fraeulein
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Ich (w, 29) habe vor bereits 6 Jahren meine F+ (m, 33) über ein Dating Portal kennen gelernt. Die körperliche Anziehung war vom ersten Treffen an sofort da, der Sex war/ist der beste, den ich je hatte. Auch die Gespräche zwischen uns waren sehr entspannt und gut. Er hatte klare Grenzen gesetzt, um, laut seiner Aussage, mich davor zu schützen, mich zu verlieben. Dazu zählten kein Küssen, kein Kuscheln und nach dem Date wieder nach Hause zu fahren. Diese F+ lief dann 2,5 Jahre, danach ist diese im Sand verlaufen, ich habe mich bewusst zurückgezogen weil ich merkte, dass sie mir nicht gut tut und ich trotz allem am besten Weg war, mich zu verlieben. In den letzten 2 Jahren war ich in einer Beziehung, musste während der unglücklichen Zeiten trotzdem an ihn denken und er schrieb mir auch während meiner Beziehung, dass er etwas neidisch auf meinen Freund sei.
Nun sind mein Ex-Freund und ich seit 2 Monaten getrennt. Natürlich konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, mich bei ihm zu melden. Redete mir selbst ein, dass in 3-4 Jahren einiges passiert sein könnte, ich vielleicht wieder bei 0 anfangen könnte etc. Wir haben uns vor einer Woche getroffen, die Anziehung war ab der ersten Sekunde meinerseits wieder da. Wir verstehen uns nach wie vor blendend, haben viel gelacht, er meinte, er könne sich mit keiner Frau so gut unterhalten wie mit mir. Ich solle mir jedoch nichts darauf einbilden, es ist nur freundschaftlich gemeint.
Vor dem Sex dann, während dem Ausziehen, begann er, mich zu küssen, obwohl er das damals strikt abgelehnt hat. Verwundert, aber mit neckendem Unterton habe ich ihn dann gefragt, seit wann Küssen zu den Dingen gehört, die er mit mir machen will. Daraufhin erstarrte er, als ob ihm genau in diesem Moment seine Handlung bewusst werden würde und meinte, er wüsste es nicht. Daraufhin hatten wir 2 Mal Sex, der meines Empfindens nach sogar noch besser war, als in der Vergangenheit.
Nach dem Sex redeten wir erneut, darüber, dass er das Gefühl hat dass es Zeit wäre, sich zu binden. Wie schwer es ihm fallen würde, treu zu sein und dass er sich in einer Beziehung meist nach mehreren Monaten eingeengt fühlen würde. Nachdem wir uns über diese Themen unterhalten haben, meinte er, er hätte eigentlich ein schlechtes Gewissen. Ich habe ihn dann gefragt weshalb, und er meinte, dass er sich eigentlich gerade mit einer Dame trifft, er deswegen auch unbedingt wollte dass er zu mir kommt und nicht ich zu ihm nach Hause.
Ab diesem Moment ratterten in meinem Kopf 100 Fragen, aber ich konnte sie alle nicht aussprechen. Er meinte dann etwas belustigend, mein Gesichtsausdruck hätte sich in der letzten Sekunde geändert und betonte erneut gefühlt 100 Mal, dass es nur freundschaftlich zwischen uns wäre. Ich sagte ihm, es ist okay (was es im Nachhinein betrachtet für mich nicht ist, ich bin nach einem Treffen wieder genau da, wo ich vor 4 Jahren stand). So verblieben wir dann.
Am nächsten Tag schrieb ich ihm dann, obwohl mir jedes Wort in der Nachricht widerstrebte, dass ich es zwar sehr schön fand, jedoch nicht will, dass wir uns treffen und er ein schlechtes Gewissen dabei hat. Wenn dann sollen beide unbeschwert dabei sein (man merkt, wie unbeschwert ICH bei der Sache bin) und Spaß daran haben.
Er antwortete mir, ich solle mir nicht so viele Gedanken machen, er schaut, wie sich die Situation entwickelt und meldet sich erneut bei mir. Ich habe ihn dann gefragt, wieso er denn überhaupt auf meiner Matte stehen würde, wenn er doch eigentlich eine Dame trifft und ein schlechtes Gewissen hat. Darauf bekam ich keine Antwort.
Nun sitze ich auf heißen Nadeln, bin in einem emotionalen Ausnahmezustand weil ich, wie zu befürchten war, das Ganze nicht so locker sehe, wie ich es eigentlich sollte. Ich war damals, bin es jetzt und befürchte auch dass ich mein ganzes Leben lang Abhängig vom Sex mit ihm sein werde. Und ich habe Fragen, die ich ihm damals nicht stellen konnte, weil ich so perplex war.
Wieso trifft er sich mit mir, wenn er doch gerade eine Frau datet? Wieso kommt er trotz schlechtem Gewissen zu mir? Wieso sagt er mir das erst nachdem wir Sex hatten?
Ich weiß, dass ich an meiner Situation selbst schuld bin. Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Trotzdem macht das den Schmerz gerade nicht geringer, um ehrlich zu sein geht es mir jetzt gerade schlechter, als nach meiner Trennung. Ich hasse es einfach, in der Luft hängen gelassen zu werden und auf etwas warten zu müssen, nach dem ich mich so lange gesehnt habe.
Danke an jede/n, der es bis hierher durchgehalten hat, vielleicht kann mir jemand von euch helfen, meine Gedanken ein bisschen zu sortieren.
