das als erste red flag wahrzunehmen, war ich der Meinung, dass sie mir mein Glück nicht gönnte und habe es komplett ignoriert.
Wenn es etwas wie Wolke 7 gibt, dann waren wir zu diesem Zeitpunkt da. Jede freie Zeit haben wir gemeinsam verbracht, ich konnte vor lauter Verliebtheit nicht mehr essen und schlafen. Ich war schon öfter mal verliebt, aber das war kein Vergleich, ich liebte einfach alles an ihm.
Aufgrund einiger Umstände, sind wir dann sehr schnell zusammengezogen. Er und sein kleiner Sohn, den er im Wechselmodell betreute, sind zu mir in die Wohnung gezogen. Lange hat es nicht gedauert, bis die ersten Probleme aufgetaucht sind. Das Patchwork Leben war an sich zugegeben eine Herausforderung, die ich aber meiner Meinung nach mit Zeit auch bewältigt hatte, der kleine und ich mochten uns, aber für ihn ging es nie schnell genug. Was aber viel schlimmer war, war sein unstrukturiertes und wie oben erwähnt unehrliches Leben. Eigentlich ging es ständig um Konsum in irgendeiner Form. Ein Leben mit festen Zeiten und Abläufen gab es eigentlich nur, wenn das Kind da war, also zur Hälfte der Zeit. Ich habe einen festen und guten Job und bin mit diesem Umstand schon nicht richtig zurecht gekommen, da ich auch irgendwie mitziehen wollte, um ihm nah zu sein und eine gute Zeit mit ihm zu haben. Es war als würden wir zwei Leben führen und es fühlte sich alles so scheinheilig und unecht an.
Das alles hat mich total belastet und ging natürlich auf Kosten meiner generellen Verfassung. Ich habe 6 kg abgenommen, obwohl ich eh schon wenig wiege, habe mich zuhause nicht mehr zuhause gefühlt und habe nur noch auf die schönen gemeinsamen Momente hingefiebert. Von einem zum nächsten.
Irgendwann fing er an krasse Stimmungsschwankungen zu haben. Das ging über Beleidungen bis hin zu Flüchten und Ignorieren. Manchmal über mehrere Tage - das hat mich emotional so sehr ausgelaugt, dass ich überhaupt nichts mehr mit mir anzufangen wusste. Er hat es immer mit seiner eigenen Überforderung begründet. Er weiß, dass das nicht richtig ist, aber er ist ja nun mal so. Und wenn er mich beleidigt, dann hab ich ihm ja wohl einen Grund dafür gegeben.
Im letzten Jahr Januar ist es dann soweit eskaliert, dass er ausgezogen ist.
Mit der Zeit habe ich mein zuhause zurückgewonnen und das tat mir gut, ganz loslassen wollte ich ihn aber trotzdem nicht. Seitdem er wieder alleine lebt, ging es bei ihm mit dem Konsum deutlich bergab und es war vorher schon nicht zu knapp. Wir haben dann einfach weitergemacht und die Dinge, die schlecht gelaufen sind, ausgeblendet, bis ich dann irgendwann ungeplant schwanger wurde.
Ich musste mich zum ersten Mal ernsthaft fragen, ob ich verantworten kann, mit ihm ein Kind zu bekommen. Ich wusste die Voraussetzungen sind nicht gegeben und ich konnte ja schon erahnen, wie er als Vater taugen würde, denn er hat ja bereits einen Sohn. Er liebt sein Kind und will die richtigen Dinge, da will ich ihm gar nichts unterstellen. Er will die richtigen Dinge und tut aber letzten Endes die falschen. Allein der Umgang mit Substanzen ist für mich ein Umstand, der mit Kind nicht so sein sollte und auch nicht so sein darf. Ich möchte nicht, dass mein Kind seinen Vater an sowas verlieren muss und diese Befürchtung ist real. Ich kenne ihn seit 17 Jahren und es ist auch damals schon ein Thema gewesen, welches über die Jahre stetig zugenommen hat. Und ich, ich möchte eine gute Mutter sein und meinem Kind die Voraussetzungen bieten, die es verdient hätte.
