@T4U dadurch, dass er sich ja bereits um einen Therapieplatz gekümmert hat (also die ersten 5 Gesprächstermine zur Diagnostik auch schon hinter sich hat), denke ich schon, dass er aufgestanden ist. Ich hoffe halt nur, dass du Unrecht hast, und er sich jetzt nicht wieder in seiner Ecke versteckt, wie du es nennst.
@DieSeherin das stimmt und das muss ich mir schnellstens drauf schaffen- also das trennen zu können. Ansonsten wanke ich vielleicht in meiner Entscheidung allein aus Mitgefühl und das geht ja mal so gar nicht.
Auch der Aspekt, auf eine Zukunft warten zu müssen... ja... also so würde ich das beschreiben. Nicht auf ihn als Partner, denn als Partner ist er toll. Alles da was ich mir wünschen kann: Loyalität, Vertrauen, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Humor, Verlässlichkeit... ich könnte die Liste fortführen.
Und ich frage mich eben, ob das nicht irgendwie sehr egozentrisch ist, diese Zukunft nicht abzuwarten? Also ihm quasi die Chance zu nehmen, ihn nochmal durch andere Augen zu sehen?
@juliet naja ich sag es mal so: ich habe zwar die Entscheidung getroffen, aber ich zweifle sehr daran, ob ich das richtige getan habe. Ich versuche grade meinen inneren Kompass wieder zu finden... und suche nicht nach Legitimation, sondern will eher alle Seiten beleuchten, damit ich mir sicher bin. Sicher, das Richtige zu tun.
Denn was ich weiss ist, dass die Tür bei ihm nicht zu ist für mich.
Aber ich will und werde da nicht anklopfen, wenn ich mir nicht sicher bin.
Daher ja auch mein Vorgehen, mir selbst ein paar Wochen Zeit zu geben, damit ich auch wirklich sicher bin, was ich tue- in dem Bewusstsein, dass ich mir im Moment durch das ganze emotionale Auf und Ab ja selbst nicht trauen kann.
Zu deiner Frage: ja, was ist mit mir? Meine Baustellen?
Hm. Ich denke, meine größte Baustelle ist derzeit, zu akzeptieren, dass man auch ohne 5-Jahresplan leben kann.
Mein Leben an sich sieht schon fast so aus, wie ich damit zufrieden wäre. Ich hab meine Familie, die mir viel bedeutet, habe Freunde und ein gutes, wenn auch nicht ausuferndes soziales Umfeld, mag meine Wohnung und meinen Job, verdiene gut und bin unabhängig. Investiere viel Geld in mein größtes Hobby, das Reisen. Arbeite meine Bucketlist ab. Habe selten das Gefühl, nichts sinnvolles zu tun. Das tut alles gut.
Was fehlt: ein Alltagshobby (außer Ehrenamt und Meditation, eher so Sport).
Bis hierhin zu kommen hat eine Weile gedauert- ich hab die letzten 1,5 Jahre (nach der absoluten Bruchlandung) echt viel dafür getan, inklusive einer Therapie.
Kinderwunsch und Familiengründung sind bis auf Weiteres kein Thema mehr- wenn es irgendwann passt, dann passts, wenn nicht dann nicht.
Fühle mich zwischendurch ein bißchen ziellos, wegen dem fehlenden 5-Jahresplan, den ich mein Leben lang immer hatte. Jetzt ohne fühlt sich noch etwas befremdlich an, aber auch freier.
Da hängts halt auch irgendwo: so sicher, dass ich mir überhaupt ne richtige, feste Beziehung vorstellen kann, bin ich mir überhaupt nicht. Also wirklich so gar nicht. Komme halt grad immer mehr bei mir selbst an und hab Sorge, dass das dann direkt wieder flöten geht.
Denn auch klar ist: einer meiner (alten) Glaubenssätze aus früher Kindheit lautete, dass Liebe automatisch kümmern bedeutet. Von daher kann ich jetzt deine Frage nach unbewusstem Retten-Wollen nicht gänzlich zurückweisen, denn Reste von dem Glaubenssatz sind natürlich noch vorhanden.
Aber glaub mir eins, glücklich macht mich das nicht. Wenn ich mir nen Partner backen könnte, wäre der ganz klar kein Stück auf mich angewiesen- weder als Hoffnungshalm noch sonst irgendwie (gut, mit zunehmendem Alter sieht das Anders aus, aber ihr wisst hoffentlich, was ich meine).