Hey @simwenn ,
lass dich erst mal drücken. Tut mir leid, in was für einer blöden Situation du bist, und wie jetzt gerade soooo viel über dir zusammenbricht. Und ich möchte dir gar keine Illusionen machen: Klar steht eure Ehe hier und jetzt auf Messers Schneide.
Schau bitte unbedingt weiter nach der Paartherapie.
Ich denke halt, mit dem billigen Bashing gegen deine Frau kommst du nicht weiter, außer für dich ist eh klar, dass es auf eine Trennung hinausläuft.
MIr ging es ja durchaus ähnlich, auch ich habe mich über den Sport in einen Jungspund verliebt. Ebenfalls in einer Phase, wo mir das Familienleben über den Kopf gewachsen ist. Auch bei mir ist es nicht gut ausgegangen mit meiner Ehe.
Ich habe mal diese Zitat rausgesucht, weil da mE ganz viel drinsteckt:
Zitat von simwenn: Bisher habe ich die Nähe zugelassen. Mit dem Gedanken ihr auch die Dinge geben zu können, wie ihre Affäre. Aber mit ihrer aktuellen Sichtweise ist das ein unfairer Wettbewerb.
Zudem kommt immer mehr Verachtung in mir hoch, die Nähe immer schwieriger macht.
Also, ich lese ganz viel Verständnis für deine Frau und ihre Belastungen heraus, das ist gut.
Die Verachtung ist weniger gut, mags du formulieren, wo die genau herkommt? Verachtung ist ja ein ziemlich krasses Wort, nicht?
Aus dem Wettbewerb würde ich ganz bewusst gedanklich aussteigen.
Er spielt mit Sicherheit eine ganz wichtige Rolle für sie, aber eine völlig andere als du. Er wird dich nicht ersetzen können und wollen, und du wirst ihr nicht das geben können, was er ihr geben kann.
Also, ich denke, du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
1. Für dich habt ihr ja genau das Leben gelebt, das du dir vorgestellt hattest. Dieses Leben kündigt sie jetzt in einem wichtigen Punkt auf. Du kannst also in der Verachtung bleiben, und sie kultivieren, versuchen, deine wieder auf die Spur zu bekommen. Auf die Spur, auf die ihr euch einmal geeinigt habt, und die bei uns der gesellschaftliche Standard ist. Vielleicht gelingt es dir diesmal sogar, ich würde allerdings die Befürchtung haben, dass euch das bei der nächsten Gelegenheit (wieder) um die Ohren fliegt. Jedenfalls ist aus Verachtung handeln für mich das Gegenteil von Liebe, also wäre in dem Fall die Frage, welchen Sinn das ganze überhaupt hat.
Wenn diese "Affaire" allerdings für dich ein so gravierender Betrug ist, dass du damit gar nicht umgehen kannst, dann denke ich, ist die Sache eh gegessen.
2. Oder du kannst das Verständnis kulitivieren. Was mE die einzige Möglichkeit wäre, dass ihr als Paar am Ende gestärkt aus der Sache herausgeht.
Du siehst, dass sie mit ihrem Alltag überlastet ist, und Auszeiten braucht. Du siehst, dass sie an der Belastungsgrenze läuft. Du siehst aber auch, dass du und eure Familie ihr wichtig sind. Sich verlieben ist ja auch grundsätzlich kein Verbrechen und kein völlig unverständlicher Zustand.
Dann kannst du gucken, an welchen Stellschrauben ihr drehen könnt:
Gibt es die Möglichkeit, sie im Alltag weiter zu entlasten?
Könnt ihr euch als Paar mehr Auszeiten nehmen?
Kann/will sie sich vielleicht beruflich weiterentwickeln?
Und schlussendlich gibt es ja durchaus die Möglichkeit von offenen Beziehungen o.ä. Immerhin ist eine sehr wichtige Vorraussetzung dafür gegeben: Nämlich, dass ihr jetzt im Vorfeld darüber sprechen könnt, und ihr beide die Möglichkeit habt, die Sache zu gestalten. Hier wäre es definitiv super, wenn ihr eine Beratung an der Seite hättet.
Ich wünsch euch alles nur erdenklich Gute!