So sehr ich es mir gewünscht hätte und so sehr es mir das Herz gebrochen hat, ich konnte das nicht durchziehen mit dem Wissen, dass das alles böse enden würde. Für mich wäre es eine egoistische Entscheidung meinerseits gewesen und auch heute lässt mich nicht los, dass ich überhaupt in diese Lage geraten bin, in der ich so eine Entscheidung treffen musste. Und obwohl das alles passiert ist, bin ich wieder geblieben.
Wir haben uns seitdem immer wieder getrennt und konnten es dann doch wieder nicht lassen. Immer mit dem Ergebnis, dass wir die Beziehung weiter um die Dinge abgespeckt haben, die nicht funktioniert haben. Wir haben uns quasi künstlich kompatibel gemacht, um uns weiter dieses Schlupfloch zu lassen.
Ich könnte mittlerweile nicht mehr den Alltag mit ihm verbringen. Sein Leben ist völlig aus den Fugen geraten, er versinkt immer weiter in seinem Konsumsumpf und das, was er erzählt schockiert und besorgt mich gleichermaßen. Da wir uns auf ein Minimum reduziert haben, konnte ich es mir aber noch immer schönreden und ausblenden. Warum mache ich das, das kann doch nicht mein Anspruch sein mich selbst zu belügen und damit zufrieden zu geben? Ich schaue mich im Spiegel an und frage mich, wie um alles in der Welt ich mir das antun kann. Was mich immer wieder zurückzieht und wovor ich Angst habe, wenn ich mich von all dem befreien würde.
Meine Freunde und meine Familie verstehen mich nicht mehr, es ist soweit, dass ich entweder gar nichts oder nur selektiv erzähle, was los ist - ICH versteh mich nicht mehr, ich hab mich so sehr selbst verloren, dass ich den Weg zu mir nicht mehr finde. Ich weiß es und trotzdem schaff ich den Absprung nicht. Dieser ständige innere Konflikt macht mich immer mehr kaputt.
Mit ihm sind es allenfalls schöne Momente und die sind zugegebenermaßen sehr schön, aber alles was danach kommt, ist niemals das, was ich mir vorgestellt hätte.
Ich spreche bei ihm von einem Suchtproblem und dabei bin ich genauso süchtig nach ihm und diesen schönen Momenten.
Ich kann oder will das, was ich weiß, einfach nicht verinnerlichen. Was muss denn noch passieren, damit mein Herz auch endlich versteht, was Sache ist?
Es geht mir nicht um Schuldzuweisungen oder irgendwas in die Richtung. Er ist alles andere als ein schlechter Mensch, nur auf dem falschen Weg bzw. seinem Weg, der für mich den Abgrund bedeutet. Ich wollte ihn so gern retten, aber ich habe verstanden, dass nur er das kann, wenn er es denn wollte. Er hat ein Kind bekommen und wollte es bisher nicht, warum also sollte ich etwas ändern können. Ich bin mittlerweile so abgestumpft, dass mir Dinge, die mir mal Freude bereitet haben, mittlerweile egal sind. Das will ich nicht. Ich weiß, dass ich mich retten muss, aber mir fehlt die Kraft und die Motivation dazu. Ich bin nicht dumm und ich habe so viel Energie, um das alles ertragen zu haben, kann diese Energie aber nicht für mich selbst aufwenden.
Ich weiß nicht genau, was ich mir von diesem Post hier erhoffe, aber es tat gut das mal aufzuschreiben.
Ich weiß es ist ne lange Story und es ist eigentlich offensichtlich was zu tun ist. Es ist auch gar nicht so sehr dieses was zu tun ist, sondern eher die Frage nach dem wie.
Wie auch immer, ich freu mich über Beiträge hierzu und bedanke mich fürs Lesen.

