simwenn
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Ich (45) lebe seit ca. sechs Jahren in einer Patchworkfamilie mit meiner Frau (37). Ich habe Sie kennengelernt mit einem drei Monate alten Säugling und brachte selbst eine sechsjährige Tochter aus erster Ehe mit. Schnell haben wir uns verliebt und wollten eine Familie zusammen. Ich konnte sie sehr gut mit ihrem Sohn unterstützen, da ich ja schon Babyerfahrung hatte. Es war wunderschön. Wir kümmerten uns um ihren Sohn, schlugen uns die Nächte um die Ohren und fühlten uns nach unseren Enttäuschungen in der Vergangenheit endlich angekommen. Wir wollten Familie und zusammen alt werden. Also sind wir nach einiger Zeit zusammengezogen und bekamen noch eine gemeinsame Tochter. Es war ihr Wunsch und ich konnte es mir gut mit ihr vorstellen und war auch dafür. Ich habe aber auch ganz deutlich gesagt, dass es hart werden wird mit zwei Kindern und wir an unsere Grenzen kommen werden und uns dabei nicht verlieren dürfen und auch Einschränkungen hinnehmen müssen. Zumal ihr Sohn zu dem Zeitpunkt auch schon sehr herausfordernd war.
Es war eine traumhafte Schwangerschaft und Geburt. Sie war meine Göttin und wir waren einfach nur glücklich. Sie hat uns eine wunderbare Tochter geschenkt. Dann heirateten wir.
Jetzt ist unsere Tochter drei und wir sind im absoluten Familiensturm angekommen. Die Kinder sind mehr als herausfordernd. Dazu das Organisieren und die wenige Zeit, die wir für uns haben. In den letzten Monaten haben wir meistens noch nicht mal mehr kurz Zeit auf der Couch verbracht, da unsere Tochter erst spät einschlief und meine Frau früh ins Bett geht. Es ist hart, aber wir haben uns versprochen, es gemeinsam zu schaffen. Und so verhalte und fühle ich auch. Ich weiß, egal wie anstrengend es wird, ich liebe sie und möchte mir wieder langsam gemeinsame Freiräume mit ihr zurückholen und stolz auf uns sein wenn die Strapazen etwas weniger werden. Seit ca. einem Jahr geht sie bis zu viermal in der Woche zum Kraftsport. Ich halte ihr in der Zeit den Rücken frei und kümmere mich um die Kinder. Sie macht das mittlerweile sehr intensiv und hat einen tollen trainierten Körper. Ich habe mich gefreut, dass Sie so ein Ventil gefunden hat.
Nun kam leider kürzlich heraus, dass sie eine Online-Affäre über ein Kraftsport-Forum begonnen hat. Mit einem 23-jährigen. Ich brauchte ein paar Tage, um zu verstehen wie gravierend dies für unsere Beziehung und Familie ist.
Sie bewegt sich seit Monaten an der Belastungsgrenze. Aber wie schlimm es war, wusste ich nicht. Wir haben wohl auch nicht genug gesprochen. Ich fühlte für mich nur immer in mein Herz und merkte, dass alles gut bei mir war.
Seit dem Beginn ihrer Online-Affäre ist plötzlich alles schlecht. Sie will nur noch ausbrechen und sich ausleben. Auch ihre plötzlich heftig wiedergekehrte Libido.
Ich bin immer noch wie betäubt. Das kann sie doch nicht machen. Nach all den gemeinsamen Träumen, Erinnerungen und Versprechen. Wir wollten doch gemeinsam durch den Sturm und uns unterstützen. Wo ist ihr Verantwortungsgefühl?
Sie ist dabei alles aufs Spiel zu setzen. Möchte sich in ein paar Wochen mit ihrer Online-Affäre treffen. Sie sagt, sie kann nicht aufhören. Will aber trotzdem meine Nähe. Ich versuche jetzt eine Paartherapie zu bekommen. Aber ich kann es einfach nicht fassen, dass sie bereit ist, alles hinzuwerfen. Ich habe mir jetzt auch persönlich psychische Hilfe geholt, da ich stark bleiben muss. Allein schon der Kinder wegen. Die bekommen das ja alles irgendwie mit und drehen entsprechend auf.
Es ist der absolute Horror. Ich weiß nicht, wo das hinführen soll, aber ich rechne mit dem Schlimmsten.
Für Kommentare und Tipps bin ich dankbar.