Zitat von Sensibelchen5: das weiß ich eben nicht, weil ich zu allen seit dem letzten Jahr keinen Kontakt mehr habe. Ich will ihr nicht unterstellen, alle zu manipulieren. Aber es ist ein Konflikt zwischen ihr und mir, deswegen verstehe ich nicht, warum sich ALLE seit diesem Vorfall mit keiner Silbe mehr melden. Wenn es nur sie wäre, könnte ich verstehen. Aber alle?
Ich denke, sie machen es sich bequem, indem sie nichts tun. Deine Schwester hat Dich gezielt ausgegrenzt und ein Problem kreiert. Sieht für mich als eine Art Machtkampf aus, den sie ausgelöst hat.
Ich mache ihre Feier kaputt und alle solidarisieren sich mit mir, weil alle Daumen hoch gehen. Super!
Dass Du verletzt Deine Feier abgesagt hast, ist verständlich und mal ganz ehrlich, für unsolidarische Geschwister noch Geld ausgeben, weil so was ja nicht gerade billig ist.
Ich denke, das Problem liegt zwischen der Schwester und Dir, denn es war Absicht von ihr. Sie hat den "fight" nun für sich entschieden und Dich ins Abseits befördert, flankiert von gut platzierten Vorwürfen, die Dir Deine Rolle am Rand des Familienverbandes bewusst machen. Schwarzes Schaf, Dramaqueen, Du sollst Dich nicht so haben, blablabla.
Dass Du das Gesprächsangebot abgelehnt hast, unterstreicht Deine Rolle. Ich hab ihr ja ein Gespräch angeboten, sie hat es abgelehnt.
Und der Rest der Schar hält sich bedeckt und bezieht keine Position und damit halten sie sich raus. Dich aber drängen sie damit auch noch mehr in die Rolle der Ohnmächtigen.
Spontan fällt mir zu Deiner Problematik das Familienstellen ein. Hast Du Dich darüber schon mal informiert? Die Sache ist wie so vieles, was mit Psychologie zu tun hat, umstritten, aber ich könnte mir vorstellen, dass Du dann selbst Deinen Platz im Gefüge besser einordnen kannst.
Derjenige der ein Problem mit der Familie hat, bedient sich an Stellvertretern aus einer Runde und stellt sie so auf, wie das Gefühl es ihm eingibt. Also hier stehen die Eltern, hier Schwester 1 und 2 und dort Bruder 1 und 2. Und dann werden die Stellvertreter gefragt, wie sie sich in ihrer Position fühlen. Vielleicht ausgesprochen unwohl, bedrängt, ausgegrenzt, isoliert oder sonst was.
So kann man seine Position innerhalb einer Familie für sich sehen und vielleicht auch erkennen was eigentlich gespielt wird.
Es geht auch mit Spielzeugmännchen, die man aufstellt.Und dann erörtert man mit dem Therapeuten wie Du die Familie empfindest und sie wiederum vielleicht Dich.
Die Methode wurde von einem Psychotherapeuten namens Bert Hellinger entwickelt, der auch ein Buch darüber geschrieben hat.
Fällt mir nur spontan ein, daher mein Vorschlag.
Ansonsten: Ja, ich glaube Dir, dass Dich Deine Lage in der Familie unglücklich macht und Dich belastet. Aber ich verstehe irgendwo auch Deine Ablehnung gegenüber Deiner Schwester, denn was hätte ein Gespräch denn Neues gebracht? Wahrscheinlich nicht viel außer vielleicht weiteren Vorwürfen oder halbseidenen Erklärungen.Sie schlug es vor und damit hat sie vor sich selbst (und den anderen?) eine weiße Weste. Und Deine Weste ist noch schwärzer geworden, weil Du ihr Angebot ausgeschlagen hast.
Wenn Du das für Dich nicht klären kannst, musst Du allein damit klar kommen. Eine, noch dazu das Nesthäkchen, das immer alles darf und auf das jeder Rücksicht nehmen muss (ist zumindest in vielen Familien so), grätscht Dir voll zwischen die Beine und zieht die Anderen auf ihre Seite, die sich unsolidarisch verhalten und sich gefühlt auf ihre Seite schlagen. Denn es hätte doch wenigstens einer fragen können, wie ist das jetzt an Weihnachten? Liese hat uns doch schon eingeladen, wieso jetzt Du auch noch und das noch fast zeitgleich?
Aber Verhalten kannst Du Dir wünschen, mehr aber auch nicht. Halte Dich erst Mal im Abseits. Irgendwann wird sich was ändern. Du könntest ja auch Kontakt zu einem anderen Geschwisterteil anbahnen, das Dir was bedeutet, anstatt Dich ganz tot zu stellen. Vielleicht würdest Du da was erfahren, was zu diesem Bruch geführt hat. Aber auch nur vielleicht. Und das natürlich nicht über WA.
Zeiten ändern sich und manchmal muss man einfach viel Zeit ins Land gehen lassen bis sich eingefahrene Spuren wieder verändern. Das Dumme ist, dass sich negative Gefühle aufstauen und einen quälen und man nicht weiß wie man damit umgehen kann, um den Schmerz zu lindern. Es belastet und man glaubt, das nie mehr los zu werden. Vertrau auf die Zeit, die manches klären wird, manches unbedeutender als jetzt erscheinen lässt. Bis Weihnachten gehen noch viele Monate ins Land, aber es ist klar, dass Du die Familie nicht mehr einladen wirst.
Eine Familie hat man, aber man muss sich nicht mit ihr abgeben.
.