LG

25.08.2022 15:21 • x 7 #1


Chrome

Chrome


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Naja wie ist einfach, eher die Konsequenzen zu ertragen und auch dabei zu bleiben eher schwer.

Ganz klar 0 Kontakt, ihn überall blockieren und erstmal selbst eine Therapie starten um wieder zu sich selbst zu finden. Danach alles aufarbeiten und daraus lernen. Auf jeden Fall muss dir klar sein, dieser Mensch hat keinen Platz mehr in deinem Leben und so lange dir das nicht klar ist, wirst du immer weiter in diesen Sumpf gezogen, bis du selbst die Kontrolle über dein eigenes Leben verlierst.

Es muss immer erst im eigenen Kopf klick machen, nur dann kannst du auch wirklich etwas ändern.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Erfolg dafür

25.08.2022 16:29 • x 1 #2



Extreme Beziehung, ich bin nicht mehr ich selbst

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Upbeat


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@Chrome
Hey ich danke dir für deine Antwort!
Ja da sagst du was, konsequent bleiben, wenn die Grenze schon so oft und so krass überschritten wurde, ist sehr schwer. Eigentlich sollte es das nicht sein, es sollte klar sein, dass ich mich für mich entscheide und zu mir stehe.
Ich habe bereits zweieinhalb Jahre eine Therapie gemacht, die mir vielleicht beim Verstehen, nicht aber beim Umsetzen geholfen hat. Vielleicht war das auch nicht der richtige Ansatz oder die richtige Therapieform für mich, ich werd mich da auf jeden Fall nochmal schlau machen.

Dieser Schritt den Kontakt komplett abzubrechen, macht mir Angst. Beziehung hin oder her, er war mein halbes Leben da und es ist so mit Freundschaft und Erlebnissen vermischt, dass es sich einfach komplett absurd anfühlt, ihn nicht mehr in meinem Leben zu wissen. Verrückt oder?!

Ich lese mir hier Beiträge ohne Ende durch und frage mich, warum so viele Menschen aus Liebe Dinge freiwillig ertragen und auf sich nehmen, sich selbst vergessen. Man fragt sich, wie es soweit kommen kann, um dann zu erkennen, dass es einem selbst so passiert ist und das man weit über das hinausgeschossen ist, was man vorher als seine eigene Grenze erkannt hat. Ich finde es sehr beängstigend, dass es einen so schleichend einnehmen kann, bis kaum noch was von einem übrig ist.

Mir ist es so wichtig das alles zu verstehen. Nicht, was bei ihm passiert oder wieso er sich nicht hat ändern wollen. Sondern warum ich es habe passieren lassen und wann ich aufgehört habe mich selbst zu lieben oder ob ich das vielleicht noch nie getan hab.

Ich wünsche mir so sehr, dass mein Klick Moment bald kommt und ich endlich loslassen und aus meinem Gefängnis rauskommen kann. Wenn ich die Liebe, die ich für ihn meine zu empfinden, für mich selbst hätte, dann wäre ich niemals an diesen Punkt geraten und alles wäre einfacher.

Nochmals danke für deine Nachricht und für dich auch alles Gute

25.08.2022 17:22 • #3


Justmy5cents


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Ich kenne deine Situation und kann dir die Frage nach dem Wie nur so beantworten...
Kurz und schmerzvoll, wie ein Pflaster abreißen, sollte deine Trennung erfolgen und besser gestern wie heute!
Gründe hast du genügend aufgezählt und dir sollte klar sein, dass du selbst in Abhängigkeit lebst, nicht von Substanzen aber von diesem Mann und den, nur noch wenigen guten Momenten, die er dir gibt. Du solltest dir mehr wert sein als das.
Hinterfrage dich, welche Defizite du in deinem Leben hast, um selbst in diese Suchtproblematik zu kommen?!
Ein guter Coach kann auch dabei helfen, dich in dieser schwierigen Phase deines Lebens zu begleiten und zu stärken.
Alles Gute!

25.08.2022 17:30 • x 2 #4


Angel09

Angel09


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Ich denke auch, dass Du Dich gut begleiten lassen solltest....
Wenn Du mehr verstehen willst, was da gerade mit Dir passiert, dann google doch mal Christian Hemschemeier. Er ist Experte auf dem Gebiet toxische Beziehungen und Liebessucht. Es gibt sehr viele Viedeos von ihm auf Youtube. Seine Website findest Du unter Liebeschip.de. Dort bietet er auch online Kurse zu dem Thema an...
Mir hat das sehr geholfen.

25.08.2022 17:42 • x 1 #5


Chrome

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@Upbeat

Naja da fängt es ja schon an

1. Du liebst ihn nicht, sondern nur die Vorstellung von einem Mann der so nicht existiert.

2. Selbstliebe ist immer ein guter Punkt, du liebst etwas das halt nicht mehr da ist und zwar dein altes Ich. Fang mal an dein neues Ich zu akzeptieren, schau über den Tellerrand und finde einen Weg aus diesem Loch und warte nicht auf ihn.

Du wartest einfach nur und zwar so lange bis er sich selbst ins Aus schießt oder sich ausversehen den goldenen Schuss verpasst.

Du solltest mal mehr von dir selbst halten und was einmal war spielt keine Rolle, wichtig ist was jetzt ist. Er ist dir kein guter Freund mehr, also kann er verschwinden und diesen Gedanken musst du endlich mal erhalten.

Nur wem es egal ist was andere von ihm denken, der hat die höchste Stufe der Weisheit erreicht und genau das sehe ich selbst hier in diesem Forum zu oft scheitern.

Es gibt hier Menschen denen ist es wichtig was wildfremde Menschen im Internet über sie denken und so lange dieser Gedanke in einem drin ist, wird man sich nie wirklich lösen können.

Du kannst mich eiskalt nennen, aber ich könnte mich ohne mit der Wimper zu zucken von jedem trennen, sobald ich merke diese Person hat keinen Mehrwert mehr für mich und sich nach einem Gespräch nix ändert, würde ich ihn aus meinen Leben verbannen.

Mir egal ob das meine Eltern sind, mein bester Freund oder sonst wer. Für mich zählt nicht das Verhalten was einmal war, sondern das hier und jetzt. Ich weiß das neue Leute in mein Leben kommen würden die mir gut tun und ich ihnen. Genau darauf lege ich mein Leben aus, wer bringt mir persönlich einen Mehrwert und wer belastet mich eigentlich nur bzw. hat sich so weit von mir entfernt das ich nix mehr für diese Person empfinde.

Einen Spielraum sollte dabei jeder bekommen, habe dieses Thema erst vor kurzem gehabt. Eigentlich erzähle ich sehr wenig über mein Privatleben, hier mache ich eine Ausnahme für dich, weil ich denke es könnte dir helfen.

Ein guter Freund hat sich sehr ins negative entwickelt, klar er war frisch verliebt, aber sein Verhalten mit gegenüber war kalt und sehr abweisend. Ich habe mir das ganze ein paar Wochen angeschaut, es änderte sich nix, also suchte ich das Gespräch und sagte ihm klar das mir sein Verhalten so nicht mehr gefällt und er wieder auf eine Ebene kommen muss die für uns beide passend ist. Wir tranken ein B., haben uns ausgesprochen und er hat es verstanden. Sein Verhalten hat sich gebessert und alles ist gut, wäre es aber nicht so gewesen, hätte ich ihn aus meinem Leben entfernt und ich denke genau davor haben die meisten Menschen sehr große Angst, doch jetzt mal ehrlich, was passiert denn in Wirklichkeit wenn man Angst hat?

Man wird schwach und Menschen spüren diese Unsicherheit leider sehr genau. Gerade in einer Beziehung sind Menschen die Angst haben meistens die was keine Konsequenzen ziehen können und ohne Konsequenzen wird der Partner früher oder später dem anderen auf der Nase rumtanzen und machen wozu er Lust hat.

Genau dort liegt das Problem, genau deswegen können Männer und Frauen über Jahre betrügen ohne sich einen Kopf zu machen oder wie in deinem Fall, er kann tun und lassen was er will, weil er weiß das du zu schwach bist Konsequenzen zu ziehen.

Irgendwann ist es vielleicht so weit, aber bis dieses irgendwann erreicht ist, können Jahre von Schmerzen durchs Land ziehen und das nur weil du zu feige warst deine Ängste zu überwinden und Konsequenzen bzw Grenzen zu ziehen.

Genau diese innere Stärke ist es was so vielen Menschen fehlt, sie schaffen es nicht sich zu lösen und nicht weil sie noch lieben oder glauben, sondern weil sie sich selbst nicht ertragen. Ihr liebt euch nicht genug um stark zu sein und genau da solltest du einfach mal ansetzen.

Ich kann dir das Buch Buddhas empfehlen über die 8 Pfade, vielleicht helfen sie dir etwas mehr Weisheit in dein Leben zu bringen und vor allem dich selbst so zu lieben um an erster Stelle zu stehen.

Leg deine Angst ab, werde eine starke Persönlichkeit und umgib dich mit Menschen die dein Strahlen aushalten und nicht davon geblendet werden.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Glück auf deinem Lebensweg, du bist noch so jung, du kannst es locker noch schaffen dich weiterzuentwickeln.

Glaub an dich und deine innere Stärke, dann schaffst du auch endlich loszulassen.

25.08.2022 18:42 • x 1 #6


H-Moll


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Liebe TE,
Kontaktiere mal Suchtberatungen, es gibt da verschiedene Anbieter, die meisten sind auch auf die Problematik der Partner und Angehörigen spezialisiert. Du kannst dich da auch im Internet kundig machen.
Suchterkrankungen laufen oft systemisch ab, das nahe, aber auch das entfernter Umfeld werden hineingezogen. Mit eigener Willenskraft ist das kaum zu schaffen.
Mir hat das und vor allen Dingen entsprechende Selbsthilfegruppen - alle haben dasselbe erlebt und auch überwunden - geholfen, aus dem System herauszukommen. Das waren regelrechte Augenöffner und eine grosse Erleichterung. Vorher hatte ich so wie du jahrelang gekämpft, Therapie gemacht etc.
Aber es brauchte Fachleute und Menschen mit denselben Erfahrungen.
Schau dich da mal um, ich bin mir sicher, dass dir das weiterhelfen wird.
Alles Gute!

25.08.2022 19:19 • x 3 #7


Upbeat


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@justmy5cents
Hey,
Danke dir für deine Antwort und den Tipp!

Das Dumme ist, dass mir das alles sehr bewusst ist und ich dann, wenn es drauf ankommt, nicht stark/willens/was weiß ich genug bin, um danach zu handeln.
Ich leg es mir dann so zurecht, dass ich es vor mir selbst rechtfertigen kann und führ mich selbst an der Nase herum. Es ist dumm, ich weiß, aber Tatsache ist, ich mach es trotzdem immer wieder. Das ist das, was einen mit der Zeit so abstumpft.

@H-Moll
Danke auch dir für den Tipp mit den Suchtberatungsstellen. Das ist eine gute Idee und ich werde mich auf jeden Fall mal schlau machen. Ich glaube du meinst es etwas anders, aber ich seh da auf jeden Fall auch bei mir ganz klar ein Suchtproblem. Ich vergleiche die Situation mit ihm ganz gerne mit dem Rauchen, du weißt es schadet dir, aber du willst es trotzdem immer wieder und zwischendurch blendest du die negativen Folgen aus. So oder so ist Hilfe von außen und der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben mit Sicherheit eine gute Idee.
Wahrscheinlich ist auch das ein Grund, warum ich hier überhaupt etwas im Forum geschrieben habe

@Angel09
Auch dir erstmal vielen Dank für deine Nachricht. Christian Hemschemeier sagt mir bisher nichts, aber ich weiß jetzt, was ich mir heute Abend noch anschauen kann

Das scheint mir auch ein guter Weg zu sein sich überhaupt mehr damit auseinanderzusetzen, dass es nun mal toxisch ist und nicht schön, wie man sich das immer zurecht denkt.

@Chrome
Und dir auch nochmals danke!

Zu 1:
Ja das denke ich auch nicht, ich klammere mich da an etwas, was wie du vollkommen recht hast, so nicht existiert. Ich weiß auch teilweise gar nicht, ob man da meinerseits wirklich noch von Liebe sprechen kann oder es etwas anderes ist, dass dieses Gefühl bei mir auslöst. Wirklich sehr verwirrend, wenn man seinen eigenen Gefühlen und Gedanken nicht mehr 100% trauen kann.

Zu 2:
Wow, so habe ich das ehrlich gesagt noch nie betrachtet. Ich hänge irgendwie ständig dem nach, was nicht war oder nicht sein durfte. Bin traurig um das Potential, das wir ja gehabt hätten und traurig um die, die ich vorher mal war. Aber ja, du hast total recht damit.
Ich muss nicht nur ihn loslassen, sondern auch mich (in Teilen) und die Dinge, die nun mal so sind, wie sie sind. Ich empfinde das überhaupt nicht als gefühlskalt, wenn du das so radikal umsetzen kannst. Ich finde das eher bewunderswert und stark, dass du so gut auf dich selbst aufpasst und du gar nicht erst in so eine Situation geraten kannst. Ich hoffe, dass ich auch mal an diesen Punkt komme und wer weiß, vielleicht soll ich ja genau das aus dieser Beziehung mitnehmen.

Und auch damit hast du recht, ich warte darauf, dass irgendwas passiert, das mir die Entscheidung abnimmt. Aber erstens will ich nicht, dass ich da groß affektiert bin, wenn wirklich mal was passiert und zweitens, was ist wenn das Jahre dauert und ich dann all die Möglichkeiten verpasst hätte eine Familie zu gründen oder etwas aufzubauen? Ich will schöne Momente, ja, aber ich will, dass diese auch irgendwohin führen. Das jetzt gerade ist wie Miete zahlen, ich gebe etwas von mir und hab im Endeffekt nichts davon außer in dem Moment. Ich bin auch gern bereit etwas von mir zu geben, aber ich möchte dafür auch später etwas davon haben.

Danke auch für den Ausschnitt aus deinem Privatleben und dass dein Freund so reagiert und es angenommen hat, zeugt ja auch schon davon, dass du dir Menschen ausgesucht hast, die dir gut tun oder irgendwie gleichgesinnt sind. Kann ich natürlich nicht komplett beurteilen, aber es klingt danach.

Ich verstehe aber worauf du hinauswillst, das muss ich für mich auf jeden Fall mehr lernen.

Ja, wenn sich alle selbst in einem gesunden Maße lieben könnten, dann wären viele Dinge im Leben sicher einfacher.
Ich werde bei mir selbst anfangen und versuchen da den richtigen Weg zu finden.
Den Buchtipp werde ich mir gleich mal anschauen.

Das waren wirklich alle konstruktive, kluge und hilfsbereite Beiträge und ich danke euch, dass ihr euch die Zeit für solche Antworten nehmt, obwohl ihr mich nicht kennt!

25.08.2022 21:01 • #8


Scheol

Scheol


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Zitat von Upbeat:
...Ich spreche bei ihm von einem Suchtproblem und dabei bin ich genauso süchtig nach ihm und diesen schönen Momente..
+++
Ich wollte ihn so gern retten, aber ich habe verstanden, dass nur er das kann, wenn er es denn wollte.
+++
Ich weiß, dass ich mich retten muss, aber mir fehlt die Kraft und die Motivation dazu.
+++
……und es ist …….offensichtlich was zu tun ist. Es ist auch gar nicht so sehr dieses was zu tun ist, sondern eher die Frage nach dem wie.

Da hat alle recht wenig mit liebe zu tun .

man nennt es Liebessucht. Sucht nach Liebe…nach diesen schönen Momenten.

Du wollest ihn retten , du bist aber die Partnerin und nicht die Delta Force , Dro. oder ähnliches.

Und müssen , müssen tust du nichts ! Du willst und möchtest da raus , müssen tust du es nicht !

A) konsumierst du selbst , hast konsumiert ?
B) kannst du zu ihm in den null Kontakt gehen ?

Wie war dein Eltern Haus , gab es dort Alk. ?

25.08.2022 21:16 • x 3 #9


Scheol

Scheol


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Zitat von Upbeat:
, ...Das Dumme ist, dass mir das alles sehr bewusst ist und ich dann, wenn es drauf ankommt, nicht stark/willens/was weiß ich genug bin, um danach zu handeln.Ich leg es mir dann so zurecht, dass ich es vor mir selbst rechtfertigen kann und führ mich selbst an der Nase herum. Es ist dumm, ich weiß, aber Tatsache ist, ich mach es trotzdem immer wieder. Das ist das, was einen mit der Zeit so abstumpft.

Selektive Wahrnehmung, ist bei Sucht normal . Der Süchtige nimmt trotz der Bilder auf der Packung die Kippe heraus. Er sieht sie nicht mehr. Weil er nur die Sucht sieht.

25.08.2022 21:18 • x 1 #10


H-Moll


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@Upbeat, Suchtberatung und ähnliche Einrichtungen beraten eben auch gerade Partner und Angehörige von Süchtigen, weil die ja auch mitunter sehr leiden. vielleicht habe ich mich da missverständlich ausgedrückt. Und speziell für diese Personengruppen gibt es auch anonyme Selbsthilfegruppen.

25.08.2022 21:43 • x 1 #11


MissGeschick

MissGeschick


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Im Prinzip habt ihr dasselbe Problem. Er bez der Substanzen und du bez ihm. Ihr tut beide fortlaufend etwas, was euch schadet und beingt beide die konsequente Handlung nicht zustande, das sein zu lassen. Nur siehst du das bei ihm sehr klar und von dir selber sagst du lapidar, du kannst es halt nicht. Zeig selber die Stärke, die du in ihm suchst. Schütze dich selber vor dem was dir schadet. Das von ihm zu erwarten und selber schwach zu sein ist Doppelmoral.

25.08.2022 22:11 • x 1 #12


tesa

tesa


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@Upbeat

Dein Vergleich mit dem Rauchen bringt mich zu einer Frage:

Was bleibt Dir, wenn er weg ist?

25.08.2022 22:36 • #13


Upbeat


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@Scheol
Komplett selektive Wahrnehmung. Schwierig wird es, wenn man versucht mehr wahrzunehmen und da n die Tatsachen und das Bild, das man sich von jemandem gemalt hat, versucht miteinander in Einklang zu bringen. Es klappt nicht, aber man sucht irgendwie immer weiter dieses Schlupfloch, das alles wieder plausibel macht. Liebessucht beschreibt es gut.

Nichts im Übermaß, mal probiert ja, ansonsten rauch ich oder trinke auch mal Alk.. Mein Leben war bisher immer ganz gut strukturiert, ich habe meine Sachen immer gut geregelt bekommen, habe gute Freunde, eine tolle Familie.
Vom Elternhaus her kann ich mich überhaupt nicht beklagen. Keine Suchtprobleme, liebende Eltern, die immer noch zusammen sind, behütete Kindheit, tolle Geschwister. Eigentlich alles was man sich so wünschen kann.
Und das ist es, was ich auch anstrebe und mir für mich wünschen würde.

Eine Kontaktsperre hatte ich in dem Sinne noch nie mit ihm von daher wäre ist das keine ganz so leichte Frage. Ich glaube, wenn mein Herz jetzt hoffentlich mal anfängt meinem Kopf den Kram abzunehmen, den er so erzählt, dann würde mir auch das leichter fallen. Im Moment macht es mir ehrlich gesagt Angst, weil es so endgültig ist und das auch bedeutet, dass nicht nur die Beziehung als Paar zu Ende ist, sondern auch die Freundschaft, die es so lange davor schon gab.

Ich glaube schon, dass ich MUSS, wenn ich es anders haben WILL. Ich will nicht irgendwann aufwachen und merken, dass ich die Chance auf das Leben, wie ich es gern gehabt hätte, verpasst habe.

Natürlich hätte ich ihn gern gerettet, aber ich weiß, dass ich das nicht kann. Was das angeht bin ich mit mir im Reinen, denn ich kann nicht sagen, dass ich nicht alles versucht und gegeben hätte. Jetzt muss ich erstmal versuchen mich selbst zu retten.

Dankeschön für deine Worte!

25.08.2022 22:42 • #14


Upbeat


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@tesa
Zur Zeit das Verlangen auf noch eine Zig.
Auf lange Sicht aber eher fehlende Energie und Gesundheit und mit ganz viel Pech eine bleibende Krankheit

25.08.2022 22:45 • #15



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